Donnerstag, 06.10.2022

EQS Group AG-keine gute Bilanz die das Unternehmen dort veröffentlicht hat

Der Konzernüberschuss betrug in der Berichtsperiode Minus 574 TDE Euro. Ein Ergebnis womit das Unternehmen sicherlich nicht zufrieden sein kann und wird.

EQS Group AG

München

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017

Building a Global REG Tech

Geschäftsbericht 2017

“ Über die EQS Group „

Die EQS Group ist ein führender internationaler Technologieanbieter für Investor Relations, Corporate Communications und Compliance. Mehr als 8.000 Unternehmen weltweit sind dank der Produkte und Services in der Lage, komplexe nationale und internationale Informationsanforderungen und Meldepflichten sicher, effizient und zeitgleich zu erfüllen und Stakeholder weltweit zu erreichen.

Das Herz der Technologie ist das EQS COCKPIT, eine cloudbasierte Plattform, welche die Arbeitsprozesse von IR-, Communications- und Compliance-Manager digital abbildet und effizienter macht. Spezielle Module ermöglichen die Pflege von Website-Inhalten (CMS), Kontaktdaten (CRM) und Compliance-Maßnahmen, sowie den Zugriff auf globale Investorendaten und auf eigene Monitoring- und Analytics-Funktionen. Um einen integrierten Workflow zu gewährleisten, ist das EQS COCKPIT an die jeweilige Unternehmenswebsite der Kunden angebunden.

Das EQS COCKPIT bietet darüber hinaus Zugang zu einem der wichtigsten Financial Newswire, über das jährlich über 20.000 Finanz- und Unternehmensmitteilungen verbreitet werden. In Deutschland ist die EQS Group mit ihrem Service DGAP, dem sämtliche DAX- 30 Unternehmen vertrauen, die Institution zur Erfüllung gesetzlicher und regulativer Einreichungs- und Veröffentlichungspflichten.

Als digitaler Komplettanbieter entwickelt die EQS Group zudem IR- und Unternehmenswebsites sowie Apps, erstellt digitale Finanz- und Nachhaltigkeitsberichte und führt Audio- und Video-Übertragungen durch.

Die EQS Group wurde im Jahr 2000 in München gegründet und hat sich kontinuierlich vom Start-up zum internationalen Konzern mit Standorten in den wichtigsten Finanzmetropolen der Welt entwickelt. Der Konzern hält zudem die Mehrheitsbeteiligung an der ARIVA.DE AG und beschäftigt weltweit rund 400 Mitarbeiter.

“ Kennzahlen „

Ertragskennzahlen FY 2017 FY 2016 +/-
Umsatz 30.355 26.061 16%
EBITDA 2.350 4.174 -44%
Non-IFRS * EBIT 1.113 3.281 -66%
EBIT 346 2.663 -87%
Non-IFRS * Konzernüberschuss -218 1.443 >-100%
Konzernüberschuss -574 814 >-100%
Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit 1.647 3.473 -53%
Vermögenskennzahlen 31.12.17 31.12.16 +/-
Bilanzsumme 47.449 42.403 12%
Eigenkapital 29.363 25.224 16%
Eigenkapitalquote (%) 62% 59%
Liquide Mittel 6.374 6.610 -4%
Mitarbeiter Konzern FY 2017 FY 2016 +/-
Periodendurchschnitt 358 260 38%
Personalaufwand 17.004 12.897 32%
31.12.17 31.12.16 +/-
Non-IFRS * Ergebnis je Aktie (EUR) -0,17 0,96 >-100%
Ergebnis je Aktie (EUR) -0,44 0,43 >-100%
Marktkapitalisierung (Mio. EUR) 91,14 62,82 45%

Alle Angaben ohne Bezeichnung in TEUR (mit Ausnahme Mitarbeiterzahl)

* Non-IFRS Kennzahlen vor planmäßigen Abschreibungen auf die erworbenen Kundenstämme & Akquisitionskosten

“ Vorwort Achim Weick, Gründer & CEO „

2017 war für uns wieder ein erfolgreiches und ereignisreiches Geschäftsjahr. Auf dem Weg zum führenden europäischen Cloudanbieter für globale Investor Relations und Corporate Compliance Lösungen haben wir wichtige Etappen gemeistert. Dabei profitieren wir weiterhin von drei Megatrends: Digitalisierung, Regulierung und Globalisierung.

Die Digitalisierung schreitet in unseren Märkten weiter voran. Unsere Kunden suchen nach einer effizienten, integrierten Kommunikationslösung, die alle Offenlegungs-, Mitteilungs- und Dokumentationspflichten internationaler Unternehmen abdeckt und zugleich eine aktive Kommunikation mit globalen Investoren und weiteren Stakeholdern ermöglicht.

Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, die weltweit erste cloudbasierte Plattform zu entwickeln, die sämtliche Anforderungen durch integrierte Workflows abbildet: Unser neues COCKPIT wird in dieser Hinsicht neue Maßstäbe setzen. Nach knapp zwei Jahren intensiver Entwicklung werden wir es noch in diesem Jahr auf den Markt bringen.

Durch die stetig wachsende Regulierung von Finanzmärkten und Unternehmen haben wir weiter Rückenwind. Unser INSIDER MANAGER, den wir auf Basis der EU-Marktmissbrauchsverordnung (MAR) entwickelt und in Deutschland etabliert haben, ist ein gutes Beispiel dafür: Wir konnten dieses erfolgreiche Produkt nun auch verstärkt im europäischen Ausland verkaufen und so wichtige Kundenbeziehungen zu Compliance Officern aufbauen. Mehr als 500 Unternehmen in ganz Europa nutzen mittlerweile den INSIDER MANAGER.

Compliance Officer sind auch unsere Hauptzielgruppe für unser neues Hinweisgebersystem. Diese Produktlinie haben wir im Jahr 2017 neu auf- und dank der Akquisition des führenden Schweizer Anbieters INTEGRITY LINE GmbH für 2018 deutlich ausgebaut. Whistleblower-Lösungen sind ab 2018 in Frankreich (Sapin II) und Italien (3365-B) gesetzlich verpflichtend. In Deutschland wird den Unternehmen die Einführung eines Systems bisher lediglich empfohlen (Deutscher Corporate Governance Kodex), jedoch gibt es auf EU-Ebene bereits eine Gesetzesinitiative für einen besseren Schutz von Hinweisgebern.

Seit Ende September 2017 sind wir LOU, eine von weltweit knapp 30 akkreditierten, internationalen Vergabestellen für Legal Entity Identifier (LEI). Diese neue, global eindeutige Kennung für Finanzmarkt-Teilnehmer ist seit 2018 für viele Bankgeschäfte, Finanztransaktionen und Mitteilungen an die nationalen Register erforderlich. Mit unserem LEI MANAGER bieten wir eine der international effizientesten und komfortabelsten Lösungen an.

Nicht zuletzt stand das Berichtsjahr auch im Zeichen großer Projekte und der Entwicklung neuer Produkte im Vorfeld des Starts von MiFID II und der PRIIP-Verordnung. Diese neuen Verordnungen verpflichten Wertpapierfirmen und Finanzdienstleister die Transparenz von Finanzinstrumenten zu erhöhen.

Digitalisierung und Regulierung gehen Hand in Hand mit der fortschreitenden Globalisierung. Unsere Kunden sind international tätig und unterliegen somit zahlreichen lokalen Regulierungen, die sie möglichst effizient und rechtssicher erfüllen wollen. Zudem haben sie globale Kommunikationsstrategien, um Kunden und Investoren zu erreichen und zu überzeugen.

In unserem deutschsprachigen Kernmarkt (D-A-CH) sind wir weiterhin der unangefochtene Marktführer für digitale Investor Relations. So nutzen sämtliche Dax 30-Unternehmen unser COCKPIT und wir freuen uns über die seit Jahren konstant hohe Kundenzufriedenheit. Hier besteht unsere Strategie darin, bestehende Geschäftsbeziehungen auszuweiten und damit die wiederkehrenden Umsätze (ARR) pro Kunde zu erhöhen.

Unser größtes Wachstumspotenzial sehen wir in Europa. Die Zunahme EU-weiter Regulierungen führt zu einer starken Vereinheitlichung der Transparenzanforderungen für unsere Kunden in Gesamteuropa. Zudem gelingt es unseren US-amerikanischen Wettbewerbern weiterhin nicht, ihre Produkte in Europa vollumfänglich anzubieten.

Aus diesem Grund haben wir im vergangenen Jahr eine Tochtergesellschaft in Frankreich gegründet, die bereits 30 Unternehmen, darunter zahlreiche aus dem CAC 40-Index, zu Ihren Kunden zählt. Ebenso gelang mit dem Abschluss von rund 20 Verträgen der Markteintritt in Italien. Erste Vertriebsaktivitäten haben wir in Skandinavien und Benelux gestartet. Die bereits etablierten Tochtergesellschaften in UK und Russland konnten sich positiv entwickeln. Letztere wächst trotz Sanktionen weiterhin profitabel.

Unser globales Investoren- und Mediennetzwerk decken wir mit unseren wichtigen Pfeilern in New York und Hongkong ab. In Hongkong konnten wir nach fünf Jahren Aufbauarbeit erstmals ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis präsentieren. Jedoch entwickeln sich die niedrigen Budgets allenfalls seitwärts, was uns aktuell zur Vorsicht mahnt. Mittelfristig sehen wir in dieser dynamischen Wirtschaftsregion deutliches Wachstumspotenzial, denn die Digitalisierung der Investorenkommunikation und die Regulierung haben im internationalen Vergleich noch deutlich Luft nach oben.

Unser Standort in New York erwies sich bereits nach wenigen Monaten als richtungsweisendes Barometer für unsere gesamte Gruppe. Zu verstehen, wohin die Anforderungen wichtiger Marktteilnehmer gehen und welche Strategien unsere globalen Wettbewerber verfolgen, ist für uns ein unschätzbarer Vorteil. Die Erkenntnis, das strategische Geschäftsfeld Governance, Risk & Compliance aufzubauen, haben wir erst durch die intensive Beschäftigung mit dem US-Markt gewonnen. Um den größten Kapitalmarkt der Welt besser abzudecken, sind wir eine Kooperation mit der Issuer Direct Corp. eingegangen, die wir anschließend mit einer Beteiligung von knapp 10% unterlegt haben.

Einen wichtigen Pfeiler unserer Expansionsstrategie stellt der weitere Ausbau unseres Technologiestandortes in Kochi, Indien, dar. Dieser hat sich zum erfolgreichen Lieferanten von maßgeschneiderten Lösungen für unsere weltweiten Märkte entwickelt. Unser ebenso stark wachsender Entwicklungsstandort in München kann sich somit auf die Neu- und Weiterentwicklung unserer Plattformen und Produkte konzentrieren.

Die Investitionen in unser internationales Netzwerk, unser Produktportfolio sowie in die Organisation und ihre Prozesse sind weiterhin hoch. Der Aufbau neuer Produkte und Märkte, die Entwicklung eines Unternehmenssteuerungssystems oder die Einführung einer integrierten Projekt- und Ressourcen-Management-Software sind nur einige Beispiele hierfür. Diese Investitionen dienen unserer internationalen Wachstumsstrategie und sind zwingend erforderlich, um mit der EQS Group in eine neue Größenklasse zu wachsen. Wir sind fest davon überzeugt, auf diese Weise nachhaltige Werte für unsere Aktionäre zu schaffen.

Ohne die Leidenschaft und den Teamgeist unserer hochqualifizierten und engagierten Mitarbeiter wäre dies nicht möglich. Gleichzeitig bietet unsere Strategie den Mitarbeitern ein herausforderndes, internationales Arbeitsumfeld, das sie zu Höchstleistungen anspornt und unsere Erfolgsfaktoren stärkt: innovative Produkte, höchste Qualität und bester Service. Unsere hohe Attraktivität als Arbeitgeber wird uns sowohl durch externe Bewertungsplattformen wie kununu, als auch durch unsere regelmäßige Mitarbeiterbefragung bestätigt.

Unser herzlicher Dank gilt all denjenigen, die uns dabei unterstützen, dieses großartige Unternehmen weiter aufzubauen: Unseren hochmotivierten Mitarbeitern, unseren langjährigen Kunden und Geschäftspartnern, mit denen wir sehr vertrauensvoll zusammenarbeiten, und unseren treuen Aktionären, die die geographische Expansion unterstützen und uns auf diesem Weg bestärken. Mit großem Optimismus schauen wir in die Zukunft und freuen uns, Sie weiter an unserer Seite zu haben.

 

München, April 2018

Herzlichst Ihr

Achim Weick, CEO

“ Investor Relations „

Am letzten Handelstag des Jahres lag der XETRA Schlusskurs der EQS Group Aktie bei € 63,51 und damit rund +32% höher als zum Jahresschluss 2016 (EUR 47,99). Der Aktienkurs bewegte sich in einer Bandbreite von € 41,78 bis € 70,40. Gegenüber dem TEC DAX, weicher ebenfalls deutlich zulegen konnte, war die Kursentwicklung der Aktie der EQS Group über das ganze Jahr 2017 gesehen leicht über dem TEC DAX. Die Marktkapitalisierung belief sich zum 31.12.2017 auf € 93,80 Mio. Mit dem Kursanstieg verdoppelte sich zudem das Xetra-Handelsvolumen der EQS-Aktie im Vergleich zum Vorjahr (+103%).

Durch die erfolgreiche Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital flossen der EQS Group im Dezember des abgelaufenen Jahres zusätzliche € 7,9 Mio. an Bruttoemissionserlösen zu. Dabei wurden 126.000 neue, auf den Namen lautende Stückaktien gegen Bareinlage ausgegeben. So erhöhte sich das Grundkapital der Gesellschaft von € 1.308.978 auf € 1.434.978. Die neuen Aktien wurden im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens zu einem Preis von € 62,50 je Aktie bei institutionellen Anlegern platziert. Die akquirierten Mittel wurden vorrangig zur Finanzierung der Akquisition der Integrity Line GmbH, Zürich verwendet.

Im Februar 2017 wurde zudem das neue Qualitätssegment Scale der Deutschen Börse für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), bei der die EQS Group AG von Anfang an dabei ist, erfolgreich eingeführt.

Mit GBC, GSC Research, Edison Investment Research und quirin bank erstellen vier unabhängige Research-Häuser regelmäßig Analystenstudien über die EQS Group AG. In aktuellen Veröffentlichungen gab eines der Institute eine Kaufempfehlung ab, während drei Analysten die Aktie mit „Halten“ bewerteten.

Sämtliche Analysen stehen im Investor-Relations-Bereich auf der Webseite der EQS Group zum Download zur Verfügung. Im Geschäftsjahr 2017 präsentierte der Vorstand das Unternehmen wieder auf zahlreichen Investorenkonferenzen, darunter das Eigenkapitalforum in Frankfurt, die Münchner sowie die Zürcher Kapitalmarktkonferenz.

Die EQS Group AG veröffentlichte zu jedem Quartal eine Zwischenmitteilung und führte am gleichen Tag eine ausführliche Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren durch. Die Aufzeichnungen der Audio Webcasts stehen ebenfalls im Bereich Investor Relations auf unserer Unternehmenswebsite zum Abruf bereit.

Aktionärsstruktur EQS Group AG:

Ausgewiesen wird: Anteilsbesitz > 5% und Schlüsselmitarbeiter sowie Aufsichtsräte

“ Vorstand im Dialog „

Die EQS Group AG hat im Geschäftsjahr 2017 eine neue Bestmarke beim Umsatz aufgestellt: 30,4 Millionen Euro nach 26 Millionen Euro im Vorjahr, eine Steigerung um 16 Prozent. Das Ergebnis blieb allerdings unter den eigenen Erwartungen. Ist die Erfolgsgeschichte zu Ende erzählt?

Achim Weick: „Nein. Ganz im Gegenteil. Wir hatten ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Unsere Hauptwachstumstreiber Digitalisierung, Regulierung und Globalisierung sind in der Wirtschaft präsenter denn je. Der Rückgang beim EBIT erklärt sich in erster Linie durch die strategische Entscheidung, das Kerngeschäft um das Geschäftsfeld Governance, Risk & Compliance zu erweitern. Dafür – und für den massiven Ausbau unserer Workflow-Plattform COCKPIT – haben wir die größte Investitionsoffensive der Unternehmensgeschichte gestartet. Das führt zu temporären Ergebnisbelastungen. Im vierten Quartal kam es zudem zu einem vorgezogenen Managementwechsel in der Schweiz und unser Beteiligungsunternehmen ARIVA. DE AG verzeichnete einen Rückgang im Projektgeschäft.“

Was verstehen Sie unter Governance, Risk & Compliance (GRC)?

Achim Weick: „GRC beschreibt die Unternehmensführung und das Risikomanagement nach definierten Richtlinien unter Einhaltung externer Regularien und interner Normen sowie ethischer Grundsätze. Jede Organisation benötigt ein derartiges Rahmengerüst. Das betrifft nicht nur börsennotierte Gesellschaften. Der Markt für entsprechende Lösungen ist daher sehr viel größer als unsere bisherigen Zielmärkte und wächst weltweit zweistellig. Unternehmen müssen eine Vielzahl an Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien managen und mit ihren eigenen Grundsätzen und Zielen in Einklang bringen. Eine Herkulesaufgabe. Die Digitalisierung bietet eine großartige Chance zur Vereinheitlichung und Vereinfachung dieser komplexen Herausforderung.“

Wie kann eine derartige Anwendung aussehen?

Christian Pfleger: „Wir werden hierfür ausschließlich cloudbasierte Lösungen entwickeln. Kernstück des neuen Geschäftsbereichs wird der POLICYMANAGER. Umfangreiche Dokumentationspflichten sowie Mitteilungs- und Hinweispflichten können dann von unseren Kunden digital abgebildet werden. Die Gesetzgeber verpflichten Unternehmen laufend zur Einhaltung neuer Regularien. In Europa beispielsweise müssen in diesem Jahr neue Datenschutzverordnungen umgesetzt werden. In den USA schützt die Cybersecurity-Regulierung des Staates New York seit August 2017 private Kundendaten, was umfangreiche Pflichten für Unternehmen der Finanzindustrie zur Folge hat. Das ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf Regelwerke, die global aufgestellte Konzerne in ihrer Organisation managen müssen. Der POLICY MANAGER ist aber nur ein Teil einer kompletten Compliance-Plattform und der Release kommt zu einem späteren Zeitpunkt. Zuerst wird unser neues COCKPIT, die Workflow-Plattform für Investor Relations, fertig gestellt. Dieses enthält dann auch ein integriertes CRM und globale Investorendaten. Damit werden IR-Manager künftig nicht mehr nur transaktionsbasiert arbeiten, sondern das COCKPIT in ihren täglichen Workflow integrieren.“

Achim Weick: „Unser Unternehmen erfüllt alle Voraussetzungen, um der führende europäische Cloudanbieter für globale Investor Relations und Corporate Compliance Lösungen zu werden. Und um dieses Ziel zu erreichen, haben wir die große Investitionsoffensive gestartet.“

Welches Volumen haben die Investitionen?

Christian Pfleger: „Die Konzernplanung sieht bis zum Jahr 2020 Investitionen zum Ausbau des Cloud-Geschäfts in Höhe von rund 8 Millionen Euro vor. Der größte Teil ist für den Ausbau der Entwickler-Ressourcen vorgesehen. Bis Ende 2017 konnten wir konzernweit bereits 68 neue Mitarbeiter einstellen, davon 35 Software-Entwickler “

Achim Weick: „Wir bauen die EQS Group zu einem Technologieunternehmen aus. Aber nicht die Technik ist der Schlüssel zum Erfolg, sondern jeder einzelne Mitarbeiter, der diese Technologie konzipiert, entwickelt und vermarktet. Wir schaffen Workflow-Plattformen für unsere Kunden, die die sichere Einhaltung von Regularien gewährleisten und somit Risiken minimieren. Zudem sparen die digitalen Arbeitsprozesse wertvolle Zeit und Geld. Im Bereich Investor Relations haben wir mit unserem COCKPIT den Nachweis hierfür erbracht. Unser neues Geschäftsfeld GRC verfolgt die gleiche Plattform-Strategie, hat aber noch ambitioniertere Ziele…“

Christian Pfleger: „… schon deshalb, da der Markt größer ist. Zudem findet auch in unseren Köpfen ein Umdenken statt. Wir funktionieren nun als Technologieunternehmen. Wir denken noch stärker in Plattformen und unser Ziel ist die Steigerung von jährlich wiederkehrenden Umsätzen. Im Geschäftsfeld GRC klappt das mit unseren drei Lösungen INSIDER MANAGER, der Vergabe von Legal Entity Identifier und unserer Whistleblowing-Lösung schon sehr gut.“

Hier wurde Ende letzten Jahres die Akquisition der Integrity Line GmbH bekannt gegeben. Wie läuft die Integration?

Achim Weick: „Prima. Das Team der Integrity Line bildet das EQS-weite Kompetenzzentrum für Whistleblowing. Das Hinweisgebersystem basiert auf einer Cloud-Lösung. Es ist in 150 Ländern und in rund 50 Sprachen erreichbar. Die wiederkehrenden Lizenzerlöse – wir sprechen von Annual Recurring Revenues – werden im Geschäftsjahr 2018 deutlich zulegen.

„Christian Pfleger: „Wir wollen auch künftig weiter in Unternehmen, Produkte und Märkte investieren, die Wachstumschancen durch die Trends Digitalisierung, Regulierung und Globalisierung eröffnen.“

Sie beschreiben eine rosige Zukunft für die EQS Group. Dennoch fällt die Dividende aus?

Achim Weick: “ Wir sind uns sicher, dass wir mit diesen Mitteln künftig eine höhere Rendite für unsere Aktionäre erzielen können. Wir verfolgen eine klare Strategie zum Aufbau des führenden europäischen Cloudanbieters für globale Investor Relations und Corporate Compliance Lösungen. Dieser Strategie ordnen wir kurzfristige Ertragsziele unter. Maßgebend sind für uns als Technologieunternehmen zukünftig vor allem die Steigerung der Kennzahl Annual Recurring Revenue – eine Größe, nach der Investoren weltweit Geschäftsmodelle im Cloud-Bereich bewerten. Wir sind uns bewusst, dass dies auch ein Umdenken bei unseren langjährigen Aktionären erfordert. Wir begegnen unseren Investoren mit einer transparenten Unternehmenskommunikation und aus den Gesprächen mit ihnen erhalten wir große Unterstützung für den eingeschlagenen Weg. “

Also ist die Erfolgsgeschichte noch nicht zu Ende erzählt?

Achim Weick: „Die Erfolgsgeschichte der EQS Group AG wird weitergeschrieben. Wir schlagen gerade ein neues, sehr spannendes Kapitel auf!“

“ Bericht des Aufsichtsrates „

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

im Geschäftsjahr 2017 hat der Aufsichtsrat die Geschäftsentwicklung der EQS Group AG und ihrer Tochtergesellschaften intensiv begleitet. Mit dem Vorstand hat er vertrauensvoll und offen zusammengearbeitet. In den turnusmäßigen Aufsichtsratssitzungen, sowie durch schriftlichen, telefonischen und persönlichen Austausch wurde der Aufsichtsrat durch den Vorstand laufend über die Geschäftsentwicklung und die aktuelle Lage des EQS-Konzerns, die strategische Weiterentwicklung, das Risikomanagement sowie über wesentliche Geschäftsvorfälle und Investitionsvorhaben informiert. In Geschäftsvorgänge und Entscheidungen, die für die Gesellschaft oder den Konzern von wesentlicher Bedeutung waren, hat der Vorstand den Aufsichtsrat rechtzeitig einbezogen. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat auch bei Schlüsselmitarbeitern des EQS-Konzerns – insbesondere den Geschäftsleitungen der Tochtergesellschaften und den Abteilungsleitern – über den Geschäftsverlauf informiert. Auf dieser Basis hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben wahrgenommen, die Geschäftsführung des Vorstands überwacht und den Vorstand bei der Leitung der Gesellschaft beraten. Maßstab für die Überwachung waren die Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit des Vorstandshandelns.

Aufsichtsrat

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats hat sich im Geschäftsjahr 2017 nicht verändert. Die Mitglieder des Aufsichtsrats, Herr Rony Vogel, Herr Robert Wirth und Herr Peter Conzatti wurden von der Hauptversammlung am 12. Juni 2015 für eine Amtszeit bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das am 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr beschließt, zu Aufsichtsräten der EQS Group AG bestellt. Ausschüsse wurden im GJ 2017 nicht gebildet.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat trat innerhalb des Geschäftsjahres 2017 zu 7 ordentlichen Sitzungen am 14. März, 3. April, 17. Mai, 19. September, 26. September, 10. November und am 4. Dezember zusammen.

Neben der aktuellen Entwicklung befasste sich der Aufsichtsrat mit den strategischen Themen:

Anteilserhöhung der ARIVA.DE AG auf 67,5%

Aufbau EQS Frankreich

Evaluierung eines weiteren Unternehmenszukaufs

Unterlegung der Zusammenarbeit mit Issuer Direct Corp. durch eine kleiner 10% Beteiligung

Aufbau des neuen Geschäftsfeldes GRC (Governance, Risk & Compliance)

Überarbeitung der Kurz-/Mittel- und Langfrist Finanzplanung

Kapitalerhöhung durch (teilweise) Ausnutzung des genehmigten Kapitals 2017

Akquisition der Integrity Line GmbH, Schweiz

Umstellung der IT-Infrastruktur

Die Hauptversammlung vom 17. Mai 2017 hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2017 bestellt. Diese hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der EQS Group AG zum 31. Dezember 2017 sowie den Konzernabschluss nach IFRS zum 31. Dezember 2017 samt Konzernlagebericht und weiteren Erläuterungen zum 31. Dezember 2017 geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Aufsichtsrat hat den geprüften und testierten Jahresabschluss und den Konzernabschluss nach IFRS sowie die Lageberichte rechtzeitig erhalten, selbst geprüft und die Unterlagen mit dem Vorstand im Einzelnen besprochen. Das Ergebnis der Prüfung ergab keinen Anlass zu Beanstandungen. Am 10. April 2018 haben wir den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie die Lageberichte gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns der EQS Group AG schließt sich der Aufsichtsrat an. Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erneut seinen Dank für ihren großen Einsatz aus. Die Mitarbeiter der EQS Group AG bilden auch nach inzwischen 18 Jahren Unternehmensgeschichte die Basis für den Erfolg des Unternehmens. Es ist das besondere Engagement, die Kreativität und der Teamgedanke, der den Konzern weiter erfolgreich wachsen lässt.

 

München, 10. April 2018

Rony Vogel, Vorsitzender des Aufsichtsrates

Konzernlagebericht

“ Geschäftsmodell „

Die EQS Group ist ein führender internationaler Technologieanbieter für Investor Relations, Corporate Communications und Compliance. Die EQS Group verfügt neben der Zentrale in München über Standorte in den wichtigsten Finanzmetropolen der Welt sowie über ein technologisches Zentrum in Indien.

Unsere „Best Digital Solutions“ minimieren Risiken durch die sichere Einhaltung lokaler Regularien, erreichen globale Investoren, Medien sowie alle relevanten Adressatenkreise und sparen dank digitaler Arbeitsprozesse wertvolle Zeit und Geld. Unsere Vision ist es, die EQS Group AG bis zum Jahr 2025 als den führenden europäischen Cloud-Anbieter für globale Investor Relations und Corporate Compliance Lösungen zu positionieren.

Die Basis hierzu stellen die konzernweit gelebten Werte dar: Leidenschaft, Teamgeist, unternehmerische Initiative, offene Kultur und flache Hierarchien.

Das Kapital von Investoren setzen wir dafür ein, unseren Kunden digitale Plattformen, Produkte und Services anbieten zu können. Engagierte, hoch qualifizierte und flexible Mitarbeiter sind unser geistiges Kapital und bauen Wissen und Know-how auf, schaffen Innovationen und pflegen profitable Kunden- und Partnerbeziehungen.

Das EQS COCKPIT, eine cloudbasierte Plattform, bildet dazu die Arbeitsprozesse von IR-, Communications- und Compliance-Managern digital ab, kommuniziert mit der Unternehmenswebsite und verbreitet Mitteilungen über eines der wichtigsten globalen Newswire. Produkte wie Websites, IR Tools, digitale Unternehmensberichte und Webcasts machen EQS Group zum digitalen Komplettanbieter. Diese bilden wir in den zwei Segmenten Regulatory Information & News (Plattform) und Products & Services (Agenturgeschäft) ab.

Wir vertreiben unsere Produkte und Services überwiegend über unseren Direktvertrieb. Dabei legen wir unsere Vertriebsstrategien global fest. Diese werden dann von den regionalen Tochterunternehmen angepasst und umgesetzt. Unsere Vertriebsmitarbeiter fördern in enger Zusammenarbeit mit den Bereichen Vertriebsunterstützung und Marketing die Nachfrage, akquirieren Kunden und pflegen den Kundenkontakt in unseren Zielbranchen. Unsere Marketing- und Vertriebsaktivitäten richten sich in erster Linie an börsennotierte Emittenten und an Konzerne, die eine offene Unternehmenskommunikation pflegen.

Unser Preismodell im Newsbereich basiert zumeist auf der Zahlung pro Nachricht in Abhängigkeit vom gewählten Verbreitungsnetz. Zusätzlich erzielen wir Lizenzerlöse aus der Bereitstellung von Software. Im Agenturbereich erhalten wir wiederkehrende Erlöse für die Berichtskonvertierung und Lieferung an den Bundesanzeiger und für die Durchführung von Audio und Video Webcasts. Einmalzahlungen erhalten wir für das Setup von Webseiten, Apps, Charts, Tools oder digitalen Berichten und laufende Subskriptionserlöse für das Hosting und die Pflege der Lösungen.

Zur Messung unseres Unternehmenserfolges auf Konzernebene bedienen wir uns der vier Kennzahlen Umsatz, Non-IFRS EBIT * (bis 2017), EBITDA ** (ab 2018) Kundenzufriedenheit und Mitarbeiterengagement.

* Non-IFRS Kennzahlen vor planmäßigen Abschreibungen auf die erworbenen Kundenstämme, Kaufpreisallokation & Akquisitionskosten.
** EBITDA=Gesamtleistung (Umsatzerlöse, sonstige betriebliche Erträge sowie aktivierte Eigenleistungen) abzüglich bezogene Leistungen, Personalaufwand und sonstige betriebliche Aufwendungen

Neben den finanziellen Leistungsindikatoren messen wir die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit mindestens alle zwei Jahre. Die Mitarbeiterzufriedenheit wird anhand einer Umfrage gemessen, bei der die Mitarbeiter in einer anonymisierten Online Umfrage über die Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber auf einer Skala von 1-5 abstimmen. Dabei steht die Wahl der 1 für sehr unzufrieden und die 5 für sehr zufrieden. Die Kundenzufriedenheit wird ebenfalls anhand einer anonymisierten Online Umfrage gemessen, bei der alle teilnehmenden Kunden anhand von Schulnoten abstimmen. Die Note 1 stellt die beste und 6 die schiechteste Note dar.

Jede Kennzahl korreliert direkt mit unserer Fähigkeit, unseren Kapitalgebern Rendite zu liefern. Letztlich sind aber engagierte Mitarbeiter ausschlaggebend für die Loyalität unserer Kunden und den Unternehmenserfolg.

“ Konzernstruktur „

Konzern EQS Group AG Deutschland Österreich
100% 100% 100% 100% 100% 100% 100%
EQS Group AG Schweiz EquityStory RS, LLC Russland EQS Asia Ltd. (EQS TodayIR) Hongkong China Singapur Taiwan EQS Group Ltd. UK EQS Group Inc. USA EQS Web Technologies Pvt. Ltd. Indien EQS Financial Markets & Media GmbH Deutschland Österreich Schweiz
Konzern EQS Group AG Deutschland Österreich
100% 100% 67,5% 9,7%
EQS Group FZ-LLC VAE EQS Group SAS Frankreich ARIVA.DE AG Österreich Schweiz Issuer Direct Corp. USA

“ Forschung und Entwicklung „

Auch im Jahr 2017 entwickelten wir unsere bestehenden Produkte weiter und arbeiteten an neuen Lösungen für unsere Kunden. Im Jahresverlauf wurde zudem die strategische Entscheidung zur Erschließung des Geschäftsfelds Governance, Risk & Compliance und damit verbunden eine Investitionsoffensive zum Ausbau des Konzerns in ein Technologieunternehmen getroffen. Dies führte zu einer deutlichen Erhöhung der Produktentwicklungsaufwendungen gegenüber der Planung zu Jahresbeginn 2017.

Dabei stellt die Neuentwicklung und Erweiterung des EQS COCKPIT, unserer zentralen webbasierten Produktplattform, ein Kernelement dar. Die Entwicklung des neuen COCKPIT wurde im Jahr 2017 wesentlich vorangebracht. Die Fertigstellung (Go-Live) ist für Q4 2018 geplant. Neue Lösungen und die Anpassung bestehender Produkte an geänderte Aufgabenstellungen stellen sicher, dass die Anwendung den aktuellen und zukünftigen Nutzungsanforderungen unserer Kunden in höchster Qualität entspricht.

Das Inkrafttreten der Neufassung der EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II) zum 3.1.2018 bringt die Pflicht einer eindeutigen Identifizierung der an einem Handel beteiligten Gegenparteien mit sich. Hierzu wird für jegliche Gegenparteien die Rechtsträgerkennung Legal Entity Identifier (LEI) benötigt. Ohne einen LEI ist ein Handel nicht mehr möglich. Die EQS Group AG hat Ende 2016 bereits den Status einer Local Operating Unit (LOU) im Prozess der Vergabe und Verwaltung der LEI von der Global Legal Entity Identifier Foundation in Basel erworben. Im zweiten Halbjahr 2017 wurde die Entwicklung der Vergabeapplikation, LEI-MANAGER, abgeschlossen. Der LEI-MANAGER ist eine Webanwendung, welche die EQS Group bei der Erfüllung aller Aufgaben eines LOU, insbesondere bei der Vergabe der LEI, unterstützt und gleichzeitig eine moderne Bedienoberfläche für die Kunden darstellt. Bereits 2017 konnten knapp 4.000 LEI an Unternehmen vergeben werden.

Zentraler Bestandteil der PRIIPs-Verordnung, welche ebenfalls zum 3.1.2018 europaweit in Kraft trat, ist die Einführung von Basisinformationsblättern (Key Information Documents – KIDs) für bestimmte Anlageprodukte. Damit die Informationsblätter möglichst einheitlich sind, enthält die PRIIPs-Verordnung verbindliche Vorschriften zu deren Form und Inhalt. Hierzu entwickelte unsere Tochtergesellschaft ARIVA.DE AG mit den ARIVA Regulatory Services (ARS)-Workflows eigenständige Lösungen für deren Erstellung, Verteilung und Überwachung.

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von € 2,37 Mio. (TEUR 396) aktiviert. Im Berichtsjahr wurde der LEI-MANAGER (TEUR 205) fertiggestellt sowie wesentliche Fortschritte bei der neuen COCKPIT-Plattform (TEUR 847) und den ARS-Workflows (TEUR 976) erzielt. Insgesamt wurden 2017 55% der Entwicklungskosten in Höhe von € 4,32 Mio. aktiviert. Die ausschließlich planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten beliefen sich im Berichtszeitraum auf TEUR 198 (TEUR 153).

“ Das wirtschaftliche und regulatorische Umfeld „

Das Wachstum der Weltwirtschaft 2017 gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird gemäß des im Januar 2018 veröffentlichten Halbjahresberichts der Weltbank mit +3% erwartet und liegt damit über dem Niveau des Vorjahres (+2,4%). Wesentliche Faktoren des Anstiegs sind dabei steigende Investitionen bedingt durch ein günstiges Finanzierungsumfeld, steigende Gewinne und einem verbesserten Geschäftsklima in den Industrieländern, wie auch in den Schwellenländern. So verstärkte sich der Aufschwung in den USA und in der Europäischen Union 2017 deutlich. Auch die noch 2016 krisengeplagten rohstoffexportierenden Länder wie Russland und Brasilien schafften einen moderaten Turnaround und profitierten von mittelmäßig steigenden Rohstoffpreisen. Indien und China konnten ihr hohes Wachstum der Vorjahre auch 2017 fortsetzen: Die deutliche Erholung der europäischen Volkswirtschaft wertete auch den Euro gegenüber US-Dollar, Schweizer Franken, aber auch gegenüber Rohstoffwährungen wie den russischen Rubel auf.

Die konjunkturelle Lage in Deutschland im Jahr 2017 war gekennzeichnet durch ein solides und stetiges Wirtschaftswachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war nach Berechnungen der Bundesbank 2017 um +2,6% höher als im Vorjahr (2016: +1,9%). Insbesondere der private und der öffentliche Konsum sowie die Investitionen stiegen gegenüber dem Vorjahr deutlich an, aber auch ein Wiederanziehen der Exportnachfrage aus dem Ausland sorgte für Impulse.

Das Börsenjahr 2017 war in Deutschland ebenfalls von einem deutlichen Wachstum bei zeitweilig größeren Schwankungen geprägt. So stieg der deutsche Leitindex DAX von knapp 11.600 Punkten zu Jahresbeginn um +11% auf rund 12.900 Punkte zum 31.12.2017. Die Anzahl an Börsengängen (IPOs und Listings) in Deutschland im Prime- und General Standard lag bei 9. Infolge der gesetzlich erhöhten Anforderungen für Delistings war die Anzahl von Austritten auch 2017 gering. So waren zum 31.12.2017 lediglich 6 Unternehmen weniger im Prime-oder General Standard (insgesamt 451) vertreten. Der Entry Standard der deutschen Börse wurde zudem in das Segment Scale und das Segment Basic Board unterteilt. In Summe waren dort 132 Unternehmen gelistet (-4 ggü. 2016).

Im Bereich der gesetzlichen Rahmenbedingungen kam es nach Inkrafttreten der Marktmissbrauchsverordnung (MAR) in der Europäischen Union im Juli 2016 zu keiner wesentlichen Ausdehnung der Meldepflichten auf weitere Emittenten. Zum 3.1.2018 trat zudem die Neufassung der Richtlinie 2014/65/EU über Märkte für Finanzinstrumente der Europäischen Union (MiFID II) in Kraft. Dies führt zu einer wesentlichen Verschärfung der Meldepflichten von depotführenden Banken, Wertpapierdienstleistungsunternehmen sowie anderen Finanzdienstleistern.

Auch die PRIIPs-Verordnung, welche zum 3.1.2018 europaweit in Kraft trat, führt zur Einführung von Basisinformationsblättern für bestimmte Anlageprodukte und damit erweiterten Dokumentationspflichten für Banken und anderen Finanzdienstleistern.

“ Highlights 2017 „

Umsatz wächst um +16% auf € 30,4 Mio bei Non-IFRS EBIT von € 1,1 Mio.

Hohe Investitionen in neue Cloud-Produkte; CTO und 35 Software-Entwickler eingestellt

Akkreditierung als offizielle LEI-Vergabestelle; erfolgreicher Start des Hinweisgebersystems SAFE CHANNEL

Anteilerhöhung bei ARIVA.DE AG, Kiel, auf 67,5%

Erwerb 9,7%-Beteiligung an Issuer Direct Corp., Morrisville zur Stärkung des US-Verbreitungsnetzwerks

Zertifizierung als Ad-hoc-Dienstleister und erfolgreicher Markteintritt in Frankreich schließt Lücke im globalen Netzwerk

“ Ertragslage „

Die EQS Group hat ihre strategische Marktposition im Jahr 2017 durch die Einführung neuer Cloudprodukte und die internationale Expansion deutlich gestärkt. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines Marktwachstums, dessen Treiber eine voranschreitende Digitalisierung, eine striktere Regulierung von Unternehmen und wachsende Globalisierung sind.

Nach dem großen Erfolg der neu eingeführten Cloud-Software INSIDER MANAGER und der positiven Marktresonanz auf unsere neue Hinweisgeber-Lösung SAFE CHANNEL wurde in Q3 2017 die strategische Entscheidung getroffen, das Kerngeschäft um das angrenzende Geschäftsfeld Governance, Risk & Compliance (GRC) zu erweitern und hierfür ausschließlich cloud-basierte Produkte zu entwickeln. Die aktuellen Regulierungsinitiativen wie MiFID II in Europa oder SAPIN II in Frankreich schaffen ein gutes Umfeld für den Markteintritt.

Im Jahr 2017 stiegen die Konzernumsatzerlöse der EQS Group AG um +16% auf € 30,36 Mio. (€ 26,06 Mio.). Die Umsatzerlöse enthalten auch Erlöse der zum 1.7.2016 mehrheitlich übernommenen ARIVA.DE AG (Höhe der Beteiligung zum Stichtag 31.12.2017: 67,5%) in Höhe von € 7,36 Mio. (zeitanteiliger Umsatz im Vorjahr ab 1.7.2016: € 4,75 Mio.). Bereinigt um die Umsätze aus der Mehrheitsbeteiligung an der ARIVA.DE AG lag der Umsatzzuwachs bei +8%. Die Umsätze lagen damit leicht unter der im Geschäftsbericht 2016 veröffentlichten Prognose eines Umsatzwachstums von +20% bis +25% auf € 31,20 Mio. bis € 32,50 Mio.

Im Zuge des Ausbaus des Konzerns zu einem Technologieunternehmen haben wir unsere Investitionen in die Produktentwicklung signifikant erhöht und konnten 2017 wichtige Fortschritte hinsichtlich der Fertigstellung unserer Softwarelösungen machen. Entsprechend deutlich erhöhten sich die aktivierten Eigenleistungen auf € 2,37 Mio. (TEUR 396). So entwickeln wir unsere Cloud-Plattform COCKPIT neu und erweitern diese um zusätzliche Workflows. Ebenso enthalten ist die Cloud-Software der ARIVA.DE, die ARS-Workflows. Diese Software-Plattform wurde speziell für die umfangreichen Regelungen der PRIIP-Verordnung (Verordnung über Basisinformationsblätter für verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte), welche am 3.1.2018 in Kraft getreten ist, entwickelt. Außerdem wurde eine LEI- (Legal Entity Identifier) Vergabeplattform erstellt, welche die EQS Group AG für ihre Tätigkeit als akkreditierte LEI-Vergabestelle (LOU) nutzt. Im Zuge von MiFID II wird sich die Anzahl an Unternehmen erhöhen, welche eine LEI-Kennung zwingend benötigen (vgl. Kapitel „Forschung und Entwicklung“). In Summe stieg die Gesamtleistung (Umsatz plus aktivierte Eigenleistungen plus sonstige betriebliche Erträge) im Geschäftsjahr 2017 um +23% auf € 33,07 Mio. (Vorjahr: € 26,93 Mio.).

Im Kontext der Ausweitung des Geschäfts auf GRC erfolgte auch die Akquisition von 100% der Anteile der Integrity Line GmbH, Zürich, Schweiz, zum 1.1.2018. Die Integrity Line implementiert und betreut interne Hinweisgebersysteme ähnlich dem SAFE CHANNEL der EQS Group AG. Die Hinweisgebersysteme sind für eine Vielzahl von Unternehmen gemäß der SAPIN II Regulierung in Frankreich zwingend zu implementieren und werden in Deutschland vom Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlen.

“ Geschäftsverlauf im Überblick „

Entwicklung im Inland

Das Inlandsgeschäft verzeichnete 2017 einen deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse von +21% auf € 24,62 Mio. (€ 20,38 Mio.) und profitierte damit von einer Verschärfung der Finanzmarktregulierung in Europa. Dabei gibt es einen Basiseffekt aufgrund der anteiligen Konsolidierung der ARIVA.DE AG im Vorjahr (1.7.2016 – 31.12.2016). Wäre die ARIVA.DE AG bereits in 2016 für das ganze Jahr konsolidiert worden, läge der Umsatz des Vorjahres bei € 23,07 Mio. und der Anstieg entsprechend bei 7%.

Die EQS Group AG steigerte ihre Umsätze um +12% und erzielte damit das erwartete zweistellige Umsatzwachstum. Die im Juli 2016 in Kraft getretene europaweite Regulierung, die Marktmissbrauchsverordnung (MAR), hat zu einer Ausweitung bestimmter Meldepflichten wie Ad-hoc-Mitteilungen auf einen deutlich größeren Emittentenkreis geführt und den potenziellen Kundenkreis der EQS Group AG erhöht. Das 2016 eingeführte neue Softwaremodul im COCKPIT, der INSIDER MANAGER, konnte auch 2017 sehr erfolgreich vertrieben werden. Ebenso erhöhten sich infolge der MAR die Umsätze im Bereich der Nachrichtenverbreitung. Neben den Umsatzzuwächsen im Zusammenhang mit der MAR konnte der Bereich Reports & Webcasts ein deutliches Wachstum verzeichnen.

Die ARIVA.DE AG profitierte weiter von Aufträgen im Vorfeld des Inkrafttretens der PRIIP-Verordnung. Aufgrund höherer Projektumsätze 2016 gegenüber 2017 und der Priorisierung der Softwareentwicklung für das ARS-COCKPIT im Jahresverlauf gingen die Umsätze 2017 leicht auf € 7,36 Mio. zurück (-1%). Die anteilig konsolidierten Umsatzerlöse (1.7.2016 – 31.12.2016) betrugen 2016 € 4,75 Mio. von € 7,44 Mio. für das Gesamtjahr. Trotz des Wachstums bedingt durch den Basiseffekt der Konsolidierung lagen die Umsätze unterhalb der Erwartungen.

Unsere Tochtergesellschaft EQS Financial Markets & Media GmbH verzeichnete nach einem schwachen Jahresstart, der von einer niedrigen Emissionsaktivität bei Anleihen und Aktien geprägt war, im Jahresverlauf wieder eine leichte Erholung blieb jedoch mit einem Umsatz von TEUR 344 hinter dem Vorjahr (TEUR 524) zurück und damit unter den Erwartungen (Umsatzerholung).

Bedingt durch die hohen Aufwendungen in die Infrastruktur- und die Produktentwicklung in Deutschland lag das Non-IFRS EBIT im Inland mit € 1,70 Mio. unter der Vorjahresperiode (€ 3,57 Mio.). Das EBITDA lag bei € 2,84 Mio.

Entwicklung im Ausland

Im Ausland liegt der Fokus auf den Märkten, die umfassend reguliert werden. Zu diesen Kernmärkten zählen wir UK, Frankreich, Schweiz und die USA.

Unsere Tochtergesellschaft EQS Group Ltd. (UK) konnte 2017 einen deutlichen Umsatzanstieg von +35% auf TEUR 473 verzeichnen. Damit war der Anstieg geringer als die erwartete Verdopplung für 2017. Das Wachstum ist wesentlich auf den INSIDER MANAGER und unseren Newswire-Service zurückzuführen.

In Frankreich verzeichnete die 2017 gegründete EQS Group SAS nennenswerte Vertriebserfolge. Mittlerweile zählen wir eine Vielzahl an CAC 40-Kunden in Frankreich, welche unseren INSIDER MANAGER nutzen. Darüber hinaus konnten wir unmittelbar nach der Zulassung zum PIP (Primary Information Provider) bereits den ersten Kunden für unseren Newswire-Service in Frankreich gewinnen. Ebenso konnten wir bereits erste Kunden für unsere Whistleblowing-Lösung gewinnen. Die ersten nennenswerten Umsätze sind für 2018 zu erwarten.

Unsere Schweizer Gesellschaft erzielte einen leichten Umsatzrückgang von -6% auf € 2,02 Mio. (Vorjahr: € 2,15 Mio.). Während sich das Geschäft im Bereich der Nachrichtenverbreitung und bei digitalen Geschäftsberichten stabil entwickelte, sank die Anzahl an Websiteprojekten im Vergleich zum Vorjahr. Damit lag die Gesellschaft unterhalb der Erwartungen (einstelliges Umsatzwachstum), was schwerpunktmäßig auf einen vorgezogenen Managementwechsel zurückzuführen ist.

In den USA konnten wir 2017 eine zweistellige Anzahl an Kunden gewinnen, darunter viele, die unseren Newswire-Service nutzen (Umsatzerlöse: TEUR 82). Mit dem Kauf von knapp 10% der Anteile an der Issuer Direct Corporation, Morrisville, North Carolina, USA, stärken wir zusätzlich die Kooperation im Newswire-Bereich und in unserem globalen Mediennetzwerk.

Unsere Tochtergesellschaft EQS Group FZ-LLC in den Vereinigten Arabischen Emiraten erwirtschaftete 2017 ebenfalls erstmalig nennenswerte Umsätze von TEUR 124 und lag damit im Rahmen der Erwartungen.

In Russland erzielte die EquityStory RS 2017 ein Umsatzwachstum von +26% auf TEUR 916 bei deutlich überproportionaler EBIT Entwicklung. Dieses Wachstum ist insbesondere auf die Produkte digitale Geschäftsberichte und Webcasts zurückzuführen. So hat sich die Gesellschaft auf der Umsatzseite im Rahmen der Erwartungen entwickelt.

Unser Ziel in Asien für 2017 war das Erreichen des operativen Break-Even (gemessen am erzielten Non-IFRS EBIT), was auch erreicht werden konnte. Der Fokus wurde daher im Jahresverlauf auf profitable Produkt- und Kundenbereiche gelegt. In diesem Kontext verzeichnete der asiatische Teilkonzern EQS Asia Ltd. 2017 einen Umsatzrückgang um -14% auf € 2,11 Mio. (€ 2,45 Mio.). Gleichzeitig führte ein geringerer Aufwand im Vergleich zur Vorjahresperiode zu einem positiven operativen Ergebnis (Non-IFRS EBIT).

Bedingt durch die Rückgänge in den beiden größten Auslandsmärkten Asien und Schweiz blieb das Auslandsgeschäft der EQS Group 2017 mit € 5,74 Mio. nahezu auf Vorjahresniveau (€ 5,68 Mio.). Der Anteil des Auslandsumsatzes (ausländische Gesellschaften) am Konzernumsatz sank aufgrund des Basiseffektes aus der Konsolidierung der ARIVA.DE AG gegenüber dem Vorjahr auf 19% (22%). Das Non-IFRS EBIT lag mit TEUR -585 aufgrund gleichzeitiger Aufbauinvestitionen in sechs Standorte, darunter der neu hinzugekommene Standort in Frankreich, unter Vorjahresniveau (Vorjahr: TEUR -289). Das EBITDA lag bei TEUR -489.

Die operativen Aufwendungen, darunter bezogene Leistungen, Personalaufwand, Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen, erhöhten sich in Summe überproportional um +35% auf € 32,72 Mio. (Vorjahr: € 24,27 Mio.) und damit deutlich stärker als in der ursprünglichen Planung bei Veröffentlichung der Geschäftszahlen 2016. Maßgeblich hierfür war der Mitarbeiterausbau, der Bezug von Programmierleistungen von Freelancern für die Produktentwicklung und damit verbundenen Infrastrukturaufwendungen (u.a. Personalvermittlung, IT) im Zuge der Investitionsoffensive.

Die größte Aufwandsposition, die Personalaufwendungen, stieg um +32% auf € 17,00 Mio. (€ 12,90 Mio.) und damit überproportional zu den Gesamterträgen. Im Jahresdurchschnitt beschäftigt e der Konzern weltweit 358 Mitarbeiter, was einem Anstieg von +38% entspricht (Vorjahr: 260 Mitarbeiter).

Die bezogenen Leistungen stiegen insbesondere durch den Anstieg der von Freelancern bezogenen Unterstützungsleistungen in der Produktentwicklung um +38% auf € 5,72 Mio. (Vorjahr: € 4,14 Mio.).

Die Abschreibungen erhöhten sich 2017 aufgrund der gestiegenen planmäßigen Abschreibung selbsterstellter Vermögensgegenstände sowie des Kundenstamms der ARIVA.DE AG um +33% gegenüber dem Vorjahr auf € 2,00 Mio. (€ 1,51 Mio.). Sämtliche erworbenen Kundenstämme werden planmäßig abgeschrieben.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen überproportional um +40% auf € 8,00 Mio. (Vorjahr: € 5,72 Mio.) an. Der Anstieg ist auf die erhöhten Investitionen und damit verbundener Infrastrukturaufwendungen, darunter Personalbeschaffung, IT, Miete aber auch Vertriebsaufwendungen, zurückzuführen.

Das Non-IFRS EBIT, das EBIT vor einmaligen Akquisitionskosten (TEUR 71), Kaufpreisallokation (TEUR 0) sowie planmäßigen Abschreibungen auf erworbene Kundenstämme (TEUR 696) sank infolge des höheren Gesamtaufwands entsprechend um -66% auf € 1,11 Mio. (Vorjahr: € 3,28 Mio.). Das Non-IFRS EBIT liegt damit wesentlich unterhalb der Planung zu Jahresbeginn (Erwartung: +10% bis +20%). Dies wurde mit Blick auf die strategische Entscheidung zur Erschließung des Geschäftsfelds Governance, Risk & Compliance und die damit verbundene Investitionsoffensive bewusst in Kauf genommen. Das EBIT sank um -87% auf TEUR 346 (Vorjahr: € 2,66 Mio.). Das EBITDA lag bei € 2,35 Mio.

Wechselkursveränderungen des Euro (EUR) zum Hong Kong Dollar (HKD) sowie zum britischen Pfund (GBP) hatten 2017 eine negative Auswirkung auf das Finanzergebnis. Diese meist nicht zahlungswirksamen Verluste aus Währungsdifferenzen in Höhe von TEUR -822 resultieren hauptsächlich aus Bilanzpositionen der Muttergesellschaft in Relation zu den Tochtergesellschaften (u.a. Intercompany-Darlehen). Aufgrund des rein bewertungstechnischen Sachverhalts wird keine aktive Währungssicherung durchgeführt. Im Zuge der gegenseitigen Optionsvereinbarung mit den Minderheitsaktionären (Wirkung zum 1.1.2017) ergibt sich für die Kaufoption der EQS Group AG zudem ein finanzieller Vermögenswert der Kategorie Fair Value through Profit and Loss in Höhe von TEUR 659. Ebenso ergibt sich eine Finanzverbindlichkeit aus dem Andienungsrecht der Minderheitsaktionäre. In Summe führte dies 2017 zu einem negativen Finanzergebnis von TEUR -285. Für 2016 ergab sich dagegen im Rahmen der Kaufpreisallokation der ARIVA.DE AG ein nicht zahlungswirksamer Aufwand aus der Ausbuchung der Beteiligung von TEUR 758, was ursächlich für das negative Finanzergebnis war (TEUR -888).

Trotz des geringeren Ergebnisses sank der Steueraufwand nur unterproportional auf TEUR 634 (Vorjahr: TEUR 960). Infolge dessen sank das Konzernergebnis 2017 auf TEUR -574 nach TEUR 814 im Vorjahr. Der Non-IFRS Konzernfehlbetrag betrug TEUR -218 (2016: Konzernüberschuss von € 1,44 Mio.).

( in Mio. € 2017 2016
EBIT 0,35 2,66
Kundenstammabschreibungen 0,70 0,6
Akquisitionskosten 0,07 0,13
Kaufpreisallokation 0,00 -0,11
Non-IFRS EBIT 1,11 3,28

“ Segmente „

Unser operatives Geschäft haben wir in zwei Segmente unterteilt. Im Bereich Regulatory Information & News (RI&N) sind Cloud-Produkte für die Compliance-Pflichten, Workflowlösungen sowie der Newswire-Service gebündelt. Das Segment Products & Services (P&S) bietet zusätzlich Media- und Weblösungen an. Sowohl das Segment Regulatory Information & News als auch das Segment Products & Services konnten im Vorjahresvergleich ihren Umsatz zweistellig steigern.

Segment Regulatory Information & News (RI&N)

Mit Inkrafttreten der EU-Marktmissbrauchsverordnung (MAR) am 3.7.2016 verschärften sich die Bestimmungen im Bereich der Meldepflichten und weiteten sich auf die Freiverkehrswerte in Europa aus. So sind in Deutschland die Emittenten des Freiverkehrs, darunter die neuen Segmente der Deutschen Börse Scale und Basic Board, von der Regulierung betroffen und verpflichtet, Ad-hoc-Mit-teilungen und Managers‘ Transactions zu veröffentlichen sowie umfassende Insiderlisten zu führen. Die Anzahl der Unternehmen im regulierten Markt sank zum Ende des Jahres um sechs auf 451 gegenüber Jahresbeginn, die in Scale und Basic Board lag bei 132 Unternehmen (-4 im Vergleich zum 1.3.2017).

Das über das COCKPIT verbreitete Nachrichtenvolumen stieg 2017 infolge der MAR um +9% auf 20.971 Nachrichten gegenüber der Vorjahresperiode. Vor allem die Ad-hoc-Mitteilungen legten im Zuge von MAR deutlich zweistellig zu. Neben der Nachrichtendistribution konnte im Rahmen der MAR der INSIDER MANAGER erfolgreich eingeführt und der Anteil an volumenunabhängigen Umsätzen im Segment RI&N erhöht werden. Durch den Basiseffekt der konsolidierten Umsätze bei ARIVA.DE (ab 1.7.2016) sowie der Umsatzbeiträge im Rahmen der MAR ergibt sich ein Umsatzanstieg des Segments RI&N um +18% auf € 11,62 Mio. (Vorjahr: € 9,87 Mio.).

Das Segment-EBIT sank um -45% auf TEUR 854 (Vorjahr: € 1,56 Mio.). Das Non-IFRS EBIT im Segment RI&N (vor anteiligen Kundenstammabschreibungen, Kaufpreisallokation & Akquisitionskosten) sank ebenfalls um -35% auf € 1,17 Mio. (Vorjahr: € 1,81 Mio.). Das EBITDA lag bei € 1,62 Mio. (Vorjahr: € 2,14 Mio.). Der Rückgang ist auf die hohen Investitionen in die Produktentwicklung und die Infrastrukturaufwendungen zurückzuführen. Bei der Entwicklung des neuen COCKPITs und dem Aufbau zusätzlicher Module sowie der Entwicklung des ARS-COCKPITs für die PRIIP-Verordnung durch ARIVA.DE wurden wesentliche Fortschritte erzielt und Eigenleistungen in Höhe von € 2,03 Mio. aktiviert.

Segment Products & Services (P&S)

Die Umsatzerlöse im Segment Products & Services, bestehend aus den Bereichen Reports & Webcasts, Websites & Platforms sowie Distribution & Media inklusive der Innenumsätze von TEUR 437 (Vorjahr: TEUR 544), stiegen 2017 um +15% auf € 19,17 Mio. (Vorjahr: € 16,73 Mio.). Ohne Innenumsätze lag die Steigerung bei +16%.

Durch den im Zuge der Mehrheitsübernahme von ARIVA. DE hinzugewonnenen Umsatz verzeichnete der Bereich Websites & Platforms einen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr um +9% auf € 7,78 Mio. (Vorjahr: € 7,10 Mio.).

Reports & Webcasts entwickelte sich ebenfalls erfolgreich und konnte einen Umsatzzuwachs um +15% auf € 8,08 Mio. (Vorjahr: € 7,02 Mio.) erzielen. So legten insbesondere der XML-Einreichungsservice beim Bundesanzeiger sowie der Bereich Webcasts zu.

Die Auftragslage im Bereich der Mediabuchungen hat sich nach einem schwachen Q1 2017 im Jahresverlauf wieder etwas erholt, blieb jedoch unter dem Vorjahreswert. Mit Konsolidierung der ARIVA.DE stiegen die Werbeumsätze im Portalbereich deutlich. In Summe verzeichnete der Bereich Distribution & Media damit einen Umsatzzuwachs von +48% auf € 3,05 Mio. (Vorjahr: € 2,06 Mio.).

Das Segment-EBIT ging auf TEUR -508 (Vorjahr: € 1,10 Mio.) zurück. Das Non-IFRS EBIT (vor anteiligen Kundenstammabschreibungen, Kaufpreisallokation & Akquisitionskosten) sank auf TEUR -59 nach € 1,48 Mio. im Vorjahr. Das EBITDA lag bei TEUR 726 (Vorjahr: € 2,03 Mio.). Auch im Bereich Products & Services stehen die globale Expansion und der Ausbau des Produktportfolios im Vordergrund. So wurden Eigenleistungen in Summe von TEUR 339 aktiviert, darunter die Entwicklung einer neuen Webcastplattform.

TEUR Regulatory Information & News Products & Services Konsolidierung Konzern
Segmenterlöse 11.620 19.172 -437 30.355
Sonstige betriebliche Erträge 128 215 0 343
Aktivierte Eigenleistungen 2.029 339 0 2.368
Operative Aufwendungen -12.153 -19.000 437 -30.716
EBITDA 1.624 726 0 2.350
Abschreibungen -770 -1.234 0 -2.004
EBIT 854 -508 0 346
Finanzaufwendungen /-erträge -168 -118 0 -286
Beteiligungsergebnis assoziierte Unternehmen 0 0 0 0
Segmentergebnis (EBT) 686 -626 0 60
Non-IFRS EBIT 1.172 -59 0 1.113

“ Vermögenslage „

Die Bilanzsumme stieg deutlich um +12% auf EUR 47,45 Mio. (EUR 42,40 Mio.), was in erster Linie auf die Kapitalerhöhung zurückzuführen ist. Die liquiden Mittel belaufen sich zum Stichtag auf € 6,37 Mio. (Vorjahr: € 6,61 Mio.). Während die Dividendenzahlung, die genannten Kredittilgungen sowie Anteilskäufe an der Issuer Direct Corp. zu einer Reduktion der Mittel führten, glich die Kapitalerhöhung sowie die Aufnahme von weiteren Darlehen diese weitestgehend aus. Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über vertraglich zugesicherte Betriebsmittellinien in Höhe von € 4,10 Mio., wovon TEUR 648 im Rahmen von Mietavalen und negativen Bankkonten genutzt werden.

Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Stichtag lediglich um +10% auf € 4,30 Mio. (Vorjahr: € 3,91 Mio.) und damit unterproportional zum Umsatz. Dies ist auf ein verbessertes Forderungsmanagement bei ARIVA.DE und auf den Anstieg der Kundenvorauszahlungen unter anderem bei Softwarelizenzen zurückzuführen. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte erhöhten sich in der Berichtsperiode durch die Anteilskäufe sowie durch die Call Option auf den Kauf der restlichen Anteile an der ARIVA.DE AG von € 1,25 Mio. auf € 6,12 Mio.

Die immateriellen Vermögenswerte lagen zum 31.12.2017 nahezu unverändert bei € 26,66 Mio. (Vorjahr: € 26,31 Mio.). Die Anteilsaufstockung bei ARIVA.DE führte zu keiner Änderung, da diese bereits zum 31.12.2016 vollkonsolidiert im Konzernabschluss berücksichtigt war.

In den immateriellen Vermögenswerten enthalten sind akquirierte Kundenstämme mit einem Buchwert zum 31.12.2017 von € 8,06 Mio., welche über 15 Jahre linear abgeschrieben werden, sowie selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von € 3,00 Mio. Sämtliche durch die Kapitalkonsolidierung entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte der akquirierten Unternehmen wurden zu 100% aktiviert. Das Sachanlagevermögen lag zum 31.12.2017 bei EUR 2,05 Mio. und damit abschreibungsbedingt um 4% von niedriger als im Vorjahr (EUR 2,14 Mio.).

Das Eigenkapital erhöhte sich insbesondere durch die Kapitalerhöhung zum 31.12.2017 um +16% auf € 29,63 Mio. (Vorjahr: € 25,22 Mio.). Die Aufstockung des Anteils an ARIVA.DE zum 1.1.2017 auf 67,5% führte dagegen zu einer Reduzierung der Minderheitenanteile auf € 1,92 Mio. (€ 2,97 Mio.). Der Bilanzgewinn sank ausschüttungs- und verlustbedingt zum 31.12.2017 auf € 6,30 Mio. (€ 9,92 Mio.). Die Eigenkapitalquote stieg insbesondere durch die Kapitalerhöhung auf 62% (Vorjahr: 59%).

“ Finanzlage „

Der Konzern bedient sich für die Steuerung der Liquidität einer mehrstufigen Planung. So besteht eine 3-monatige Kurzfristliquiditätsplanung sowie rollierende 36-Monatsplanungen für den Konzern. Aufgrund des noch geringen Umfangs an Fremdwährungsumsätzen (15% bis 20%) überwiegend in Hartwährungen (CHF, GBP, USD, HKD) sowie vorwiegend Aufwendungen in lokaler Währung wird gegenwärtig auf Wechselkurssicherungsgeschäfte verzichtet.

Trotz der hohen Tilgungsleistungen in 2017 stiegen die kurzfristigen und langfristigen finanziellen Schulden der EQS Group AG im Zuge der Neukreditaufnahme (Darlehen für den Kauf weiterer 16% der Anteile an ARIVA.DE AG sowie für den Kauf einer Beteiligung von knapp 10% an der Issuer Direct Corporation) sowie der Finanzverbindlichkeit aus dem Andienungsrecht der Minderheitsaktionäre der ARIVA.DE AG um +12% auf € 10,37 Mio. (Vorjahr: € 9,22 Mio.). Sämtliche Darlehen wurden mit einem fixen Zins zwischen 1,00% und 2,57% abgeschlossen und sehen eine Volltilgung bei Restlaufzeiten von 6 Monaten bis 5 Jahren vor. Im Rahmen der Darlehensverbindlichkeiten sind Kennzahlen hinsichtlich des Verschuldungsgrades des Konzerns (Net Debt/EBITDA) sowie ein Verschuldungsverbot für Tochtergesellschaften, bei denen ein Anteil von mindestens 75% besteht, einzuhalten. Es wurden ausschließlich Darlehen in Euro aufgenommen.

In Bezug auf die Angaben zum Bestand und Erwerb eigener Aktien (§ 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG) verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang unter 29.

“ Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen „

Wie auch in den vergangenen Jahren leisteten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahr 2017 hervorragende Arbeit. Die Expertise und Erfahrung, aber auch die hohe Motivation und der herausragende Teamgeist unserer Mitarbeiter bilden die Grundlage für den nachhaltigen Erfolg der EQS Group AG.

Um das große Engagement unserer Mitarbeiter zu honorieren, setzt sich bei einer Vielzahl der Beschäftigten das Gehalt aus einem Fixum und einer ergebnis- und leistungsorientierten, variablen Gehaltskomponente zusammen. Die Höhe des variablen Anteils am Gehalt ist von der Stellung im Unternehmen und dem Tätigkeitsbereich abhängig.

Im Jahresdurchschnitt (2017) beschäftigte der Konzern 358 Mitarbeiter (2016: 260). Zum Bilanzstichtag 31.12.2017 stieg die Zahl der festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahr von 319 auf 387. Somit hat sich der Personalbestand in der Stichtagsbetrachtung um +21% erhöht.

Der Mitarbeiteraufbau stellt einen Teil der Investitionen in unser internationales Netzwerk, in unser Produktportfolio sowie in Organisation und Prozesse dar. Diese Investitionen dienen unserer Wachstumsstrategie und sind zwingend erforderlich, um mit der EQS Group in eine neue Größenklasse zu wachsen.

Der Mitarbeiteraufbau im Bereich Entwicklung ist insbesondere für die Erstellung unserer neuen Produkte notwendig. In München haben wir die Zahl an Entwicklern auf 60 (+18) aufgestockt, ebenso haben wir unseren Technologiestandort in Kochi auf 44 Mitarbeiter (+17) weiter ausgebaut. Um die Chancen durch die neuen Regulierungen in Europa und die Erweiterung des Geschäftsbereichs noch besser zu nutzen, haben wir das Management und die Verwaltung auf 50 Mitarbeiter (+9) sowie den Vertrieb auf 46 Mitarbeiter (+4) weiter erhöht. Darin enthalten sind auch die Mitarbeiter der neu gegründeten Tochtergesellschaft EQS Group SAS in Frankreich (2 Mitarbeiter).

Development Marketing/ Vertrieb Data Services Management/ Administration Design/ Content Newsroom/ ERS-System Gesamt
31.12.2017 189 46 35 50 59 8 387
31.12.2016 144 42 26 41 60 6 319

“ 400 Mitarbeiter! Schön, Euch an Bord zu haben!“ 400 Und das Wachstum geht weiter: eqs.com/jobs

“ Prognosebericht „

Das Wachstum der Weltwirtschaft 2018 gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird gemäß des im Januar 2018 veröffentlichten Halbjahresberichts der Weltbank mit +3,1% wieder auf dem Niveau von 2017 (Prognose: +3,0%) erwartet. So geht die Prognose von einem leicht geringeren Wachstum in den Industrieländern und dafür einer Steigerung in den Schwellenländern aus. Dies wird insbesondere mit der Erholung der rohstoffexportierenden Länder begründet. Während für China ein geringeres Wachstum erwartet wird, sollten Indien und andere asiatischen Länder weiter zulegen können.

Potentielle Risikofaktoren stellen die weiterhin bestehenden politischen Unsicherheiten wie der Brexit oder die Syrienkrise dar, aber auch eine Rückkehr der Unsicherheit an den Finanzmärkten oder der europäischen Schuldenkrise infolge eines abrupten Zinsanstiegs. Insgesamt wird das Risiko eine Abschwächung des Wachstums oder sogar einer Rezession als geringer im Vergleich zu 2017 eingeschätzt.

In Summe erwarten wir durch die makroökonomische Lage 2018, wie auch im Vorjahr, keine kurzfristigen Impulse für die Geschäftsentwicklung der EQS Group AG im Ausland. Vielmehr sollten wir auch 2018 wesentlich von Geschäftschancen profitieren, welche sich aus der neuen Regulierung in Europa ergeben.

Für die deutsche Wirtschaft erwartet die Deutsche Bundesbank im Jahr 2018 in ihrer Jahreswirtschaftsprognose vom Dezember 2017 ein Wachstum des BIP von +2,5% und damit auf ähnlichem Niveau wie 2017. Diese Wachstumsprognose lässt sich insbesondere auf die günstige Arbeitsmarktlage und die Zuwächse der realen verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte zurückführen. Die aussichtsreiche Wirtschaftsentwicklung stimmt uns für die kommenden Jahre positiv. Am inländischen Aktienmarkt erwarten wir für 2018 eine verbesserte IPO-Dynamik mit bis zu 20 Börsengängen. Ebenso gehen wir nicht von einer nennenswerten Anzahl an Delistings aus. In Deutschland profitieren wir 2018 wesentlich von der europäischen Marktmissbrauchsverordnung, aber auch von weiteren europäischen Regulierungen wie MiFID II. Durch die strategische Erweiterung des Kerngeschäfts um das angrenzende Geschäftsfeld Governance, Risk and Compliance (GRC) ergibt sich zusätzliches Umsatzpotenzial. Das erste reine Compliance-Produkt stellt dabei die Whistleblowing-Lösung INTEGRITY LINE dar.

Unter diesen Rahmenbedingungen plant der Vorstand für das Geschäftsjahr 2018 daher mit einem Umsatzanstieg von 19% bis 24% auf dann € 36,0 Mio. bis € 37,6 Mio.

Für das Segment Regulatory Information & News wird für das Geschäftsjahr 2018 ein Umsatzplus von +35% bis +40% prognostiziert. Dieses ergibt sich aus den bereits 2016 unterschriebenen Lizenzverträgen für den INSIDER MANAGER. Zusätzlich konnten sukzessive weitere Neukunden für Meldepflichten infolge der Marktmissbrauchsverordnung (MAR) gewonnen werden und auch für 2018 besteht deutliches Wachstumspotenzial. Ebenfalls ergeben sich nennenswerte Umsatzwachstumsimpulse durch Neukunden für unsere Whistleblowing-Lösung INTEGRITY LINE sowie aus dem Geschäft als LEI-Vergabestelle.

Ein Umsatzwachstum von +10% bis +20% erwarten wir für das Segment Products & Services. Diese Steigerung ist insbesondere auf das geplante Wachstum im Bereich XML und Webcasts zurückzuführen.

Die Erweiterung des Kerngeschäfts um das angrenzende Geschäftsfeld GRC und damit einhergehend die Investitionsoffensive zum Ausbau des Konzerns in ein Technologieunternehmen führt in 2018 zu einer temporären Ergebnisbelastung. So erwarten wir für 2018 ein EBITDA zwischen € 1,50 Mio. und € 2,10 Mio. (2017: € 2,35 Mio).

Auf Basis der Investitionen planen wir mit Blick auf die Fünfjahresperiode von 2018 bis 2022 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum (CAGR) von +15% bis +20%. Dies führt aufgrund des skalierbaren Geschäfts zu einem überdurchschnittlichen jährlichen EBITDA Anstieg und damit mittelfristig deutlich zweistelligen operativen Margen. Die EQS Group wird weiterhin den Grundsatz einer konservativen und risikobewussten Treasury-Politik verfolgen. Kapitalerhöhungen oder die Aufnahme von Fremdkapital werden nur für den Fall von Akquisitionen oder damit verbundenen Folgeinvestitionen in Betracht gezogen.

Neben den finanziellen Leistungsindikatoren messen wir die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit mindestens alle zwei Jahre. Für 2018 erwarten wir eine gleichbleibend hohe Mitarbeiterzufriedenheit (2017: 4,26 von 5 erreichbaren Stufen). Bei der Kundenzufriedenheit erwarten wir für 2018 ebenso eine stabil bleibende, hohe Zufriedenheit (2017: 94% der Teilnehmer (124) vergaben die Note 1 oder 2 von insgesamt 6 Schulnoten; 1 stellt die beste und 6 die schlechteste Note dar).

“ Risikobericht „

Die Risikopolitik der EQS Group ist integraler Bestandteil der Unternehmenspolitik. Unser Ziel ist es, den Unternehmenswert bei möglichst dauerhaft angemessenen Renditen kontinuierlich zu steigern. Da die Verfolgung des Ziels unmittelbar mit potenziellen Risiken verbunden ist, stellt der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken den wesentlichen Grundsatz unserer Risikopolitik dar.

Systematisches Risikomanagement zur frühzeitigen Erkennung und Bewertung von Risiken sowie die Nutzung entsprechender Maßnahmen zur Risikoreduzierung wird als fortwährende Aufgabe des Vorstands und Führungsaufgabe in jedem Unternehmensbereich angesehen. Die Risikopolitik des Konzerns berücksichtigt auch, dass die Bereitschaft, Risiken einzugehen, eine notwendige Voraussetzung zur Nutzung von Chancen ist.

Das unternehmensinterne Steuerungssystem

Aufbau und Organisation der EQS Group erfolgen nach dem Prinzip „structure follows strategy“. Fortlaufende Anpassungen der Organisationsstruktur gewährleisten hierbei eindeutige Zuständigkeiten. Damit werden Verantwortlichkeiten innerhalb des Überwachungs-, Planungs- und Steuerungssystems klar definiert. Das Überwachungs- und Planungssystem besteht im Wesentlichen aus den folgenden Komponenten:

Wöchentliche Sitzungen auf Vorstandsebene

Wöchentliche Abteilungs- und Teammeetings

Monatliches Management-Informations-Berichtswesen

Rollierende Monatsplanung/Liquiditätsentwicklung auf Konzernebene

Risiko- und Chancenmanagement

Das Steuerungssystem orientiert sich an Umsatzplanungen, an Zielsetzungen für EBIT und EBIT-Margen. Die Planung für die vier darauffolgenden Geschäftsjahre erfolgt anhand von prozentualen Steigerungssätzen. Die Annahmen für die Umsatzplanung werden auf Unternehmensebene durch den Bereich Vertrieb an die Finanzabteilung und den Vorstand geliefert, dort kritisch gegengeprüft und in den Gesamtplanungszusammenhang gestellt. Die relevanten Aufwandspositionen werden durch die Finanzabteilung auf Basis der historischen Daten des Rechnungswesens und Informationen der Kostenstellenverantwortlichen geplant und im Anschluss mit dem Vorstand abgestimmt. Auf externer Marktebene fließen Regulierungsvorhaben, Kapitalmarktaussichten und Branchentrends ein. Wesentliche ergebnisrelevante Veränderungen innerhalb einer Komponente werden in Form einer Sofortberichterstattung direkt zwischen der Geschäftsführung und den Geschäftsbereichsleitern kommuniziert. Die Organisationsstruktur und die Elemente des Steuerungssystems bilden somit einen ganzheitlichen Mechanismus zwischen strategischen und operativen Unternehmensebenen.

Risikomanagement-System

Die Risikoidentifikation erfolgt unter Einsatz von Kapitalmarkt-, Markt- und Wettbewerbsanalysen, von engen Kontakten zu Emittenten, Institutionen, Partnern und Lieferanten sowie durch intensive Zusammenarbeit von Vorstand und dem Risikoverantwortlichen mit den jeweiligen Geschäftsbereichsleitern.

Durch Erhebung potenzieller Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie Schadenshöhen und die damit mögliche Allokation von notwendigem Risikokapital werden die identifizierten Risiken bewertet. Mit der fortlaufenden Entwicklung und Anwendung adäquater Maßnahmen und entscheidungsrelevanter Kontrollinstrumente können Risiken systematisch und gezielt entgegengewirkt und Chancen konsequent genutzt werden.

Spezifische Zielsetzungen bilden ein systematisches und effizientes Steuerungsinstrument, bei dem das operative Management einen entscheidenden Beitrag zur Früherkennung, Analyse und Kommunikation potenzieller Risiken leisten kann und muss. Durch regelmäßige Berichterstattung informieren die Geschäftsbereichsleiter über Veränderungen der jeweiligen Risikosituation.

In regelmäßigen Abständen, mindestens jedoch einmal pro Jahr, werden die Risiken durch einen Risikoverantwortlichen in einem Risikokatalog zusammengefasst und dem Vorstand zur Prüfung vorgelegt. Dieser liefert dem Vorstand eine kontinuierliche und aktuelle Einschätzung der Gesamtrisikosituation und bietet die Möglichkeit, Anpassungen der getroffenen Maßnahmen vorzunehmen, um somit Schäden möglichst zu vermeiden beziehungsweise die im Schadenfall entstehenden Kosten zu minimieren.

Erhebung der Bedeutung Von welcher Bedeutung ist ein Schadensfall des Einzelrisikos?
extrem gering (Note 1) sehr gering (Note 2) gering (Note 3) hoch (Note 4) sehr hoch (Note 5) extrem hoch (Note 6)
Schadenspotenzial (TEUR) bis 10 10-25 25-75 75-250 250-1.000 ab 1.000
Erhebung der Wahrscheinlichkeit Wie wahrscheinlich ist der Schadenseintritt?
in % extrem gering (Note 1) sehr gering (Note 2) gering (Note 3) hoch (Note 4) sehr hoch (Note 5) extrem hoch (Note 6)
Häufigkeit des Eintritts 0,10% max. alle 5 Jahre 0,50% 1-3 Jahre 1% jährlich 1,75% quartalsweise 5% monatlich 25% mehrmals pro Monat

Für die Risikoberechnungen verwendete Skalierungen:

Bezeichnung Note Volumen
(€)
Wahrscheinlichkeit
extrem gering 1 10.000 0,10%
sehr gering 2 25.000 0,50%
gering 3 75.000 1%
hoch 4 250.000 1,75%
sehr hoch 5 1.000.000 5%
extrem hoch 6 5.000.000 25%

Umfeldrisiken

Die langfristige Entwicklung der EQS Group AG wird maßgeblich von den volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Märkten im In- und Ausland beeinflusse Dabei spielen konjunkturelle Entwicklungen, gesetzliche Rahmenbedingungen und ganz besonders die Kapitalmarktentwicklungen eine Rolle. Die für 2016 bereits für Verunsicherung bei den Markteilnehmern führende Brexit-Abstimmung hatte keine negativen Effekte für das Geschäft der EQS Group AG. Generell wird die Regulierung im Finanzmarkt in UK weiterhin vergleichbar hoch bleiben. Durch eine Stabilisierung der politisch-rechtlichen Entwicklung in Russland und Asien konnte die Wahrscheinlichkeit weiter auf sehr gering herabgesetzt werden.

Im Bereich der gesetzlichen Rahmenbedingungen führte das Inkrafttreten der Marktmissbrauchsverordnung in der Europäischen Union im Juli 2016 zu einer wesentlichen Verschärfung der Meldepflichten und Ausweitung auf weitere Emittenten. Das Inkrafttreten der EU-weiten Pflicht zur Bereitstellung von standardisierten Produktinformationsblättern durch die Finanzdienstleistungsindustrie (PRIIP), für welche die ARIVA. DE AG technologische Lösungen erstellt, wurde zum 3.1.2018 wirksam. Infolgedessen hat sich auch der potenzielle Kundenkreis sowie das Angebotsportfolio der EQS Group weiterhin erhöht und damit der Umsatz mit Bestandskunden sowie die Kundenanzahl. Im Zuge der europäischen Regulierungsinitiativen wurde das Produktportfolio (z.B. INSIDER MANAGER, LEI, PRIIP-KID) deutlich ausgebaut und die marktführende Position in der D-A-CH-Region gefestigt. In Europa wurden zudem Marktanteile hinzugewonnen.

Daher ist das Risiko der EQS Group AG im Bereich Markt und Branchenentwicklung weiter mit gering zu bewerten, jedoch steigt die potentielle Schadenshöhe durch Unternehmenswachstum und -größe auf extrem hoch an.

Durch die Ausweitung des Geschäfts auf den Bereich Governance, Risk & Compliance (GRC, folgend auch Compliance) sowie den Vertrieb von Software für den Bereich Investorenkommunikation (u.a. Datenbanken, Mailings) steigt der Anteil an konjunkturunabhängigen Einnahmen. Mit der Akquisition der Integrity Line wurde das Produktportfolio für Compliance-Lösungen durch ein Hinweisgebersystem weiter ausgebaut, was das Marktrisiko ebenfalls diversifiziert.

Das Wettbewerbsrisiko, insbesondere über niedrigere Preise, stellt für die EQS Group als Qualitätsführer ein wesentliches Risiko dar. Unser Angebot von Produktbündeln und unsere hohe Reputation im Markt ermöglichen uns, Preise zu verteidigen und für den Kunden einen gebündelten Mehrwert zu liefern. Durch neue Lösungen (z.B. INSIDER MANAGER) konnte der Kundennutzen des Produktbündels weiter erhöht und die Kundenbindung gestärkt werden. Daher wird das Wettbewerbsrisiko weiter als stabil eingestuft.

Die Unternehmensgröße sowie der Eintritt in den GRC Markt bringen generell ein erhöhtes Risiko mit sich, für die Zukunft jedoch sehen wir einen weiteren Ausbau der klaren Differenzierung zu den Wettbewerbern sowohl im D-A-CH-Raum als auch global. Vor diesem Hintergrund haben die Umfeldrisiken 2017 gegenüber dem Vorjahr in Summe zugenommen.

Unternehmensspezifische Risiken

Unter dem Begriff Unternehmensspezifische Risiken werden Risiken wie Wachstums-, Produkt-, Leistungs-, Steuer- und Personalrisiken zusammengefasst.

Risikopotenziale ergeben sich vorrangig in den Bereichen der strategischen Entwicklung, Neukundengewinnung sowie der Entwicklung von Kernkompetenzen und Individualleistungen im Compliance-Markt. Die Analyse unternehmensspezifischer Risikofaktoren im Berichtszeitraum ergab im Vergleich zum Vorjahr ein höheres Risikoniveau.

Die vielzähligen Wachstumsaktivitäten der EQS Group werden unter Verwendung von Marktrecherchen, Business Case-Berechnungen und umfassenden Austausch zwischen Vertrieb, Entwicklung sowie Management geprüft und dann umgesetzt. Hier ergab sich bei der Risikobetrachtung gegenüber dem Vorjahr eine erhöhte Risikosituation.

Die Internationalisierungsstrategie der EQS Group ist fortgeschritten, es sind keine weiteren Standorte in Planung. Der Break-even ist an den ausländischen Standorten nach circa 5 Jahren zu erwarten, die 2017 gegründete EQS Group SAS (Frankreich) ist in diesem Kontext die letzte bestehende Einheit, die 2022 den Break-even erwartet. Somit reduzieren sich sukzessive die Verluste aus der Auslandsexpansion in den kommenden Jahren. Dadurch ist die bestehende Bewertung der Schadenswahrscheinlichkeit mit hoch ausreichend.

Die Marktposition konnte im Kernmarkt Digital Investor Relations durch Ausweitung der Geschäftsbeziehung mit bestehenden Kunden sowie dem signifikanten Neukundenzugewinn infolge des Inkrafttretens der Marktmissbrauchsverordnung deutlich verbessert werden. Gleichzeitig sind die Umsätze mit den Kunden in hohem Maße diversifiziert: 95% unserer Kunden repräsentieren einen Umsatzanteil von unter einem Prozent und in keinem Fall übersteigt der Umsatzanteil eines einzelnen Kunden fünf Prozent des Gesamtumsatzes. Durch den Einstieg in den Compliance-Markt und weiterer Regulierungen in Europa (u.a. MiFID II, SAPIN II) bietet sich weiteres Neukundenpotenzial, auch bei nichtbörsennotierten Kunden. Der Compliance-Markt wächst zudem laut Gartner in den kommenden Jahren um 13,4% und damit deutlich schneller als der IR-Markt.

Aufgrund der Unternehmensgröße infolge des Wachstums 2017 ist die potentielle Schadenshöhe jedoch in die größte Kategorie einzuordnen.

Durch die Akquisition der Integrity Line zum 1.1.2018 steigt das daraus resultierende Integrations- und Strategierisiko auf ein extrem hohes Niveau. Das Umsatzwachstum und umfassende Investitionen in neue Produkte, Geschäftsbereiche und geographische Märkte erhöhen zudem die Komplexität des Managements der EQS Group. Um der erhöhten Komplexität Rechnung zu tragen werden sukzessive weitere Kontrollstrukturen, wie z.B. ein monatliches Reporting an den Aufsichtsrat, quartalsweise Review-Meetings der einzelnen Gesellschaften sowie die Einführung eines Kostencontrollings eingeführt. Insgesamt ergibt sich durch das Unternehmenswachstum eine größere Komplexität der Steuerung der Integration und der Strategie und damit steigt das Risiko.

Die umfangreiche Neuentwicklung der COCKPIT-Plattform, Produktanpassungen im Rahmen unserer globalen Expansion sowie Neuprodukte für den Compliance-Markt, führt zu einer erhöhten Risikobewertung im Bereich Produkt- und Leistungsrisiken im Vergleich zum Vorjahr. Die Schadenswahrscheinlichkeit sinkt dagegen, da die Entwicklungsschwerpunkte auf standarisierte Cloud-Software anstelle von Projektleistungen für Einzelkunden liegen. Die Akquisition von Integrity Line reduziert das Risiko zusätzlich.

Der Bedarf an Fachkräften sowie die steigende Anzahl an Schüsselmitarbeitern im Konzern sorgen weiterhin für eine Risikosituation im Personalbereich. Die Risikowahrscheinlichkeit bezüglich des Verlustes von Schlüsselpersonen ist jedoch im Vergleich zum Vorjahresniveau als geringer zu bewerten, da an Schlüsselstellen mehr Vertreter eingeführt wurden. Auch der Fachkräftemangel im Bereich IT ist in Deutschland weiterhin akut zu spüren. Gleichzeitig reduziert sich die Abhängigkeit vom deutschen Arbeitsmarkt und damit das Konzernrisiko durch den kontinuierlichen Ausbau des Technologiestandorts in Indien weiter. Das Sprachrisiko ist im Bereich der IT nicht wesentlich, da sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache kommuniziert werden kann.

Im Bereich der informationstechnischen Risiken ergibt sich im Betrachtungszeitraum ein erhöhtes Risikoniveau. Als Technologieunternehmen legen wir großen Wert auf die stetige Modernisierung unserer IT-Infrastruktur, um die Faktoren Sicherheit, Hochverfügbarkeit und Geschwindigkeit zu optimieren und effiziente Arbeitsprozesse abzubilden. Daneben arbeiten wir fortlaufend an der Verbesserung bestehender IT-Prozesse, was das Risiko reduziert. Das internationale Ausrollen dieser Infrastruktur im Rahmen der globalen Expansion erhöht dagegen das Risiko, da dies aufgrund der gestiegenen Anzahl der Tochtergesellschaften eines umfassenderen Rollouts bedarf.

Die Risikosituation für den Bereich Systemrisiken hat sich im Vergleich zum Vorjahr daher nicht verändert. Dagegen haben wir im Bereich Datensicherheit und Schutzrechte die Risikobewertung erhöht, nachdem die EQS bedingt durch das Unternehmenswachstum immer weiter in den Fokus für Angriffe auf die Serverinfrastruktur gerät. So wurden 2017 weitere Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, um unsere Systeme noch besser vor externen Angriffen zu schützen. Vertragliche Haftungsrisiken aus Fehlfunktionen der Software-Module bestehen nicht.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Die Finanzrisiken haben sich für die EQS Group im vergangenen Jahr reduziert. Darunter fallen die Investitionsrisiken, Liquiditätsrisiken, Kreditrisiken sowie Zahlungsausfallrisiken, Haftungsrisiken, Wechselkurs- und Wertpapierrisiken.

Die Investitionsrisiken, das Rentabilitätsrisiko von Investments, sind infolge des Investitionsanstiegs gegenüber dem Vorjahr weiter als sehr hoch zu bewerten. Umfassende Erfahrungen innerhalb oder in angrenzenden Bereichen unseres operativen Geschäfts und eine Softwareentwicklung, die sich eng an den Kundenbedürfnissen orientiert helfen uns jedoch dabei, die Investitionsrisiken einzuschätzen und weiterhin vergleichsweise gering zu halten. Daher ist dieses Risiko im Betrachtungszeitraum stabil geblieben.

Die Wahrscheinlichkeit eines Liquiditätsrisikos ist gleichbleibend gering wie im Vorjahr. Es bestehen nicht ausgeschöpfte Kontokorrentrahmen von über € 3,45 Mio. Durch unser intensiviertes Forderungsmanagement konnten die Zahlungsausfälle auf Vorjahresniveau gehalten werden, das heißt, die Ausfallquote bezogen auf die Umsätze konnte weiter reduziert werden. Unser Risiko ist durch die relativ niedrigen Umsätze pro Einzelkunden und die im Marktvergleich hohe Bonität börsennotierter Unternehmen limitiert. Zur Risikominimierung werden zudem in einigen Bereichen Vereinbarungen zur Vorkasse sowie Kreditkartenzahlungen eingesetzt.

Das Risikopotenzial durch Wechselkursrisiken resultiert hauptsächlich aus Bilanzpositionen der Muttergesellschaft in Relation zu den Tochtergesellschaften (u.a. Intercompany-Darlehen) sowie aus dem Anteilserwerb der Issuer Direct Corp. Die Wechselkursrisiken der Intercompany-Darlehen reduzieren sich jedoch sukzessive durch das Erreichen der Profitabilität an internationalen Standorten (z.B. in Asien). Damit sinkt die Schadenswahrscheinlichkeit aus Fremdwährungsumsätzen.

Zusammenfassend sind keine finanzwirtschaftlichen Risiken bekannt, die zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Finanzlage des EQS Group führen könnten.

Sonstige Risiken

Beim Organisations- und Führungsrisiko hat sich das Dokumentationsrisiko in der potentiellen Schadenshöhe durch die Nutzung des unternehmensweiten Intranets als Dokumentations- und Knowledge-Sharing Plattform verringert. In Hinblick auf das Informations- und Kommunikationsmanagement steigt das Risiko begründet durch das Unternehmenswachstum in der Schadenshöhe auf extrem hoch an. Um dem Anstieg entgegenzuwirken, wurden weitere Kontrollmechanismen wie die Einführung des INSIDER MANAGERS und eines Incident Reportings implementiert.

Gesamtrisikosituation

Die Einschätzung des Gesamtrisikos für die EQS Group erfolgt auf Grundlage des Risikomanagementsystems. Durch die Kombination der eingesetzten Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme und der Quantifizierung des Risikos in Form von allokiertem Risikokapital sowie der Analyse von Risikokorrelationen kann zum heutigen Zeitpunkt eine realistische Aussage über die Gesamtrisikosituation der Aktiengesellschaft und deren Entwicklung getroffen werden.

Die gestiegenen Umfeldrisiken können in erster Linie Auswirkungen auf die Marktposition und den Vertriebserfolg und damit auf Umsatzziele haben. Der Anstieg bei den unternehmensspezifischen Risiken kann sowohl zu geringeren Umsätzen als auch höheren Aufwendungen als geplant führen. Die gesunkenen finanzwirtschaftlichen Risiken haben neben Auswirkungen auf den Geschäftserfolg auch eine Risikoverringerung des Solvenzrisikos zur Folge.

Das Gesamtrisiko der EQS Group ist zum Bilanzstichtag 31.12.2017 gemäß Risikokatalog um +22% gestiegen. Das absolute Risikoniveau gemessen am durchschnittlich benötigten Risikokapital ist auf TEUR 827 (Vorjahr: TEUR 677) angestiegen und bleibt damit auf einem hohen Niveau. Einerseits sind die hohen Risiken als Folge des Unternehmenswachstums, kontinuierlicher rechtlicher Änderungen und damit verbunden neuer Marktanforderungen im Rahmen der Gesamtstrategie unvermeidbar. Andererseits reduziert gerade die Expansion in neue Märkte und Produktstreuung die Abhängigkeit vom Heimatmarkt und sorgt sukzessive für eine Risikodiversifikation. Zum jetzigen Zeitpunkt sind darüber hinaus keine Risiken bekannt, die einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen könnten.

Zusammensetzung des benötigten Risikokapitals gemäß internem Risiko-Katalog (in TEUR):

Risikobereich 2017 2016 2015
Umfeldrisiken 205 101 141
Unternehmensspezifische Risiken 531 437 379
Finanzwirtschaftliche Risiken 91 140 103
Benötigtes Risikokapital 827 677 623

“ Chancenbericht „

Neben den Risiken werden auch regelmäßig die sich aus der Strategie ergebenden Chancen des Unternehmens bewertet. Diese unterteilen wir in die drei Kategorien: Chancen aus der Entwicklung von Rahmenbedingungen, unternehmensstrategische Chancen und leistungswirtschaftliche Chancen.

Chancen aus der Entwicklung von Rahmenbedingungen

Diese Chancenkategorie beschreibt Wertzuwachspotenziale, die auf günstigen Marktentwicklungen, auf Anpassungen von Gesetzgebungen sowie auf Änderungen des regulatorischen Umfelds oder Trends im Branchenumfeld sowie im Kundenverhalten beruhen.

Für das laufende Geschäftsjahr ergeben sich in diesem Bereich folgende Chancen:

Der Trend zu weiter steigenden Regulierungen für börsennotierte Unternehmen durch die Gesetzgeber, Regulierungsbehörden und Börsen führt zu zusätzlichem Umsatzpotenzial für die EQS Group AG. Eine verstärkte Überwachung und schärfere Sanktionen in Fällen der Marktmanipulation oder die Missachtung der Regularien durch die Finanzaufsichten BaFin und ESMA sind hierbei die wesentlichen Treiber. Das Chancenpotenzial ist unverändert hoch gegenüber dem Vorjahr. Das daraus resultierende Umsatzpotenzial liegt bei zusätzlichen Umsatzerlösen von TEUR 500 bis € 1,00 Mio. für 2018 durch die bestehenden Produkte.

Ebenso gibt es einen Trend zu steigender Regulierung im Bereich Governance, Risk und Compliance für Unternehmen. In diesem Bereich ist die EQS Group AG seit 2017 aktiv. Das Potenzial schätzen wir auf zusätzlich TEUR 500 bis € 1,00 Mio. für 2018. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch als gering einzustufen.

Im Bereich Investor Relations steigen die Anforderungen institutioneller Investoren an Unternehmen kontinuierlich. Daraus ergeben sich freiwillige „Best Practise“ Standards in der Investorenkommunikation. Dies führt zu der Chance einer steigenden Nachfrage bestehender Lösungen des Segments Products & Services der EQS Group AG. Die Wahrscheinlichkeit kann als sehr hoch eingestuft werden und führt zu einem zusätzlichen Umsatzpotenzial von TEUR 100 bis TEUR 500 für 2018.

Die Digitalisierung der Unternehmenskommunikation nimmt kontinuierlich zu und führt zu einer Verschiebung der Budgetanteile hin zu Digital. Ein Anstieg des Budgets für Digital Investor Relations ermöglicht zusätzliche Umsätze von TEUR 100 bis TEUR 500 in 2018. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies bereits in 2018 der Fall ist, ist als hoch einzustufen. Ein verstärktes Kundenbedürfnis nach einer umfassenden und integrierten Produktpalette für eine einheitliche und konsistente Kommunikation bietet der EQS Group AG die Chance, sich mit Produktbündeln von den Wettbewerbern zu differenzieren und Marktanteile zu gewinnen. Durch Marktanteilsgewinne sind zusätzliche Umsätze in Höhe von TEUR 100 bis TEUR 500 p.a. ab 2018 erzielbar. Die Wahrscheinlichkeit wird als hoch eingestuft.

Eine positive konjunkturelle Entwicklung in 2018 und daraus resultierend eine höhere Anzahl an erwarteten Börsengängen in Deutschland führt auch hier zu einem zusätzlichen Potenzial für 2018. Die Wahrscheinlichkeit wird als sehr hoch eingeschätzt, dass dies zu weiteren TEUR 100 bis TEUR 200 Umsatz führt.

Unternehmensstrategische Chancen

Unternehmensstrategische Chancen entstehen aus der Umsetzung von übergeordneten Konzernstrategien.

Die strategische Erweiterung der Plattformfunktionen und -module im Bereich Investor Relations um pro Kunde mehr Lösungen zu vertreiben, bietet mittelfristig ein hohes zusätzliches Umsatzpotenzial. Für 2018 wird jedoch noch nicht mit einem Umsatzbeitrag gerechnet. Ab 2019 werden mit hoher Wahrscheinlichkeit zusätzliche Umsätze erzielt, die von € 1,00 Mio. auf mittelfristig bis zu € 5,00 Mio. pro Jahr führen können.

Die Erhöhung des Anteils an Lizenzerlösen durch Erweiterung der Produktpalette um Compliance-Software führt zu einem höheren durchschnittlichen Umsatz je Kunde sowie zu Neukunden ab 2019. Hieraus sind mit einer hohen Wahrscheinlichkeit jährliche Umsatzerlöse von TEUR 500 bis € 2,50 Mio. möglich.

Auch die Gewinnung von weiteren Neukunden durch ausgeweitete gesetzliche Pflichten im Rahmen der Marktmissbrauchsverordnung ermöglicht mit hoher Wahrscheinlichkeit zusätzlich TEUR 100 bis TEUR 500 Umsatz in 2018.

Wachstumschancen bietet ebenso die verstärkte Vermarktung der Premium-Distribution im Segment Regulatory Information & News. Hier ist aufgrund des Marktpotenzials die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch 2018 weiteres Umsatzwachstum möglich ist. Die geschätzte Höhe liegt hier bei TEUR 100 bis TEUR 250 für 2018.

Leistungswirtschaftliche Chancen

Leistungswirtschaftliche Chancen sind eng mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens verbunden. Darunter werden Effizienzverbesserungen ebenso wie Wertsteigerungspotenziale zusammengefasst, wobei hier der monetäre Effekt nicht direkt quantifizierbar ist.

Zu diesen Chancen gehört die Einführung eines Balanced Scorecard Systems zur effizienten Zielsteuerung der Mitarbeiter. Dies wird 2018 final eingeführt und soll eine verbesserte Steuerung der Unternehmensziele auf Abteilungsebene ermöglichen.

Auch die Einführung eines umfassenden quartalsweisen Reviews der Geschäfts- und Produktentwicklung ist eine solche Chance. Dies wird im ersten Quartal 2018 eingeführt und verbessert die Visibilität des Geschäfts- und Produktentwicklungsfortschritts und kann damit zu Effizienzverbesserungen beitragen. Die Einführung eines kontinuierlichen Kostencontrollingprozesses unterstützt dies zusätzlich.

Ebenso erhöht sich die Effizienz der Vertriebsprozessabläufe und der nachfolgenden internen Arbeitsabläufe mithilfe eines umfassenden ERP-Systems.

 

München, April 2018

Achim Weick, Gründer & CEO

Christian Pfleger, COO

Konzernabschluss

Konzern-Gesamtergebnisrechnung vom 1.1.2017 bis 31.12.2017

Erläuterung GJ 2017
EUR
GJ 2016
EUR
Umsatzerlöse 6 30.355.415 26.061.153
Sonstige Erträge 7 342.969 476.459
Aktivierte Eigenleistungen 8 2.367.812 396.468
Bezogene Leistungen 9 -5.717.146 -4.144.165
Personalaufwendungen 10 -17.003.745 -12.896.585
Abschreibungen 11 -2.004.358 -1.511.566
Sonstige Aufwendungen 12 -7.995.333 -5.718.845
Operatives Ergebnis (EBIT) 345.615 2.662.919
Zinserträge 13 21.451 111.363
Zinsaufwendungen 14 -160.392 -125.316
Erträge aus Beteiligungen 15 16.712 0
Aufwand aus assoziierten Unternehmen 16 0 -737.705
Sonstige finanzielle Erträge 17 659.137 0
Sonstige finanzielle Aufwendungen 18 -822.319 -136.416
Gewinn vor Steuern (EBT) 60.204 1.774.845
Ertragsteuern 19 -634.007 -960.442
Konzernergebnis -573.803 814.403
– davon auf Gesellschafter des Mutterunternehmens -516.508 514.943
– davon auf nicht beherrschende Gesellschafter -57.294 299.460
Posten, die unter bestimmten Bedingungen zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Fremdwährungsdifferenzen 33 -454.445 168.596
Marktbewertung available-for-sale-Wertpapiere 34 1.296.910 0
Sonstiges Ergebnis 842.466 168.596
Gesamtergebnis 268.663 982.999
– davon auf Gesellschafter des Mutterunternehmens 326.002 683.359
– davon auf nicht beherrschende Gesellschafter -57.339 299.640
Ergebnis je Aktie – unverwässert und verwässert 20 -0,39 0,43

Konzernbilanz zum 31.12.201

Vermögenswerte

Erläuterung 31.12.2017
EUR
31.12.2016
EUR
Langfristig gebundene Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 22 11.551.490 10.524.739
Geschäfts-oder Firmenwert 22 15.110.730 15.789.472
Sachanlagen 23 2.048.016 2.139.673
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 24 6.122.700 1.246.340
Sonstige langfristige Vermögenswerte 25 74.136 9.386
Latente Steueransprüche 19 6.450 679.399
34.913.523 30.389.009
Kurzfristig gebundene Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 26 4.296.966 3.907.935
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegen Kunden 27 161.271 101.041
Ansprüche aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 19 896.082 582.304
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 24 212.331 259.481
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 25 594.564 553.063
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 28 6.374.332 6.610.186
12.535.546 12.014.010
Summe Vermögen 47.449.069 42.403.019
Eigenkapital und Schulden
Erläuterung 31.12.2017
EUR
31.12.2016
EUR
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 29 1.434.978 1.308.978
Eigene Anteile 29 -639 -3.700
Kapitalrücklage 30 18.096.225 10.257.828
Bilanzgewinn 32 6.300.691 9.924.286
Fremdwährungsdifferenzen 33 313.058 767.503
Bewertung available-for-sale Wertpapiere 34 1.296.910 0
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 35 1.922.245 2.969.155
29.363.467 25.224.050
Langfristige Schulden
Langfristige Rückstellungen 36 161.018 151.200
Langfristige finanzielle Schulden 37|38 3.945.547 4.760.951
Sonstige langfristige Schulden 41 296.837 311.762
Latente Steuerschulden 19 2.122.789 2.013.148
6.526.192 7.237.060
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Rückstellungen 36 1.162.694 1.299.763
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 39 1.100.953 1.533.923
Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo gegenüber Kunden 40 2.300 0
Kurzfristige finanzielle Schulden 37|38 5.985.531 4.089.144
Verpflichtungen aus Steuern vom Einkommen und Ertrag 19 289.502 297.918
Sonstige kurzfristige Schulden 41 3.018.430 2.721.160
11.559.410 9.941.908
Summe Eigenkapital und Schulden 47.449.069 42.403.019

Im Berichtsjahr wurden Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 317 (Vj. TEUR 320) von den langfristigen finanziellen Schulden in die sonstigen langfristigen Schulden umgegliedert. Ebenso wurden im Berichtsjahr Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 142 (Vj. TEUR 62) von den kurzfristigen finanziellen Schulden in die sonstigen kurzfristigen Schulden umgegliedert.

Konzern-Kapitalflussrechnung vom 1.1.2017 bis 31.12.2017

GJ 2017
TEUR
GJ 2016
TEUR
Konzernergebnis -574 814
+ Erfolgswirksam erfasster Ertragsteueraufwand 634 961
+ Erfolgswirksam erfasster Zinsaufwand 160 125
– Erfolgswirksam erfasster Zinsertrag -21 -111
– Gewinnanteile von assoziierten Unternehmen 0 -20
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -6 -217
+ Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 1.244 277
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 2.004 1.512
-/+ Abnahme (Vj. Zunahme) der Rückstellungen -127 386
-/+ Zunahme (Vj. Abnahme) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind (ohne Steuern vom Einkommen und vom Ertrag) -359 369
-/+ Abnahme (Vj. Zunahme) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind (ohne Steuern vom Einkommen und vom Ertrag) -332 706
– Gezahlte Zinsen -125 -120
+ Erhaltene Zinsen 21 93
– Gezahlte Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -872 -1.302
= Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit 1.647 3.473
– Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -956 -772
+ Einzahlungen aus Abgängen des Sachanlagevermögens 1 2.705
– Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -2.527 -784
– Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte -3.148 -300
+ Einzahlungen aus Abgängen der finanziellen Vermögenswerte 278 42
– Auszahlungen aus dem Erwerb von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten 0 -3.731
– Zahlungen aus bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten -1.252 0
+ Erhaltene Dividenden 17 13
= Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -7.587 -2.827
+ Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen (Kapitalerhöhungen, Verkauf eigener Anteile) 7.859 5.279
– Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter (Dividenden, Erwerb eigener Anteile, Eigenkapitalrückzahlungen, andere Ausschüttungen) -1.956 -890
+ Einzahlungen aus der Begebung und der Aufnahme von (Finanz-) Krediten 3.025 2.050
– Auszahlungen aus der Tilgung von (Finanz-) Krediten -2.611 -3.993
– Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzierungsleasingverbindlichkeiten -227 -104
= Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 6.090 2.342
+ Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 150 2.988
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 6.610 3.607
+ Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -386 15
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode 6.374 6.610

Die im Vorjahr unter dem Cash Flow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesene Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die der Investitionstätigkeit zuzuordnen sind, wurden im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 104 unter die Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in den Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit umgegliedert.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung vom 1.1. bis 31.12.2017

Gezeichnetes Kapital
TEUR
Eigene Anteile
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Stand 31.12.2015 1.190 -6 5.064
Kapitalerhöhung 119 0 5.089
Veränderung eigene Anteile 0 2 68
Ausschüttung 0 0 0
Anteilsbasierte Vergütung 0 0 37
Erfassung nicht beherrschender Anteile 0 0 0
Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern 0 0 0
Gesamtergebnis 2016 0 0 0
Stand 31.12.2016 1.309 -4 10.258
Kapitalerhöhung 126 0 7.733
Veränderung eigene Anteile 0 3 -3
Ausschüttung 0 0 0
Anteilsbasierte Vergütung 0 0 108
Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern 0 0 0
Andienungsrecht mit nicht beherrschenden Anteilseignern 0 0 0
Gesamtergebnis 2017 0 0 0
Stand 31.12.2017 1.435 -1 18.096
Bilanzgewinn
TEUR
Fremdwährungsdifferenzen
TEUR
Bewertung Afs- Wertpapiere
TEUR
Stand 31.12.2015 10.301 599 0
Kapitalerhöhung 0 0 0
Veränderung eigene Anteile 0 0 0
Ausschüttung -890 0 0
Anteilsbasierte Vergütung 0 0 0
Erfassung nicht beherrschender Anteile 0 0 0
Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern 0 0 0
Gesamtergebnis 2016 514 169 0
Stand 31.12.2016 9.925 768 0
Kapitalerhöhung 0 0 0
Veränderung eigene Anteile 0 0 0
Ausschüttung -981 0 0
Anteilsbasierte Vergütung 0 0 0
Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern 15 0 0
Andienungsrecht mit nicht beherrschenden Anteilseignern -2.141 0 0
Gesamtergebnis 2017 -517 -455 1.297
Stand 31.12.2017 6.301 313 1.297
Davon entfallen auf die Gesellschafter des Mutterunternehmen Nicht beherrschende Gesellschafter
TEUR
Summe Eigenkapital
TEUR
Stand 31.12.2015 17.148 0 17.148
Kapitalerhöhung 5.208 0 5.208
Veränderung eigene Anteile 70 0 70
Ausschüttung -890 0 -890
Anteilsbasierte Vergütung 37 0 37
Erfassung nicht beherrschender Anteile 0 2.738 2.738
Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern 0 -69 -69
Gesamtergebnis 2016 683 299 982
Stand 31.12.2016 22.256 2.968 25.224
Kapitalerhöhung 7.859 0 7.859
Veränderung eigene Anteile 0 0 0
Ausschüttung -981 0 -981
Anteilsbasierte Vergütung 108 0 108
Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern 15 -989 -974
Andienungsrecht mit nicht beherrschenden Anteilseignern -2.141 0 -2.141
Gesamtergebnis 2017 325 -57 268
Stand 31.12.2017 27.441 1.922 29.363

Konzernanhang

“ 1. Allgemeine Angaben „

Die EQS Group AG (nachfolgend die Muttergesellschaft) wurde mit notariellem Vertrag (URNr. 409/200 des Notars Dr. Oliver Vossius, München) vom 3. Februar 2000 errichtet. Sie hat ihren Sitz in der Karlstrasse 47, 80333 München, Deutschland, und ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 131048 eingetragen. Der Konzernabschluss umfasst das Unternehmen und seine Tochterunternehmen (zusammen als der „Konzern“ und einzeln als „Konzernunternehmen“ bezeichnet). Der Konzern ist im Bereich der digitalen Unternehmenskommunikation mit Schwerpunkt Investor Relations weltweit tätig.

Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

Funktionale Währung der EQS Group AG und Darstellungswährung des Konzernabschlusses ist der Euro. Sofern nicht etwas anderes angegeben wird, werden die Zahlen auf Tausend Euro gerundet.

Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Konzernabschluss nicht genau zur angegebenen Summe addieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.

“ 2. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden „

2.1 Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses

Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten aufgestellt. Davon ausgenommen sind bestimmte Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt wurden. Eine entsprechende Erläuterung erfolgt im Rahmen der jeweiligen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten basieren im Allgemeinen auf dem beizulegenden Zeitwert der im Austausch für den Vermögenswert entrichteten Gegenleistung.

Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt werden würde. Dies gilt unabhängig davon, ob der Preis direkt beobachtbar oder unter Anwendung einer Bewertungsmethode geschätzt worden ist.

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eines Vermögenswerts oder einer Schuld berücksichtigt der Konzern bestimmte Merkmale des Vermögenswerts oder der Schuld (bspw. Zustand und Standort oder Verkaufs- und Nutzungsbeschränkungen), wenn Marktteilnehmer diese Merkmale bei der Preisfestlegung für den Erwerb des jeweiligen Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld zum Bewertungsstichtag ebenfalls berücksichtigen würden. Im vorliegenden Konzernabschluss wird der beizulegende Zeitwert für die Bewertung und/oder Angabepflichten grundsätzlich auf dieser Grundlage ermittelt.

Davon ausgenommen sind:

a) Anteilsbasierte Vergütungen im Anwendungsbereich von IFRS 2,

b) Leasingverhältnisse, die in den Anwendungsbereich von IAS 17 fallen und

c) Bewertungsmaßstäbe, die dem beizulegenden Zeitwert ähneln, ihm aber nicht entsprechen, z.B. der Nutzungswert in IAS 36.

Der beizulegende Zeitwert ist nicht immer als Marktpreis verfügbar. Häufig muss er auf Basis verschiedener Bewertungsparameter ermittelt werden. In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit beobachtbarer Parameter sowie der Bedeutung dieser Parameter für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts im Ganzen wird der beizulegende Zeitwert den Stufen 1, 2 oder 3 zugeordnet. Die Unterteilung erfolgt nach folgender Maßgabe:

Eingangsparameter der Stufe 1 sind notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden, auf die das Unternehmen am Bewertungsstichtag zugreifen kann.

Eingangsparameter der Stufe 2 sind andere Eingangsparameter als die auf Stufe 1 enthaltenen notierten Preise, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt beobachtbar sind oder indirekt aus anderen Preisen abgeleitet werden können.

Eingangsparameter der Stufe 3 sind für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachtbare Parameter.

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden nachstehend erläutert.

2.2 Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – Geänderte Standards und Interpretationen

Die Gesellschaft hat im aktuellen Geschäftsjahr die folgenden neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen erstmalig angewandt.

Änderungen an IAS 7 Angabeninitiative
Änderungen an IAS 12 Ansatz latenter Steueransprüche für unrealisierte Verluste
Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2014 – 2016: IFRS 12

Änderungen an IAS 7 Angabeninitiative

Die Änderung verlangt zusätzliche Anhangangaben zu finanziellen Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten.

Anzugeben sind folgende Ursachen von Veränderungen:

Zahlungswirksame Zu- oder Abnahme

Änderungen aus Erwerb / Veräußerung von Tochterunternehmen bzw. Geschäftsbetrieben

Währungsbedingte Änderungen

Änderungen des beizulegenden Zeitwerts

Sonstige Änderungen

Ebenfalls darzustellen ist die Entwicklung von Vermögenswerten (z.B. aus Hedging), deren Zahlungen im Finanzierungs-Cashflow erfasst sind. Ergänzende Informationen sollen eine Abstimmung zwischen der Überleitung und der Bilanz sowie der Cashflow-Rechnung ermöglichen.

Diese Angaben werden in einer Überleitungsrechnung für die einzelnen Verbindlichkeitsarten, die in den Finanzierungs-Cashflow eingehen, dargestellt.

Änderungen an IAS 12 Ansatz latenter Steueransprüche für unrealisierte Verluste

Die Änderung bringt vier Klarstellungen:

Ist ein festverzinsliches Wertpapier aufgrund eines gestiegenen Marktzinses mit einem unter dem Steuerwert liegenden beizulegenden Zeitwert angesetzt, resultiert daraus eine abzugsfähige temporäre Differenz

Bei der Schätzung des künftigen steuerlichen Einkommens kann eine Verwertung von Vermögenswerten über ihrem IFRS-Buchwert unterstellt werden, wenn sie wahrscheinlich ist

Die Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ist anhand des erwarteten steuerlichen Einkommens vor Umkehr etwaiger abzugsfähiger temporärer Differenzen zu beurteilen

Es ist nur solches steuerliches Einkommen relevant, gegen das Aufwendungen bzw. Verluste aus dem Umkehr abzugsfähiger temporärer Differenzen verwendet werden können

Jährliche Verbesserungen an den IFRS-Zyklus 2014 – 2016

IFRS 12 Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen Klarstellung des Anwendungsbereichs des Standards durch Präzisierung, dass die Angabevorschriften im Standard mit Ausnahme derjenigen in den Parauf die in Paragraph 5 genannten Beteiligungen eines Unternehmens anzuwenden sind, die als zur Veräußerungszwecken gehalten, als zu Ausschüttungszwecken gehalten oder als aufgegebenen Geschäftsbereiche nach IFRS 5 klassifiziert sind.

2.3 Neue, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen

Die folgenden neuen bzw. geänderten Standards bzw. Interpretationen wurden vom IASB bereits verabschiedet, sind aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten. Die Gesellschaft hat die Regelungen nicht vorzeitig angewandt.

IFRS 9 Finanzinstrumente (1)
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden (1) Klarstellung aus Verträgen mit Kunden (1)
IFRS 16 Leasingverhältnisse (2)
IFRS 17 Versicherungsverträge (3,5)
Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture (4,5)
Änderungen an IFRS 2 Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung (1,5)
Änderungen an IFRS 4 Anwendung von IFRS 9 gemeinsam mit IFRS 4 (1)
Änderungen an IFRS 9 Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Kompensation (2,5)
Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2014 – 2016 (1)
Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2015 – 2017 (2,5)
IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen (1,5)
IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung (2,5)
IAS 28 Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (2,5)
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (2,5)
Änderungen an IAS 40 Übertragungen von als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien (1,5)

1 Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder ab dem 1. Januar 2018 beginnen.
2 Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder ab dem 1. Januar 2019 beginnen.
3 Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder ab dem 1. Januar 2021 beginnen.
4 Erstanwendungszeitpunkt auf unbestimmte Zeit verschoben.
5 Ein EU-Endorsement steht noch aus.

IFRS 9 Finanzinstrumente

IFRS 9 Finanzinstrumente enthält Vorschriften für den Ansatz, die Bewertung und Ausbuchung sowie für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Der IASB hat die finale Fassung des Standards im Zuge der Fertigstellung der verschiedenen Phasen seines umfassenden Projekts zu Finanzinstrumenten am 24. Juli 2014 veröffentlicht. Damit kann die bisher unter IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung vorgenommene Bilanzierung von Finanzinstrumenten nunmehr vollständig durch die Bilanzierung unter IFRS 9 ersetzt werden. Die nunmehr veröffentlichte Version von IFRS 9 ersetzt alle vorherigen Versionen. Die zentralen Anforderungen des finalen IFRS 9 lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Gegenüber dem Vorgängerstandard IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung sind die Anforderungen von IFRS 9 zum Anwendungsbereich und der Ein- und Ausbuchung weitestgehend unverändert.

Die Regelungen von IFRS 9 sehen im Vergleich zu IAS 39 jedoch ein neues Klassifizierungsmodell für finanzielle Vermögenswerte vor.

Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte richtet sich künftig nach drei Kategorien mit unterschiedlichen Wertmaßstäben und einer unterschiedlichen Erfassung von Wertänderungen. Die Kategorisierung ergibt sich dabei sowohl in Abhängigkeit der vertraglichen Zahlungsströme des Instruments als auch dem Geschäftsmodell, in dem das Instrument gehalten wird. Grundsätzlich handelt es sich somit um Pflichtkategorien. Darüber hinaus stehen den Unternehmen jedoch vereinzelte Wahlrechte zur Verfügung.

Für finanzielle Verbindlichkeiten wurden die bestehenden Vorschriften hingegen weitgehend in IFRS 9 übernommen. Die einzig wesentliche Neuerung betrifft finanzielle Verbindlichkeiten in der Fair-Value-Option. Für sie sind Fair-Value-Schwankungen aufgrund von Veränderungen des eigenen Ausfallrisikos im sonstigen Ergebnis zu erfassen.

IFRS 9 sieht drei Stufen vor, welche die Höhe der zu erfassenden Verluste und die Zinsvereinnahmung künftig bestimmen. Danach sind bereits bei Zugang erwartete Verluste in Höhe des Barwerts eines erwarteten 12-Monats-Verlusts zu erfassen (Stufe 1). Liegt eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos vor, ist die Risikovorsorge bis zur Höhe der erwarteten Verluste der gesamten Restlaufzeit aufzustocken (Stufe 2). Mit Eintritt eines objektiven Hinweises auf Wertminderung hat die Zinsvereinnahmung auf Grundlage des Nettobuchwerts (Buchwert abzüglich Risikovorsorge) zu erfolgen (Stufe 3).

Die überarbeiteten Vorschriften für die Bilanzierung von allgemeinen Sicherungsbeziehungen beinhalten weiterhin die drei Arten von Hedge Accounting, die auch im IAS 39 verfügbar sind. Die Vorschriften in IFRS 9 bieten aber mehr Möglichkeiten für die Anwendung der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen und ermöglichen es den Bilanzierenden, ihre Tätigkeiten auf dem Gebiet des Risikomanagements besser im Abschluss widerzuspiegeln. Die wesentlichen Änderungen betreffen den erweiterten Umfang infrage kommender Grund- und Sicherungsgeschäfte sowie neue Vorschriften zur Effektivität von Sicherungsbeziehungen, insbesondere den Wegfall des bisherigen 80-125%-Korridors.

Neben umfangreichen Übergangsvorschriften ist IFRS 9 auch mit umfangreichen Offenlegungsvorschriften sowohl bei Übergang als auch in der laufenden Anwendung verbunden. Neuerungen im Vergleich zu IFRS 7 Finanzinstrumente: Anhangangaben ergeben sich vor allem aus den Regelungen zu Wertminderungen.

Basierend auf einer Analyse der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns zum 31. Dezember 2017 sowie der zu diesem Zeitpunkt existierenden Tatsachen und Umstände hat der Vorstand eine Einschätzung der Auswirkungen von IFRS 9 auf den Konzernabschluss vorgenommen, die nachfolgend wiedergegeben wird:

Schuldinstrumente werden nur dann zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn (i) der finanzielle Vermögenswert innerhalb des Geschäftsmodells gehalten wird, dessen Ziel darin besteht, die vertraglichen Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert zu erhalten, und (ii) die vertraglichen Bedingungen des finanziellen Vermögenswerts zu bestimmten Zeitpunkten lediglich Anspruch auf Erhalt von Zahlungsströmen vorsehen, die lediglich Rückzahlungen des Nominalbetrags sowie Zinsen auf den ausstehenden Nominalbetrag darstellen. Sofern eines der beiden Kriterien nicht erfüllt ist, werden Schuldinstrument erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Schuldinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, unterliegen den Wertminderungsregelungen für finanzielle Vermögenswerte.

Die Klassifizierung und Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten erfolgt grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Eine Ausnahme besteht für solche Instrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden und vom Konzern als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten designiert werden. Im Falle einer derartigen Designation werden sämtliche Gewinne und Verluste erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst und auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umklassifiziert. Eine Ausnahme hiervon stellen Dividendenzahlungen dar.

Klassifizierung und Bewertung:

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden nach der Neuregelung des IFRS 9 erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet, das es sich um Eigenkapitalinstrumente handelt, welche als langfristige Finanzinvestition erworben und gehalten wird. Die Ausübung des Wahlrechts erfolgte aufgrund der gegebenen Möglichkeit Wertschwankungen außerhalb des laufenden Ergebnisses zu zeigen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Darlehensforderungen, Kautionen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, und somit zukünftig auch so, wie dies derzeit unter IAS 39 der Fall ist.

Wertminderung:

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte, von Kunden fällige Beträge aus Fertigungsaufträgen fallen unter die neuen Wertminderungsvorschriften des IFRS 9.

Der Konzern setzt für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und von Kunden fällige Beträge aus Fertigungsaufträgen das vereinfachte Wertminderungsmodell an, nach dem für alle Instrumente unabhängig von ihrer Kreditqualität eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit zu erfassen ist. Hinsichtlich der anderen genannten Instrumente geht der Vorstand von einem geringen Ausfallrisiko aus und erwartet daher lediglich die Erfassung eines erwarteten 12-Monats-Verlusts.

Insgesamt erwartet der Vorstand, dass die Anwendung des neuen Wertminderungsmodells zu einer früheren Erfassung von erwarteten Verlusten für die entsprechenden Instrumente aber nicht zu wesentlich höheren Wertminderungsbeträgen führen wird.

IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

In IFRS 15 wird beschrieben, wann und in welcher Höhe ein IFRS-Berichtersteller Erlöse zu erfassen hat. Zudem wird von den Abschlusserstellern gefordert, den Abschlussadressaten informativere und relevantere Angaben als bisher zur Verfügung zu stellen. IFRS 15 ist grundsätzlich auf alle Verträge mit Kunden anzuwenden. Eine Ausnahme bilden die folgenden Verträge:

Leasingverhältnisse, die unter IAS 17 Leasingverhältnisse fallen;

Finanzinstrumente und andere vertragliche Rechte oder Pflichten, die unter IFRS 9 Finanzinstrumenten, IFRS 10 Konzernabschlüsse, IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen, IAS 27 Separate Abschlüsse oder IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures fallen;

Versicherungsverträge im Anwendungsbereich von IFRS 4 Versicherungsverträge; und

nicht finanzielle Tauschgeschäfte zwischen Unternehmen in derselben Branche, die darauf abzielen, Veräußerungen an Kunden oder potenzielle Kunden zu erleichtern.

Der neue Standard sieht im Gegensatz zu den aktuell gültigen Vorschriften ein einziges, prinzipienbasiertes fünfstufiges Modell vor, das auf alle Verträge mit Kunden anzuwenden ist. Gemäß diesem fünfstufigen Modell ist zunächst der Vertrag mit dem Kunden zu bestimmen (Schritt 1). In Schritt 2 sind die eigenständigen Leistungsverpflichtungen im Vertrag zu identifizieren. Anschließend (Schritt 3) ist der Transaktionspreis zu bestimmen, wobei explizite Vorschriften zur Behandlung von variablen Gegenleistungen, Finanzierungskomponenten, Zahlungen an Kunden und Tauschgeschäften vorgesehen sind. Nach der Bestimmung des Transaktionspreises ist in Schritt 4 die Verteilung des Transaktionspreises auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen vorzunehmen. Basis hierfür sind die Einzelveräußerungspreise der einzelnen Leistungsverpflichtungen. Anschließend (Schritt 5) kann der Erlös erfasst werden, sofern die Leistungsverpflichtung durch das Unternehmen erfüllt wurde. Voraussetzung hierfür ist die Übertragung der Verfügungsmacht an der Ware bzw. Dienstleistung auf den Kunden.

Bei Abschluss eines Vertrages ist nach IFRS 15 festzustellen, ob die aus dem Vertrag resultierenden Erlöse zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen Zeitraum hinweg zu erfassen sind. Dabei ist zunächst anhand bestimmter Kriterien zu klären, ob die Verfügungsmacht an der Leistungsverpflichtung über einen Zeitraum übertragen wird. Ist dies nicht der Fall, ist der Erlös zu dem Zeitpunkt zu erfassen, an dem die Verfügungsmacht auf den Kunden übergeht. Indikatoren hierfür sind bspw. rechtlicher Eigentumsübergang, die Übertragung der wesentlichen Chancen und Risiken oder eine formelle Abnahme. Wird die Verfügungsmacht hingegen über einen Zeitraum übertragen, darf eine Erlösrealisierung über den Zeitraum nur dann erfolgen, sofern der Leistungsfortschritt mithilfe von input- oder outputorientierten Methoden verlässlich ermittelbar ist. Neben den allgemeinen Erlöserfassungsgrundsätzen enthält der Standard detaillierte Umsetzungsleitlinien zu Themen wie Veräußerungen mit Rückgaberecht, Kundenoptionen auf zusätzliche Güter oder Dienstleistungen, Prinzipal-Agenten-Beziehungen sowie Bill-and-Hold-Vereinbarungen. In den Standard wurden außerdem neue Leitlinien zu den Kosten zur Erfüllung und Erlangung eines Vertrags sowie Leitlinien zu der Frage, wann solche Kosten zu aktivieren sind, aufgenommen. Kosten, die die genannten Kriterien nicht erfüllen, sind bei Anfall als Aufwand zu erfassen.

Schließlich enthält der Standard neue, umfangreichere Vorschriften in Bezug auf Angaben, die zu den Erlösen im Abschluss eines IFRS Berichterstatters zu leisten sind. Insbesondere sind qualitative Angaben zu jedem der folgenden Punkte zu machen:

seine Verträge mit Kunden,

wesentliche Ermessensentscheidungen und deren Änderungen, die bei der Anwendung der Erlösvorschriften auf diese Verträge getroffen wurden,

jegliche Vermögenswerte, die aus aktivierten Kosten für die Erlangung und die Erfüllung eines Vertrags mit einem Kunden resultieren.

Im April 2016 hat der IASB Klarstellungen an IFRS 15 veröffentlicht, die die folgenden Themenbereiche betreffen:

Identifizierung von Leistungsverpflichtungen (bezüglich der eigenständigen Identifizierbarkeit im Kontext des Vertrags),

Prinzipal-Agenten-Beziehungen (bezüglich der Beurteilung der Beherrschung von Waren oder Dienstleistungen vor Übertragung an den Kunden),

Lizenzen (bezüglich der Bestimmung der Art der erteilten Lizenz sowie zu umsatz- und nutzungsabhängigen Lizenzentgelten), sowie

Übergangsvorschriften (bezüglich der praktischen Erleichterungen bei der erstmaligen Anwendung des Standards)

Der neue Standard ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Der Konzern wird IFRS 15 erstmalig für das am 1. Januar 2018 beginnende Geschäftsjahr anwenden. EQS sieht vor, die Erstanwendung nach der modifiziert retrospektiven Methode vorzunehmen. Dabei wird der kumulierte Effekt aus der Erstanwendung zum 1. Januar 2018 im Eigenkapital erfasst. Der Konzern plant von dem Wahlrecht Gebrauch zu machen, IFRS 15 retrospektiv nur auf Verträge anzuwenden, welche zum 1. Januar 2018 noch nicht (vollständig) erfüllt waren.

Zur Beurteilung der Auswirkungen und zur Implementierung der neuen Vorschriften hat der Konzern ein konzernübergreifendes Projekt aufgesetzt, im Rahmen dessen die im Konzern vorherrschenden Geschäftsvorfälle einer umfassenden Analyse unterzogen werden. Dieses Projekt ist zum Bilanzstichtag fortgeschritten, jedoch noch nicht abgeschlossen. Demnach kann für bestimmte Vertragsarten künftig eine zeitraum- anstatt einer zeitpunktbezogenen Umsatzrealisierung erfolgen. Dies kann unter Umständen zu einer vor- bzw. nachgelagerten Umsatzlegung im Vergleich zur bisherigen Vorgehensweise führen. Änderungen können sich in der Bilanz durch den separaten Ausweis von Vertragsvermögenswerten und -verbindlichkeiten sowie im Anhang durch erweiterte quantitative und qualitative Angaben ergeben.

Nachfolgend wird der Stand der Analyse für die wesentlichen Produktgruppen im Konzern aufgezeigt:

Für die Produkte ,Audio & Video Webcasts‘ und ,Insider Manager‘ werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet. Bei dem Produkt ,XML Services‘ geht der Konzern von unterjährigen Auswirkungen aus. Für die Produktarten ,News & Meldepflichten‘, ,IR Websites & Tools‘ und ,Corporate Websites‘ sind die Auswirkungen zum derzeitigen Stand der Analyse noch nicht final quantifizierbar.

IFRS 16 Leasingverhältnisse

IFRS 16 enthält ein umfassendes Modell zur Identifizierung von Leasingvereinbarungen und zur Bilanzierung beim Leasinggeber und Leasingnehmer.

IFRS 16 ist grundsätzlich auf alle Leasingverhältnisse anzuwenden. Ein Leasingverhältnis i.S.d. Standards liegt vor, wenn dem Leasingnehmer vom Leasinggeber vertraglich das Recht zur Beherrschung eines identifizierten Vermögenswerts für einen festgelegten Zeitraum eingeräumt wird und der Leasinggeber im Gegenzug eine Gegenleistung vom Leasingnehmer erhält.

Für Leasingnehmer fällt die bisherige Unterscheidung in Mietleasing und Finanzierungsleasing weg. Stattdessen hat der Leasingnehmer für alle Leasingverhältnisse künftig das Nutzungsrecht an einem Leasinggegenstand (sog. „right-of-use asset“ oder RoU-Vermögenswert) sowie eine korrespondierende Leasingverbindlichkeit zu bilanzieren. Ausnahmen hiervon bestehen lediglich für kurzfristige Leasingverhältnisse sowie Leasingvereinbarungen über geringwertige Vermögenswerte. Die Höhe des RoU-Vermögenswerts entspricht im Zugangszeitpunkt der Höhe der Leasingverbindlichkeit zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten des Leasingnehmers. In den Folgeperioden wird der RoU-Vermögenswert (von zwei Ausnahmen abgesehen) zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Leasingverbindlichkeit bemisst sich als der Barwert der Leasingzahlungen, die während der Laufzeit des Leasingverhältnisses gezahlt werden. Nachfolgend wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit unter Anwendung des zur Abzinsung verwendeten Zinssatzes aufgezinst und um die geleisteten Leasingzahlungen reduziert. Änderungen in den Leasingzahlungen führen zu einer Neubewertung der Leasingverbindlichkeit.

Für Leasinggeber bleibt es dagegen grundsätzlich bei der nach IAS 17 Leasingverhältnisse bekannten Bilanzierung mit einer Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und Mietleasingverträgen. Der Kriterienkatalog für die Beurteilung eines Finanzierungsleasings wurde unverändert aus IAS 17 übernommen.

Daneben sind die Angabepflichten für Leasingnehmer und Leasinggeber in IFRS 16 gegenüber IAS 17 deutlich umfangreicher geworden. Zielsetzung der Angabepflichten ist die Informationsvermittlung an die Abschlussadressaten, die so ein besseres Verständnis darüber erlangen sollen, welche Auswirkungen Leasingverhältnisse auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Zum 31. Dezember 2017 hat der Konzern Zahlungsverpflichtungen aus unkündbaren Mietleasingverhältnissen in Höhe von TEUR 11.049. IAS 17 verlangt weder die Erfassung eines RoU-Vermögenswerts noch einer Leasingverbindlichkeit für diese zukünftigen Zahlungen. Stattdessen enthält Note 41 die erforderlichen Anhangangaben. Eine vorläufige Beurteilung deutet darauf hin, dass diese Vereinbarungen die Definition einer Leasingsvereinbarung nach IFRS 16 erfüllen und der Konzern daher entsprechende RoU-Vermögenswerte und Leasingverbindlichkeiten bei Anwendung von IFRS 16 zu bilanzieren hätte, sofern im Einzelfall nicht die Ausnahmen für kurzfristige Leasingverhältnisse oder geringwertige Vermögenswerte greifen. Es ist davon auszugehen, dass dies einen erheblichen Einfluss auf den Konzernabschluss hat. Der Vorstand prüft derzeit die potentielle Auswirkung auf den Konzernabschluss. Eine verlässliche Schätzung zur Höhe des finanziellen Effekts kann erst nach Abschluss dieser Überprüfung abgegeben werden.

Bei Finanzierungsleasingverhältnissen mit dem Konzern als Leasingnehmer werden bereits heute Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bilanziert. Für diese Fälle geht der Vorstand nicht davon aus, dass die Anwendung von IFRS 16 wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben wird.

IFRS 17 Versicherungsverträge

IFRS 17 regelt die Grundsätze in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben für Versicherungsverträge innerhalb des Anwendungsbereiches des Standards. Die Zielsetzung von IFRS 17 besteht in der Bereitstellung relevanter Informationen durch die bilanzierenden Unternehmen und soll so zu einer glaubwürdigen Darstellung der Versicherungsverträge führen. Diese Informationen dienen als Grundlage für die Abschlussadressaten, um die Auswirkungen von Versicherungsverträgen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Zahlungsströme eines Unternehmens beurteilen zu können.

Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzern, da dieser keine Versicherungsverträge ausgibt.

Änderungen in IFRS 10 und IAS 28 Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture

Die Änderungen adressieren einen Konflikt zwischen den Vorschriften von IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures und IFRS 10 Konzernabschlüsse. Mit ihnen wird klargestellt, dass bei Transaktionen mit einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture das Ausmaß der Erfolgserfassung davon abhängt, ob die veräußerten oder eingebrachten Vermögenswerte einen Geschäftsbetrieb nach IFRS 3 darstellen. Der Erstanwendungszeitpunkt der Änderungen wurde vom IASB zwischenzeitlich auf unbestimmte Zeit verschoben.

Bislang beinhalteten Transaktionen mit assoziierten Unternehmen im Konzern keinen Geschäftsbetrieb i.S.d. IFRS 3, sondern lediglich einzelne Vermögenswerte. Der Vorstand geht daher davon aus, dass die Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis haben werden.

Änderungen an IFRS 2 Klarstellung der Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung

Die Änderungen beinhalten Klarstellungen zu folgenden Fragestellungen im Zusammenhang mit der Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich:

Bilanzierung in bar zu erfüllender anteilsbasierter Vergütungen, die eine Leistungsbedingung beinhalten: Entsprechend der Vorgehensweise bei anteilsbasierten Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente fließen künftig nur noch bestimmte Ausübungsbedingungen in die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts ein, während sich andere nur über das Mengengerüst auswirken.

Klassifizierung anteilsbasierter Vergütungen, die mit Steuereinbehalt erfüllt werden: Trotz der vom Unternehmen in bar zu leistenden Steuerzahlung ist unter bestimmten Voraussetzungen die gesamte anteilsbasierte Vereinbarung als Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente zu behandeln.

Bilanzierung von Modifizierungen anteilsbasierter Vergütungstransaktionen von Barausgleich hin zu Erfüllung in Eigenkapitalinstrumenten: Letztere sind in diesem Fall zum Änderungszeitpunkt zu bewerten, wobei die bilanzielle Erfassung der geänderten anteilsbasierten Vergütung im Eigenkapital proportional zum bereits abgelaufenen Erdienungszeitraum erfolgt.

Der Vorstand geht nicht davon aus, dass die Änderungen an IFRS 2 wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben werden, da die Gesellschaft weder in bar zu erfüllende anteilsbasierte Vergütungsprogramme noch anteilsbasierte Vergütungsprogramme aufgelegt hat, die mit Steuereinbehalt erfüllt werden.

Änderungen an IFRS 4 Anwendung von IFRS 9 gemeinsam mit IFRS 4

Mit Anwendung von IFRS 9 zusammen mit IFRS 4 werden Unternehmen, die Versicherungsverträge im Anwendungsbereich von IFRS 4 begeben, zwei Optionen eingeräumt:

Unternehmen können einige der Aufwendungen und Erträge aus der Gewinn- und Verlustrechnung in das sonstige Gesamtergebnis umklassifizieren, die aus qualifizierenden Vermögenswerten entstehen. Dies ist der sogenannte Überlagerungsansatz.

Unternehmen, deren vorherrschende Geschäftstätigkeit das Begeben von Versicherungsverträgen im Anwendungsbereich von IFRS 4 ist, haben die Möglichkeit eines einstweiligen Aufschubs der Anwendung von IFRS 9. Dies ist der sogenannte Aufschubansatz.

Die Anwendung beider Ansätze ist freiwillig, und es ist Unternehmen gestattet, die Anwendung aufzugeben, bevor der neue Standard zu Versicherungsverträgen herausgegeben wird.

Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzern, da dieser keine Versicherungsverträge ausgibt.

Änderungen an IFRS 9

Mit der Änderung sollen Bedenken in Bezug darauf adressiert werden, wie bestimmte finanzielle Finanzinstrumente mit Vorfälligkeitsregelungen nach IFRS 9 klassifiziert werden. Hierzu zählen zum einen Änderungen zu symmetrischen Kündigungsrechten und zum anderen geht es um Klarstellungen zu Modifikationen finanzieller Verbindlichkeiten.

Nach der Neuregelung werden die bestehenden Vorschriften in IFRS 9 zu Kündigungsrechten dahingehend geändert, um auch bei negativen Ausgleichszahlungen eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (bzw. in Abhängigkeit des Geschäftsmodells erfolgsneutral zum Fair Value) zu ermöglichen. Nach der Neuregelung ist das Vorzeichen der Ausgleichszahlung nicht relevant, d.h. in Abhängigkeit von dem bei Kündigung vorherrschenden Zinsniveau ist eine Zahlung auch zugunsten der Vertragspartei möglich, welche die vorzeitige Rückzahlung herbeiführt. Die Berechnung der Ausgleichszahlung muss sowohl für den Fall einer Vorfälligkeitsentschädigung wie auch für den Fall eines Vorfälligkeitsgewinns dieselbe sein.

Darüber hinaus erfolgt zu einem anderen Thema, der Restrukturierung von finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht zu deren Ausbuchung führen bzw. geführt haben, eine Klarstellung in den Grundlagen für Schlussfolgerungen. Demnach soll nach der Restrukturierung der Buchwert einer finanziellen Verbindlichkeit unmittelbar erfolgswirksam angepasst werden. Somit kann eine rückwirkende Änderung der Bilanzierung notwendig werden, wenn bisher nicht fortgeführten Anschaffungskosten, sondern der Effektivzinssatz angepasst wurde.

Der Vorstand geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis haben.

Jährliche Verbesserungen an den IFRS-Zyklus 2014 – 2016

IFRS 1 – Erstmalige Anwendung der IFRS Standards Streichung der befristeten Ausnahmen in den Textziffern E3 bis E7 des IFRS 1, da diese aufgrund Zeitablaufs nicht mehr anwendbar sind.

IAS 28 – Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures Klarstellung, dass das Wahlrecht, eine Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture, die von einer Wagniskapitalgesellschaft oder einem anderen qualifizierenden Unternehmen gehalten wird, zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Veränderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung zu bewerten, beim erstmaligen Ansatz für jede Beteiligung auf Einzelbeteiligungsgrundlage zur Verfügung steht.

Der Vorstand geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis haben.

Jährliche Verbesserungen an den IFRS-Zyklus 2015 – 2017

IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse und IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen Mit den Änderungen an IFRS 3 wird klargestellt, dass ein Unternehmen, wenn es Kontrolle über einen Geschäftsbetrieb erlangt, der eine gemeinsame Geschäftstätigkeit ist, seine zuvor an dem Geschäftsbetrieb gehaltenen Anteile neu bewertet. Mit den Änderungen an IFRS 11 wird klargestellt, dass ein Unternehmen, wenn es gemeinsame Kontrolle über einen Geschäftsbetrieb erlangt, der eine gemeinsame Geschäftstätigkeit ist, seine zuvor an dem Geschäftsbetrieb gehaltenen Anteile nicht neu bewertet.
IAS 12 Ertragsteuern Mit den Änderungen wird klargestellt, dass alle ertragsteuerlichen Auswirkungen von Dividenden (also Ausschüttung von Gewinnen) im Betriebsergebnis auszuweisen sind unabhängig davon, wie die Steuern entstehen.
IAS 23 Fremdkapitalkosten Mit den Änderungen wird klargestellt, dass, wenn ein Vermögenswert bereit für seine beabsichtigte Nutzung oder zur Veräußerung ist, ein Unternehmen jegliche noch vorhandenen Fremdkapitalbestände, die ausdrücklich aufgenommen wurden, um diesen Vermögenswert zu erhalten, als Teil des allgemein aufgenommenen Fremdkapitals bei der Berechnung des Aktivierungssatzes der allgemeinen Fremdkapitalaufnahme behandelt.

Der Vorstand geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis haben.

IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen

IFRIC 22 enthält nachfolgende Anwendungshinweise zur Bestimmung des Wechselkurses, wenn bei Fremdwährungstransaktionen Vorauszahlungen erfolgen.

Der Zeitpunkt der Transaktion zum Zweck der Bestimmung des Wechselkurses, der für die erstmalige Erfassung des zugehörigen Vermögenswerts, Aufwands oder Ertrags zu verwenden ist, ist der Zeitpunkt, an dem ein Unternehmen erstmalig einen nicht-monetären Vermögenswert bzw. eine nicht-monetäre Verbindlichkeit für die im Voraus geleistete bzw. erhaltene Gegenleistung bilanziert.

Sofern mehrere erhaltene oder geleistete Vorauszahlungen erfolgen, hat ein Unternehmen den Zeitpunkt der Transaktion für jede einzelne im Voraus geleistete bzw. erhaltene Gegenleistung zu bestimmen.

Der Vorstand geht nicht davon aus, dass die Anwendung von IFRIC 22 zukünftig Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben wird, da der Konzern Fremdwährungstransaktionen, bei denen Vorauszahlungen erfolgen, bereits derzeit so bilanziert, wie dies in der Interpretation vorgesehen ist.

IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung

IFRIC 23 legt die Bilanzierung laufender und latenter Steuerschulden aus, bei denen Unsicherheiten hinsichtlich der ertragsteuerlichen Behandlung bestehen.

Solche Unsicherheiten entstehen, wenn die Anwendung des jeweils geltenden Steuerrechts auf eine spezifische Transaktion nicht eindeutig ist und daher (auch) von der Auslegung durch die Steuerbehörden abhängt, die dem Unternehmen bei der Aufstellung des Abschlusses jedoch nicht bekannt ist.

Ein Unternehmen berücksichtigt diese Unsicherheiten nur dann bei den bilanziell erfassten Steuerschulden oder -ansprüchen, wenn es wahrscheinlich ist, dass die entsprechenden Steuerbeträge bezahlt oder erstattet werden. Dabei ist davon auszugehen, dass die Steuerbehörden ihr Recht zur Überprüfung erklärter Beträge ausüben werden und dabei vollständige Kenntnis aller zugehörigen Informationen besitzen.

Wenn sich Tatsachen und Umstände, die Grundlage für die Beurteilung der Unsicherheit waren, geändert haben oder bei Vorliegen neuer relevanter Informationen ist die Beurteilung zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Die Anwendung von IFRIC 23 kann Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben, wenn zukünftig Transaktionen erfolgen, bei denen Unsicherheit hinsichtlich der ertragsteuerlichen Behandlung besteht.

Der Vorstand geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis haben.

IAS 28 Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Venture

Die Änderungen in Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (Änderungen an IAS 28) sind die folgenden:

Es wurde eine zusätzliche Textziffer 14A aufgenommen, um klarzustellen, dass ein Unternehmen IFRS 9 einschließlich der Wertminderungsvorschriften auf langfristige Beteiligungen an einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture anwendet, die Teil der Nettoinvestition in dieses assoziierte Unternehmen oder Joint Venture ausmachen, aber die nicht nach der Equity-Methode bilanziert werden.

Textziffer 41 wurde gestrichen, da sie nach Meinung des Boards lediglich Vorschriften aus IFRS 9 wiederholte und zu der Unklarheit über die Bilanzierung von langfristigen Beteiligungen beigetragen hat.

Der Vorstand geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis haben.

IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer in Bezug auf Planänderungen, -kürzungen oder -abgeltungen

Die Änderungen in Planänderung, -kürzung oder -abgeltung (Änderungen an IAS 19) sind die Folgenden:

Es wird zukünftig zwingend verlangt, dass bei einer Änderung, Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Versorgungsplans der laufende Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen für das restliche Geschäftsjahr unter Verwendung der aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen neu zu ermitteln sind, die zur erforderlichen Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) verwendet wurden.

Ferner wurden Ergänzungen zur Klarstellung aufgenommen, wie sich eine Planänderung, -kürzung oder -abgeltung auf die Anforderungen an die Vermögenswertobergrenze auswirkt.

Der Vorstand geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis haben.

Änderungen an IAS 40 Übertragungen von als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien

Die Änderungen an IAS 40 betreffen die Regelungen zu Übertragungen in den oder aus dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien. Eine Übertragung ist nur dann (zwingend) vorzunehmen, wenn eine Nutzungsänderung vorliegt, die dazu führt, dass eine Immobilie die Definition von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfüllt oder nicht mehr erfüllt. Die Nutzungsänderung muss sich dabei belegen lassen, d.h., es bedarf an Tatsachen angelehnte objektive Hinweise für das Vorliegen einer solchen Nutzungsänderung. Dabei ist es nicht ausreichend, wenn die Unternehmensleitung zunächst nur eine Änderung in der Nutzung der Immobilie beabsichtigt.

Die in IAS 40.57 enthaltene, angepasste Aufzählung von Positivbeispielen in Bezug auf Nutzungsänderungen ist im Gegensatz zur bisherigen Regelung nicht mehr als abschließend anzusehen.

Die Änderungen an IAS 40 können Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben, sofern zukünftig entsprechende Übertragungen auftreten.

2.4 Konsolidierung

2.4.1 Tochterunternehmen

Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der EQS Group AG und der von ihr beherrschten Unternehmen. Die Gesellschaft erlangt die Beherrschung, wenn sie

Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann,

schwankenden Renditen aus ihrer Beteiligung ausgesetzt ist, und

die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann.

Die Gesellschaft nimmt eine Neubeurteilung vor, ob sie ein Beteiligungsunternehmen beherrscht oder nicht, wenn Tatsachen und Umstände darauf hinweisen, dass sich eines oder mehrere der oben genannten drei Kriterien der Beherrschung verändert hat.

Wenn die Gesellschaft keine Stimmrechtsmehrheit besitzt, so beherrscht sie das Beteiligungsunternehmen dennoch, wenn sie durch ihre Stimmrechte über die praktische Möglichkeit verfügt, die maßgeblichen Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens einseitig zu bestimmen. Bei der Beurteilung, ob ihre Stimmrecht für die Bestimmungsmacht ausreichen, berücksichtigt die Gesellschaft alle Tatsachen und Umstände, darunter:

den Umfang der im Besitz der Gesellschaft befindlichen Stimmrechte im Verhältnis zum Umfang und zur Verteilung der Stimmrechte anderer Stimmrechtsinhaber;

potenzielle Stimmrechte der Gesellschaft, anderer Stimmrechtsinhaber und anderer Parteien;

Rechte aus anderen vertraglichen Vereinbarungen und

weitere Tatsachen und Umstände, die darauf hinweisen, dass die Gesellschaft die gegenwärtige Möglichkeit besitzt oder nicht besitzt, die maßgeblichen Tätigkeiten zu den Zeitpunkten, zu denen Entscheidungen getroffen werden müssen, unter Berücksichtigung des Abstimmungsverhaltens bei früheren Haupt- bzw. Gesellschafterversammlungen zu bestimmen.

Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Gesellschaft die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch die Gesellschaft endet, in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei werden die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen entsprechend vom tatsächlichen Erwerbszeitpunkt bzw. bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und dem sonstigen Konzernergebnis erfasst.

Der Gewinn oder Verlust und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses sind den Gesellschaftern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzuordnen. Dies gilt selbst dann, wenn dies dazu führt, dass die nicht beherrschenden Gesellschafter einen Negativsaldo aufweisen.

Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die im Konzern zur Anwendung kommenden Methoden anzugleichen.

Alle konzerninternen Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital, Erträge, Aufwendungen und Cash-flows im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen zwischen Konzernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig eliminiert.

Änderungen der Beteiligungsquote der Muttergesellschaft an bestehenden Tochterunternehmen

Änderungen der Beteiligungsquoten der Muttergesellschaft an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung über dieses Tochterunternehmen führen, werden als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Die Buchwerte der von der Muttergesellschaft gehaltenen Anteile und der nicht beherrschenden Anteile werden so angepasst, dass sie die Änderungen der an den Tochterunternehmen bestehenden Anteilsquoten widerspiegeln. Jede Differenz zwischen dem Betrag, um den die nicht beherrschenden Anteile angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder erhaltenen Gegenleistung wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst und den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zugeordnet.

Wenn die Gesellschaft die Beherrschung über ein Tochterunternehmen verliert, wird der Entkonsolidierungsgewinn oder -verlust erfolgswirksam erfasst. Dieser wird ermittelt aus der Differenz zwischen

dem Gesamtbetrag des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Gegenleistung und dem beizulegenden Zeitwert der zurückbehaltenen Anteile und

dem Buchwert der Vermögenswerte (einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts), der

Schulden des Tochterunternehmens und aller nicht beherrschenden Anteile.

Alle im Zusammenhang mit diesem Tochterunternehmen im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge werden so bilanziert, wie dies bei einem Verkauf der Vermögenswerte erfolgen würde, d.h. Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung oder direkte Übertragung in die Gewinnrücklagen.

Sofern die Gesellschaft Anteile an dem bisherigen Tochterunternehmen zurückbehält, werden diese mit dem zum Zeitpunkt des Verlusts der Beherrschung festgestellten beizulegenden Zeitwert angesetzt. Dieser Wert stellt die Anschaffungskosten der Anteile dar, die abhängig vom Grad der Beherrschung in der Folge gemäß IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung oder nach den Vorschriften für assoziierte oder Gemeinschaftsunternehmen bewertet werden.

Erwerb von Tochterunternehmen

Der Erwerb von Geschäftsbetrieben wird nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss übertragene Gegenleistung wird zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser bestimmt sich aus der Summe der zum Erwerbszeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwerte der übertragenen Vermögenswerte, der von den früheren Eigentümern des erworbenen Unternehmens übernommenen Schulden und der von der Muttergesellschaft emittierten Eigenkapitalinstrumente im Austausch gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmens. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten werden bei Anfall erfolgswirksam erfasst.

Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Hierzu gelten folgende Ausnahmen:

Latente Steueransprüche oder latente Steuerschulden und Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten in Verbindung mit Vereinbarungen für Leistungen an Arbeitnehmer werden gemäß IAS 12 bzw. IAS 19 erfasst und bewertet;

Schulden oder Eigenkapitalinstrumente, welche sich auf anteilsbasierte Vergütungen oder auf den Ersatz anteilsbasierter Vergütungen durch die Muttergesellschaft beziehen, werden zum Erwerbszeitunkt gemäß IFRS 2 bewertet und

Vermögenswerte, die gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten eingestuft sind, werden gemäß diesem IFRS bewertet.

Der Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich als Überschuss der Summe aus der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und dem beizulegenden Zeitwert des zuvor vom Erwerber gehaltenen Eigenkapitalanteils an dem erworbenen Unternehmen über den Saldo der zum Erwerbszeitunkt ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und der übernommenen Schulden. Für den Fall, dass sich ein negativer Unterschiedsbetrag ergibt, wird dieser unmittelbar als Ertrag erfolgswirksam erfasst.

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die gegenwärtig Eigentumsrechte vermitteln und dem Inhaber im Falle der Liquidation das Recht gewähren, einen proportionalen Anteil am Nettovermögen des Unternehmens zu erhalten, werden bei Zugang entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens bewertet. Dieses Wahlrecht kann bei jedem Unternehmenszusammenschluss neu ausgeübt werden. Andere Komponenten von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten oder den Wertmaßstäben bewertet, die sich aus anderen Standards ergeben.

Enthält die übertragene Gegenleistung eine bedingte Gegenleistung, wird diese mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung innerhalb des Bewertungszeitraums werden rückwirkend korrigiert und entsprechend gegen den Geschäfts- oder Firmenwert gebucht. Berichtigungen während des Bewertungszeitraumes sind Anpassungen, um zusätzliche Informationen über Fakten und Umstände widerzuspiegeln, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden. Der Bewertungszeitraum darf jedoch ein Jahr vom Erwerbszeitpunkt nicht überschreiten.

Die Bilanzierung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung, die keine Berichtigungen während des Bewertungszeitraumes darstellen, erfolgt in Abhängigkeit davon, wie die bedingte Gegenleistung einzustufen ist. Handelt es sich bei der bedingten Gegenleistung um Eigenkapital, erfolgt keine Folgebewertung an nachfolgenden Abschlussstichtagen; ihre Erfüllung wird innerhalb des Eigenkapitals bilanziert. Eine bedingte Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, wird an nachfolgenden Abschlussstichtagen gem. IAS 39 oder IAS 37 – sofern anzuwenden – bewertet und ein resultierender Gewinn oder Verlust in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Im Falle eines sukzessiven Unternehmenszusammenschlusses wird der zuvor von der Gesellschaft an dem erworbenen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Ein daraus resultierender Gewinn bzw. Verlust wird erfolgswirksam erfasst.

Vor dem Erwerbszeitpunkt im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen an den zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltenen Eigenkapitalanteilen werden in die Konzern-Gesamtergebnisrechnung umgebucht, wenn die Gesellschaft die Beherrschung über das erworbene Unternehmen erlangt.

Ist die erstmalige Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses am Ende des Geschäftsjahres noch nicht abgeschlossen, gibt die Gesellschaft für die Posten mit derartiger Bilanzierung vorläufige Beträge an.

Sofern innerhalb des Bewertungszeitraums neue Informationen bekannt werden, welche die Verhältnisse zum Erwerbszeitpunkt erhellen, werden die vorläufig angesetzten Beträge korrigiert bzw. es werden zusätzliche Vermögenswerte oder Schulden angesetzt, falls erforderlich.

2.4.2 Assoziierte Unternehmen

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, auf das der Konzern maßgeblichen Einfluss hat. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Unternehmens, an dem die Beteiligung gehalten wird, mitzuwirken. Dabei liegt weder Beherrschung noch gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse vor.

Die Ergebnisse, Vermögenswerte und Schulden von assoziierten Unternehmen sind in diesem Abschluss unter Verwendung der Equity-Methode einbezogen, außer wenn die Anteile als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert werden. In diesem Fall wird nach Maßgabe von IFRS 5 bilanziert.

Nach der Equity-Methode sind Anteile an assoziierten Unternehmen mit ihren Anschaffungskosten in die Konzernbilanz aufzunehmen, die um Veränderungen des Anteils des Konzerns am Gewinn oder Verlust und am sonstigen Ergebnis des assoziierten Unternehmens nach dem Erwerbszeitpunkt angepasst werden. Verluste eines assoziierten Unternehmens, die den Anteil des Konzerns an diesem assoziierten Unternehmen übersteigen, werden nicht erfasst. Eine Erfassung erfolgt lediglich dann, wenn der Konzern rechtliche oder faktische Verpflichtungen zur Verlustübernahme eingegangen ist bzw. Zahlungen an Stelle des assoziierten Unternehmens leistet.

Eine Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Voraussetzungen für ein assoziiertes Unternehmen vorliegen, nach der Equity-Methode bilanziert. Jeglicher Überschuss der Anschaffungskosten des Anteilserwerbs über den erworbenen Anteil an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden wird als Geschäfts- oder Firmenwert erfasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist Bestandteil des Buchwerts der Beteiligung und wird nicht separat auf das Vorliegen einer Wertminderung geprüft.

Jeglicher Überschuss des Konzernanteils der beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden über die Anschaffungskosten des erworbenen Anteils (negativer Unterschiedsbetrag) wird nach erneuter Beurteilung sofort als Gewinn erfasst.

Um zu ermitteln, ob Indikatoren dafür vorliegen, dass die Anteile an assoziierten Unternehmen in ihrem Wert gemindert sind, werden die Vorschriften des IAS 39 herangezogen. Sofern ein Wertminderungstest vorzunehmen ist, wird der Beteiligungsbuchwert (inklusive Geschäfts- oder Firmenwert) nach den Vorschriften des IAS 36 auf Werthaltigkeit getestet. Dazu wird der erzielbare Betrag, d.h. der höhere Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, der Beteiligung mit ihrem Beteiligungsbuchwert verglichen. Der ermittelte Wertminderungsbedarf wird gegen den Beteiligungsbuchwert verrechnet. Eine Aufteilung des Wertminderungsaufwands auf die im Buchwert des Anteils enthaltenen Vermögenswerte einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht vorgenommen. Sofern der erzielbare Betrag in Folgejahren wieder ansteigt, wird in Übereinstimmung mit IAS 36 eine Wertaufholung vorgenommen.

Der Konzern beendet die Anwendung der Equity-Methode ab dem Zeitpunkt, an dem seine Beteiligung kein assoziiertes Unternehmen mehr darstellt oder die Beteiligung nach IFRS 5 ais zu Veräußerung gehalten zu klassifizieren ist. Behält der Konzern einen Anteil am ehemaligen assoziierten Unternehmen zurück und stellt dieser Anteil einen finanziellen Vermögenswert im Sinne des IAS 39 dar, so wird er zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung mit seinem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Differenz zwischen dem vorherigen Buchwert des assoziierten Unternehmens zum Zeitpunkt der Beendigung der Equity-Methode und dem beizulegenden Zeitwert eines zurückbehaltenen Anteils und jeglichen Erlösen aus dem Abgang eines Teils der Anteile an dem assoziierten Unternehmen ist bei der Bestimmung des Veräußerungsgewinns/-verlusts zu berücksichtigen. Zusätzlich bilanziert der Konzern alle bezüglich dieses assoziierten Unternehmens bislang im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge so, wie es verlangt würde, wenn das assoziierte Unternehmen direkt die Vermögenswerte oder Schulden verkauft hätte. Demzufolge ist bei Beendigung der Equity-Methode ein Gewinn oder Verlust, der vom assoziierten Unternehmen bislang im sonstigen Ergebnis erfasst und bei Verkauf der Vermögenswerte oder Schulden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert würde, vom Konzern aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern.

Sofern sich die Beteiligungsquote des Konzerns an einem assoziierten Unternehmen ändert, aber der Konzern weiterhin die Equity-Methode anwendet, wird der Teil des zuvor im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinns oder Verlusts, der auf die Verringerung der Beteiligungsquote entfällt, aufwands- oder ertragswirksam umgegliedert, falls dieser Gewinn oder Verlust bei der Veräußerung der dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden aufwands- oder ertragswirksam umgegliedert werden müsste.

Geht ein Konzernunternehmen Geschäftsbeziehungen mit einem assoziierten Unternehmen des Konzerns ein, werden Gewinne und Verluste im Umfang des Konzernanteils an dem entsprechenden assoziierten Unternehmen eliminiert.

2.4.3 Fremdwährung

Bei der Aufstellung der Abschlüsse jedes einzelnen Konzernunternehmens werden Geschäftsvorfälle, die auf andere Währungen als die funktionale Währung des Konzernunternehmens (Fremdwährung) lauten, mit den am Tag der Transaktion gültigen Kursen umgerechnet. An jedem Abschlussstichtag werden monetäre Posten in Fremdwährung mit dem gültigen Stichtagskurs umgerechnet. Nicht-monetäre Posten in Fremdwährung, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden mit den Kursen umgerechnet, die zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts Gültigkeit hatten. Zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertete nicht-monetäre Posten werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der erstmaligen bilanziellen Erfassung umgerechnet.

Umrechnungsdifferenzen aus monetären Posten werden erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie auftreten. Davon ausgenommen sind:

Umrechnungsdifferenzen aus auf fremde Währung lautenden Fremdmittelaufnahmen, die bei für die produktive Verwendung vorgesehenen Vermögenswerten im Erstellungsprozess auftreten. Diese werden den Herstellungskosten zugerechnet, falls sie Anpassungen des Zinsaufwands aus diesen auf fremde Währung lautende Fremdmittelaufnahmen darstellen.

Umrechnungsdifferenzen aus Geschäftsvorfällen, die eingegangen wurden, um bestimmte Fremdwährungsrisiken abzusichern.

Umrechnungsdifferenzen aus zu erhaltenden bzw. zu zahlenden monetären Posten von/an einen ausländischen Geschäftsbetrieb, deren Erfüllung weder geplant noch wahrscheinlich ist und die deswegen Teil der Nettoinvestition in diesen ausländischen Geschäftsbetrieb sind, die anfänglich im sonstigen Ergebnis erfasst und bei Veräußerung vom Eigenkapital in den Gewinn und Verlust umgegliedert werden.

Zur Aufstellung des Konzernabschlusses werden die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Geschäftsbetriebe des Konzerns in Euro umgerechnet, wobei die am Abschlussstichtag gültigen Wechselkurse herangezogen werden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, welches mit historischen Kursen umgerechnet wird. Erträge und Aufwendungen werden zum Durchschnittskurs der Periode umgerechnet, es sei denn, die Umrechnungskurse während der Periode unterlagen starken Schwankungen. In diesem Fall finden die Umrechnungskurse zum Zeitpunkt der Transaktion Anwendung. Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe in Konzernwährung werden im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital angesammelt.

Ein aus dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehender Geschäfts- oder Firmenwert sowie Anpassungen an die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden werden als Vermögenswerte oder Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet. Resultierende Umrechnungsdifferenzen werden in der Rücklage aus der Währungsumrechnung erfasst.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse stellen sich wie folgt dar:

EUR/RUB EUR/HKD EUR/CHF EUR/INR EUR/GBP EUR/USD EUR/AED EUR/SEK
Kurs zum 31.12.2017 69,39 9,37 1,17 76,61 0,89 1,20 4,40 9,84
Kurs zum 31.12.2016 64,30 8,18 1,07 71,59 0,86 1,05 3,86
Durchschnittskurs 2017 65,94 8,80 1,11 73,75 0,88 1,13 4,15 9,64
Durchschnittskurs 2016 74,14 8,59 1,09 74,37 0,82 1,11 4,05

2.5 Ertragsrealisierung

Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung bewertet und um erwartete Kundenrückgaben, Rabatte und andere ähnliche Abzüge gekürzt.

2.5.1 Erbringung von Dienstleistungen

Der Konzern erbringt Dienstleistungen. Diese Leistungen werden auf Zeitbasis bzw. als Festpreisvertrag erbracht. Die Dienstleistungen bestehen zu Teilen aus vertraglich vereinbarten Entwicklungsleistungen, die gemäß der Percentage-of-Completion-Methode nach IAS 11 hauptsächlich für Websites erfasst werden. Dies ist möglich, da der Fertigstellungsgrad eines Fertigungsauftrages verlässlich geschätzt wird und der Zufluss der Erlöse hinreichend sicher ist. Bei Festpreisverträgen wird der Fertigstellungsgrad anhand der bisher angefallenen Kosten im Verhältnis zu den Gesamtkosten ermittelt (cost-to-cost-method). Es wird für alle laufenden Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegen Kunden, d.h. die angefallenen Kosten inklusive der ausgewiesenen Gewinne übersteigen die Summe der Teilrechnungen bzw. erhaltenen Anzahlungen, eine Forderung gezeigt. Demgegenüber werden Fertigungsaufträge, bei denen die Anzahlungen den prozentual erzielbaren Umsatz übersteigen, in den Verbindlichkeiten gezeigt.

Wiederkehrende Erlöse aus Dienstleistungsverträgen werden über die jeweilige Vertragslaufzeit linear abgegrenzt.

2.5.2 Nutzungsentgelte

Erträge aus Nutzungsentgelten werden auf jährlicher Basis in Übereinstimmung mit der wirtschaftlichen Substanz der relevanten Vereinbarung erfasst. Dies setzt voraus, dass es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Umsatzerlöse verlässlich bestimmt werden kann. Nutzungsentgelte auf zeitlicher Basis werden linear über den Zeitraum der Vereinbarung erfasst. Vereinbarungen über Nutzungsentgelte, die auf Produktion, Verkäufen oder anderen Maßen beruhen, werden nach Maßgabe der zugrunde liegenden Vereinbarung erfasst.

2.5.3 Dividenden und Zinserträge

Dividendenerträge aus Anteilen werden erfasst, wenn der Rechtsanspruch der Gesellschaft auf Zahlung entstanden ist. Voraussetzung ist, dass es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann.

Zinserträge werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Zinserträge werden nach Maßgabe des ausstehenden Nominalbetrages mittels des maßgeblichen Effektivzinssatzes zeitlich abgegrenzt. Der Effektivzinssatz ist derjenige Zinssatz, mit dem die erwarteten zukünftigen Einzahlungen über die Laufzeit des finanziellen Vermögenswertes exakt auf den Nettobuchwert dieses Vermögenswertes bei erstmaliger Erfassung abgezinst werden.

2.5.4 Mieterträge

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns zur Erfassung von Erträgen aus Operating-Leasingverhältnissen ist in 2.12 beschrieben.

2.5.5 Fertigungsaufträge

Ist das Ergebnis eines Fertigungsauftrags verlässlich zu schätzen, werden die Auftragserlöse und Auftragskosten in Verbindung mit diesem Fertigungsauftrag entsprechend dem Leistungsfortschritt am Abschlussstichtag erfasst. Der Leistungsfortschritt wird auf Basis der entstandenen Auftragskosten für die geleistete Arbeit im Verhältnis zu den erwarteten Auftragskosten ermittelt. Veränderungen in der vertraglichen Arbeit, den Ansprüchen und den Leistungsprämien sind in dem Ausmaß enthalten, wie ihre Höhe verlässlich bestimmt werden kann und ihr Erhalt als wahrscheinlich angesehen wird.

Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht verlässlich bestimmt werden kann, werden die Auftragserlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst, die wahrscheinlich einbringlich sind. Auftragskosten werden in der Periode, in der sie entstehen, als Aufwand erfasst.

Ist es wahrscheinlich, dass die gesamten Auftragskosten die gesamten Auftragserlöse übersteigen werden, wird der erwartete Verlust sofort als Aufwand erfasst.

Sofern die bis zum Bilanzstichtag angefallenen Auftragskosten zuzüglich ausgewiesener Gewinne und abzüglich ausgewiesener Verluste die Teilabrechnung übersteigen, wird der Überschuss als Fertigungsauftrag mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden gezeigt. Bei Verträgen, in denen die Teilabrechnungen die angefallenen Auftragskosten zuzüglich ausgewiesener Gewinne und abzüglich ausgewiesener Verluste übersteigen, wird der Überschuss als Fertigungsauftrag mit passivischem Saldo gegenüber Kunden ausgewiesen.

Erhaltene Beträge vor Erbringung der Fertigungsleistung werden in der Konzernbilanz als Schulden bei den erhaltenen Anzahlungen erfasst. Abgerechnete Beträge für bereits erbrachte Leistungen, die noch nicht vom Kunden bezahlt wurden, sind in der Konzernbilanz im Posten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen enthalten.

2.6 Ertragsteuern

Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar.

Laufende oder latente Steuern werden in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst, es sei denn, dass sie im Zusammenhang mit Posten stehen, die entweder im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst werden. In diesem Fall wird die laufende und latente Steuer ebenfalls im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst. Wenn laufende oder latente Steuern aus der erstmaligen Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses resultieren, werden die Steuereffekte bei der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses einbezogen.

2.6.1 Laufende Steuern

Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Jahresüberschuss aus der Konzern-Gesamtergebnisrechnung aufgrund von Aufwendungen und Erträgen, die in späteren Jahren oder niemals steuerbar bzw. steuerlich abzugsfähig sind. Die Verbindlichkeit des Konzerns für die laufenden Steuern wird auf Grundlage der geltenden bzw. in Kürze geltenden Steuersätze berechnet.

2.6.2 Latente Steuern

Latente Steuern werden für die Unterschiede zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss und den entsprechenden steuerlichen Wertansätzen im Rahmen der Berechnung des zu versteuernden Einkommens erfasst. Latente Steuerschulden werden im Allgemeinen für alle zu versteuernden temporären Differenzen bilanziert; latente Steueransprüche werden insoweit erfasst, wie es wahrscheinlich ist, dass steuerbare Gewinne zur Verfügung stehen, für welche die abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können. Solche latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden werden nicht angesetzt, wenn sich die temporären Differenzen aus einem Geschäfts- oder Firmenwert oder aus der erstmaligen Erfassung (außer bei Unternehmenszusammenschlüssen) von anderen Vermögenswerten und Schulden ergeben, welche aus Vorfällen resultieren, die weder das zu versteuernde Einkommen noch den Jahresüberschuss berühren.

Für zu versteuernde temporäre Differenzen, die aus Anteilen an Tochterunternehmen oder assoziierten Unternehmen entstehen, werden latente Steuerschulden gebildet, es sei denn, dass der Konzern die Umkehrung der temporären Differenzen steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird.

Latente Steueransprüche, die sich aus temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen oder assoziierten Unternehmen ergeben, werden nur in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend steuerbares Einkommen zur Verfügung steht, mit dem die Ansprüche aus den temporären Differenzen genutzt werden können. Zudem muss davon ausgegangen werden können, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zukunft umkehren werden.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Abschlussstichtag geprüft und im Wert gemindert, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren.

Latente Steuerschulden und Steueransprüche werden auf Basis der erwarteten Steuersätze und der Steuergesetze ermittelt, die im Zeitpunkt der Erfüllung der Schuld oder der Realisierung des Vermögenswertes voraussichtlich Geltung haben werden. Die Bewertung von latenten Steueransprüchen und Steuerschulden spiegelt die steuerlichen Konsequenzen wider, die sich aus der Art und Weise ergeben, wie der Konzern zum Abschlussstichtag erwartet, die Schuld zu erfüllen bzw. den Vermögenswert zu realisieren.

2.7 Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ermittelt sich aus der Division des Ergebnisanteils nach Steuern der Gesellschafter des Mutterunternehmens durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktien. Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird unter der Annahme berechnet, dass alle potenziell verwässernden Wertpapiere und aktienbasierten Vergütungspläne umgewandelt bzw. ausgeübt werden.

2.8 Immaterielle Vermögenswerte

Separat erworbene immaterielle Vermögenswerte

Separat, d.h. nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmbaren Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen erfasst. Die Abschreibungen werden linear über die erwartete Nutzungsdauer aufwandswirksam erfasst. Die erwartete Nutzungsdauer sowie die Abschreibungsmethode werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und sämtliche Schätzungsänderungen prospektiv berücksichtigt.

Folgende Nutzungsdauern wurden für die Berechnung der Abschreibung zugrunde gelegt:

EDV-Software 3 – 5 Jahre
Gewerbliche Schutzrechte 2 – 10 Jahre
Lizenzen 3 Jahre
Kundenstämme 15 Jahre

Geschäfts- oder Firmenwert

Der aus einem Unternehmenszusammenschluss resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird zu Anschaffungskosten abzüglich ggf. erforderlicher Wertminderungen bilanziert und ist gesondert in der Konzernbilanz ausgewiesen.

Für Zwecke der Wertminderungsprüfung wird der Geschäfts- oder Firmenwert bei Erwerb auf jene zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns aufgeteilt, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen können.

Zahlungsmittelgenerierende Einheiten, welchen ein Teil des Geschäfts- oder Firmenwertes zugeteilt wurde, sind wenigstens jährlich auf Wertminderung zu prüfen. Liegen Hinweise für eine Wertminderung einer Einheit vor, kann es erforderlich sein, häufiger Wertminderungstests durchzuführen. Wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit kleiner ist als der Buchwert der Einheit, ist der Wertminderungsaufwand zunächst dem Buchwert eines jeglichen der Einheit zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes und dann anteilig den anderen Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte eines jeden Vermögenswertes im Verhältnis zum Gesamtbuchwert der Vermögenswerte innerhalb der Einheit zuzuordnen. Dabei ist der erzielbare Betrag der höhere Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

Jeglicher Wertminderungsaufwand des Geschäfts- oder Firmenwertes wird direkt in der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in künftigen Perioden nicht aufgeholt werden.

Bei der Veräußerung einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird der darauf entfallende Betrag des Geschäfts- oder Firmenwertes im Rahmen der Ermittlung des Abgangserfolges berücksichtigt.

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte – Forschungs- und Entwicklungskosten

Kosten für Forschungsaktivitäten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

Ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert, der sich aus der Entwicklungstätigkeit oder aus der Entwicklungsphase eines internen Projekts ergibt, wird dann bilanziert, wenn die folgenden Nachweise erbracht wurden:

Die Fertigstellung des immateriellen Vermögenswertes ist technisch realisierbar, sodass er zur Nutzung oder zum Verkauf zur Verfügung stehen wird.

Es besteht die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen sowie ihn zu nutzen oder zu verkaufen.

Die Fähigkeit, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen, ist vorhanden.

Der immaterielle Vermögenswert wird voraussichtlich einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen.

Die Verfügbarkeit adäquater technischer, finanzieller und sonstiger Ressourcen, um die Entwicklung abschließen und den immateriellen Vermögenswert nutzen oder verkaufen zu können, ist gegeben.

Die Fähigkeit zur verlässlichen Bestimmung der im Rahmen der Entwicklung des immateriellen Vermögenswertes zurechenbaren Aufwendungen ist vorhanden.

Der Betrag, mit dem ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert erstmalig aktiviert wird, ist die Summe der entstandenen Aufwendungen von dem Tag an, an dem der immaterielle Vermögenswert die oben genannten Bedingungen erstmals erfüllt. Wenn ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert nicht aktiviert werden kann bzw. noch kein immaterieller Vermögenswert vorliegt, werden die Entwicklungskosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie entstehen. Es wurden Entwicklungsaufwendungen in Höhe von € 1,95 Mio. (Vj. TEUR 441) aufwandswirksam erfasst.

In den Folgeperioden werden selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, analog zu erworbenen immateriellen Vermögenswerten, zu Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen bilanziert. Aktivierte Entwicklungskosten werden im Konzern in der Regel über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren linear abgeschrieben.

Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst und im Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet.

In den Folgeperioden werden immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, genauso wie separat erworbene immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und etwaiger kumulierter Wertminderungen bewertet.

Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte

Ein immaterieller Vermögenswert ist bei Abgang oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen von seiner Nutzung oder seinem Abgang erwartet wird, auszubuchen. Der Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswertes, bewertet mit der Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes, wird im Zeitpunkt der Ausbuchung des Vermögenswertes in der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasst. Der Ausweis erfolgt in den sonstigen Erträgen bzw. sonstigen Aufwendungen.

2.9 Sachanlagen

Die Büro- und Geschäftsausstattungen sowie im Vorjahr Geschäftsbauten werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und erfasster Wertminderungen ausgewiesen.

Die Abschreibung erfolgt derart, dass die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten (mit Ausnahme von Anlagen im Bau) abzüglich ihrer Restwerte über deren Nutzungsdauer linear abgeschrieben werden. Die erwarteten Nutzungsdauern, Restwerte und Abschreibungsmethoden werden an jedem Abschlussstichtag überprüft. Sämtliche notwendige Schätzungsänderungen werden prospektiv berücksichtigt.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern der Vermögenswerte zugrunde:

Geschäftsbauten 35 – 60 Jahre
Computer, EDV-Ausstattung 3 – 7 Jahre
Büroausstattung 10 – 13 Jahre
Mietereinbauten 5 – 13 Jahre

Vermögenswerte, die im Rahmen von Finanzierungsleasingverhältnissen gehalten werden, werden über ihre erwartete Nutzungsdauer auf die gleiche Art und Weise wie im Eigentum des Konzerns stehende Vermögenswerte abgeschrieben. Besteht jedoch keine hinreichende Sicherheit, dass das Eigentum am Ende des Leasingverhältnisses auf den Leasingnehmer übergeht, werden die Vermögenswerte über die kürzere Dauer aus Laufzeit des Leasingverhältnisses und erwarteter Nutzungsdauer abgeschrieben.

Eine Sachanlage wird entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne und Verluste werden als Differenz aus Nettoveräußerungserlösen und Buchwerten des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in welcher der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.

2.10 Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte mit Ausnahme der Geschäfts- oder Firmenwerte

Zu jedem Abschlussstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte, um festzustellen, ob es Anhaltspunkte für eine eingetretene Wertminderung dieser Vermögenswerte gibt. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt, um den Umfang eines eventuellen Wertminderungsaufwands festzustellen. Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu welcher der Vermögenswert gehört. Wenn eine angemessene und stetige Grundlage zur Verteilung ermittelt werden kann, werden die gemeinschaftlichen Vermögenswerte auf die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt. Andernfalls erfolgt eine Verteilung auf die kleinste Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, für die eine angemessene und stetige Grundlage der Verteilung ermittelt werden kann.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer bzw. bei solchen, die noch nicht für eine Nutzung zur Verfügung stehen, wird mindestens jährlich und immer dann, wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, ein Wertminderungstest durchgeführt.

Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes werden die geschätzten künftigen Zahlungsströme mit einem Vorsteuerzinssatz abgezinst. Dieser Vorsteuerzinssatz berücksichtigt zum einen die momentane Markteinschätzung über den Zeitwert des Geldes, zum anderen die dem Vermögenswert inhärenten Risiken, insoweit diese nicht bereits Eingang in die Schätzung der Zahlungsströme gefunden haben.

Wenn der geschätzte erzielbare Betrag eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert unterschreitet, wird der Buchwert des Vermögenswertes oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf den erzielbaren Betrag vermindert. Der Wertminderungsaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst, es sei denn, der entsprechende Vermögenswert wird mit seinem Neubewertungsbetrag angesetzt. In einem solchen Fall ist der Wertminderungsaufwand als Verminderung der Neubewertungsrücklage zu behandeln.

Sollte sich der Wertminderungsaufwand in der Folge umkehren, wird der Buchwert des Vermögenswertes oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf die jüngste Schätzung des erzielbaren Betrages erhöht. Die Erhöhung des Buchwertes ist dabei auf den Wert beschränkt, der sich ergeben hätte, wenn für den Vermögenswert oder die zahlungsmittelgenerierende Einheit in den Vorjahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird unmittelbar erfolgswirksam erfasst, es sei denn, der Vermögenswert wird mit seinem Neubewertungsbetrag angesetzt. In einem solchen Fall ist die Wertaufholung als Erhöhung der Neubewertungsrücklage zu behandeln.

2.11 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden so lange nicht erfasst, bis eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass der Konzern die dazugehörigen Bedingungen, die mit den Zuwendungen in Verbindung stehen, erfüllen wird und die Zuwendungen auch gewährt werden.

Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte, einschließlich nicht monetärer Zuwendungen zum beizulegenden Zeitwert, sind in der Bilanz entweder als passivischer Abgrenzungsposten darzustellen oder bei der Feststellung des Buchwertes des Vermögenswertes abzusetzen. Die zwei Methoden der Darstellung von Zuwendungen für Vermögenswerte sind im Abschluss als gleichwertig zu betrachten. Der einen Methode zufolge wird die Zuwendung als passivischer Abgrenzungsposten berücksichtigt, die während der Nutzungsdauer des Vermögenswerts auf einer planmäßigen Grundlage im Gewinn oder Verlust zu erfassen ist. Nach der anderen Methode, welche auch im Konzern angewendet wird, wird die Zuwendung bei der Feststellung des Buchwerts des Vermögenswerts abgezogen. Die Zuwendung wird mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrags über die Lebensdauer des abschreibungsfähigen Vermögenswerts im Gewinn oder Verlust erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand, die als Ausgleich für bereits angefallene Aufwendungen oder Verluste oder zur sofortigen finanziellen Unterstützung ohne künftig damit verbundenen Aufwand gezahlt wird, ist im Gewinn oder Verlust in der Periode zu erfassen, in der der entsprechende Anspruch entsteht.

2.12 Leasing

Leasingverhältnisse werden als Finanzierungsleasingverhältnisse klassifiziert, wenn durch die Leasingvereinbarung im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer übertragen werden. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert.

Der Konzern als Leasinggeber

Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden bei erstmaligem Ansatz in Höhe des Nettoinvestitionswertes aus dem Leasingverhältnis erfasst. Die Leasingzahlungen werden so in Zinszahlungen und Tilgung der Leasingforderung aufgeteilt, dass eine konstante periodische Verzinsung der Forderung erzielt wird.

Mieteinnahmen aus Operating-Leasingverhältnissen werden linear über die Laufzeit des entsprechenden Leasingverhältnisses erfolgswirksam verteilt. Anfängliche direkte Kosten, die direkt den Verhandlungen und dem Abschluss eines Leasingverhältnisses zugerechnet werden können, werden dem Buchwert des vermieteten Vermögenswertes zugerechnet und linear über die Laufzeit verteilt.

Der Konzern als Leasingnehmer

Im Rahmen eines Finanzierungsleasingverhältnisses gehaltene Vermögenswerte werden zu Beginn des Leasingverhältnisses als Vermögenswerte mit ihrem beizulegenden Zeitwert oder, falls dieser niedriger ist, mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen erfasst. Die entsprechende Verbindlichkeit gegenüber dem Leasinggeber wird innerhalb der Konzernbilanz als Verpflichtung aus Finanzierungsleasingverhältnissen ausgewiesen.

Die Leasingzahlungen werden in Zinsaufwendungen und Tilgung der Leasingverpflichtung aufgeteilt, sodass eine konstante Verzinsung der verbleibenden Verbindlichkeit erzielt wird. Zinsaufwendungen werden direkt in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst. Bedingte Leasingzahlungen werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

Mietzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden als Aufwand linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst, es sei denn, eine andere systematische Grundlage entspricht eher dem zeitlichen Nutzungsverlauf für den Konzern. Bedingte Mietzahlungen im Rahmen eines Operating-Leasingverhältnisses werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

Erhält die Gesellschaft Anreizzahlungen, um ein Operating-Leasingverhältnis einzugehen, werden diese als Verbindlichkeit erfasst. Die Verbindlichkeit wird grundsätzlich linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses aufgelöst, sodass es zu einer Verminderung der Mietzahlungen kommt.

2.13 Fremdkapitalkosten

In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten stehende Fremdkapitalkosten werden bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereitstehen, zu den Herstellungskosten dieser Vermögenswerte hinzugerechnet. Qualifizierte Vermögenswerte sind Vermögenswerte, für die ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen.

Erwirtschaftete Erträge aus der zwischenzeitlichen Anlage speziell aufgenommenen Fremdkapitals bis zu dessen Ausgabe für qualifizierte Vermögenswerte werden von den aktivierbaren Fremdkapitalkosten abgezogen.

Im Konzern wurden alle Fremdkapitalkosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen.

2.14 Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte sind zu erfassen, wenn ein Konzernunternehmen Vertragspartei des Finanzinstruments wird.

Finanzielle Vermögenswerte sind bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb von finanziellen Vermögenswerten, welche nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zuzurechnen sind, erhöhen den beizulegenden Zeitwert der finanziellen Vermögenswerte bei Zugang. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb von finanziellen Vermögenswerten zuzurechnen sind, welche erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden unmittelbar in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Die Zuordnung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt in die folgenden Kategorien:

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Kredite und Forderungen

Die Zuordnung hängt von der Art und dem Verwendungszweck der finanziellen Vermögenswerte ab und erfolgt bei Zugang. Der Ansatz und die Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte erfolgt zum Handelstag, sofern es sich um Finanzanlagen handelt, deren Lieferung innerhalb des für den betroffenen Markt üblichen Zeitrahmens erfolgt.

2.14.1 Klassifizierung und Bewertung

Effektivzinsmethode

Die Effektivzinsmethode ist eine Methode zur Berechnung der fortgeführten Anschaffungskosten eines Schuldtitels und der Zuordnung von Zinserträgen auf die jeweiligen Perioden. Der Effektivzins ist derjenige Zinssatz, mit dem die geschätzten künftigen Einzahlungen (einschließlich aller Gebühren, welche Teil des Effektivzinssatzes sind, Transaktionskosten und sonstiger Agien und Disagien) über die erwartete Laufzeit des Schuldtitels oder eine kürzere Periode, sofern zutreffend, auf den Nettobuchwert aus erstmaliger Erfassung abgezinst werden.

Erträge werden bei Schuldtiteln auf Basis der Effektivverzinsung erfasst. Davon ausgenommen sind solche Instrumente, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert wurden.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wenn der finanzielle Vermögenswert entweder zu Handelszwecken gehalten oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert wird.

Ein finanzieller Vermögenswert wird als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, wenn dieser:

hauptsächlich mit der Absicht erworben wurde, ihn kurzfristig zu verkaufen,

oder beim erstmaligen Ansatz Teil eines Portfolios eindeutig identifizierter und gemeinsam vom Konzern gesteuerter Finanzinstrumente ist, für das in der jüngeren Vergangenheit Hinweise auf kurzfristige Gewinnmitnahmen bestehen,

oder ein Derivat ist, das nicht als Sicherungsinstrument designiert wurde, als solches effektiv ist und auch keine Finanzgarantie darstellt.

Ein Derivat ist gemäß IAS 39.9 definiert als ein Finanzinstrument oder ein anderer Vertrag, der in den Anwendungsbereich des IAS 39 fällt und die folgenden drei Merkmale erfüllt:

Seine Wertentwicklung ist an einen bestimmten Zinssatz, den Preis eines Finanzinstruments, einen Rohstoffpreis, Wechselkurs, Preis- oder Zinsindex, ein Bonitätsrating oder einen Kreditindex oder eine ähnliche Variable gekoppelt, sofern bei einer nicht finanziellen Variablen diese nicht spezifische für eine der Vertragsparteien ist (auch „Basis“ genannt):

Es erfordert keine Anfangsauszahlung oder eine, die im Vergleich zu anderen Vertragsformen, von denen zu erwarten ist, dass sie in ähnlicher Weise auf Änderungen der Marktbedingungen reagieren, geringer ist;

und es wird zu einem späteren Zeitpunkt beglichen.

Ein Derivat, zu dessen Erfüllung die Gesellschaft eine feste Anzahl von Eigenkapitalinstrumenten gegen einen festen Betrag an flüssigen Mitteln oder anderen finanziellen Vermögenswerten erhält oder liefert wird als Eigenkapitalinstrument klassifiziert

Ein finanzieller Vermögenswert, der nicht als zu Handelszwecken gehalten eingestuft wird, kann im Rahmen des erstmaligen Ansatzes als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert werden, wenn:

eine solche Designation Bewertungs- und Ansatzinkonsistenzen beseitigt

oder wesentlich reduziert, die ansonsten auftreten würden, oder der finanzielle Vermögenswert Teil einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten und/oder finanziellen Verbindlichkeiten ist, die gemäß einer dokumentierten Risikomanagement- oder Anlagestrategie gesteuert werden, ihre Wertentwicklung auf Grundlage des beizulegenden Zeitwerts beurteilt wird und Informationen über dieses Portfolio auf dieser Basis intern bereitgestellt werden, oder er Teil eines Vertrages ist, welcher ein oder mehrere eingebettete Derivat enthält, und gemäß IAS 39 das gesamte strukturierte Produkt (Vermögenswert oder Verbindlichkeit) erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert angesetzt werden kann.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Jeder aus der Bewertung resultierende Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst. Der erfasste Nettogewinn oder -verlust schließt etwaige Dividenden und Zinsen des finanziellen Vermögenswertes mit ein und wird im Posten „Sonstige finanziellen Aufwendungen/Erträge“ in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen

Für die bilanzielle Abbildung einer Call-Option im Rahmen eines Unternehmenserwerbes ist zunächst die Anwendbarkeit der antizipierten Erwerbsmethode zu prüfen. Hierzu ist im ersten Schritt zu klären, welchen Einfluss die Existenz und Ausgestaltung der Option auf die Einbeziehung der Tochtergesellschaft im Rahmen des Konzernabschlusses besitzt. Sofern der Erwerber bereits zum Zeitpunkt des Abschlusses der Option über Zugang zu den eigentümertypischen Chancen und Risiken verfügt, handelt es sich um einen antizipierten Erwerb (IFRS 10.B90). Der Kapitalkonsolidierung werden folglich nicht die aktuellen, sondern die nach der Optionsausübung entstehenden Beteiligungsquoten zugrunde gelegt. Sofern der Erwerber über eine Kaufoption verfügt, wird diese als synthetische Kaufpreisverbindlichkeit abgebildet. Falls sich aus der Gesamtabwägung der Verteilung von Chancen und Risiken ergibt, dass dem Optionsberechtigten zum Zeitpunkt der Vereinbarung das volle Nutzenpotential noch nicht zugegangen ist, ist die Bilanzierung nach IAS 39 vorzunehmen.

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen sowie einer festen Laufzeit, bei denen der Konzern die Absicht und Fähigkeit besitzt, diese bis zur Endfälligkeit zu halten. Nach erstmaliger Erfassung werden bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertminderungen bewertet.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar bestimmt wurden oder weder als

(a) Kredite und Forderungen,

(b) bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen oder

(c) finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden,

eingestuft sind.

Vom Konzern gehaltene börsennotierte Anleihen, die in einem aktiven Markt gehandelt werden, werden als zu Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert und an jedem Abschlussstichtag zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Vom Konzern gehaltene Investitionen in nicht börsennotierte Anteile, die nicht in einem aktiven Markt gehandelt werden, werden ebenfalls als zu Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert und an jedem Abschlussstichtag zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, wenn das Management davon ausgeht, dass der beizulegende Zeitwert verlässlich ermittelt werden kann.

Änderungen des Buchwerts von auf Fremdwährung lautenden monetären Finanzinstrumenten der Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, die aus Schwankungen von Fremdwährungskursen resultieren, Zinserträge aus der Anwendung der Effektivzinsmethode und Dividenden aus zur Veräußerung verfügbaren Eigenkapitalinstrumenten werden in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst. Sonstige Änderungen des Buchwerts von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Neubewertungsrücklage für Finanzinvestitionen angesammelt. Wird ein zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswert veräußert oder wird bei ihm eine Wertminderung festgestellt, werden die bis dahin in der Neubewertungsrücklage für Finanzinvestitionen angesammelten Gewinne und Verluste in die Konzern-Gesamtergebnisrechnung umgegliedert.

Dividenden aus Eigenkapitalinstrumenten der Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst, sobald der Konzern einen Anspruch auf die Dividenden erlangt hat.

Der beizulegende Zeitwert von auf Fremdwährung lautenden monetären Finanzinstrumenten der Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte wird in der Fremdwährung ermittelt und anschließend mit dem Kassakurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Fremdwährungsgewinne/-verluste, die in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst werden, bestimmen sich auf Grundlage der fortgeführten Anschaffungskosten des monetären Vermögenswerts. Sonstige Fremdwährungsgewinne/-verluste werden im sonstigen Ergebnis erfasst.

Zur Veräußerung verfügbare Eigenkapitalinstrumente, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, sowie Derivate auf solche nicht notierten Eigenkapitalinstrumente, die nur durch Andienung erfüllt werden können, werden an jedem Abschlussstichtag mit den Anschaffungskosten abzüglich etwaiger kumulierter Wertminderungen bewertet.

Kredite und Forderungen

Kredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Kredite und Forderungen, die bspw. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen, Bankguthaben und Barmittel umfassen, werden nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet.

Mit Ausnahme von kurzfristigen Forderungen, bei denen der Effekt aus der Diskontierung unwesentlich wäre, werden Zinserträge gemäß der Effektivzinsmethode erfasst.

2.14.2 Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Finanzielle Vermögenswerte, mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte, werden zu jedem Abschlussstichtag auf mögliche Wertminderungsindikatoren untersucht. Finanzielle Vermögenswerte werden als wertgemindert betrachtet, wenn infolge eines oder mehrerer Ereignisse, die nach dem erstmaligen Ansatz des Vermögenswertes eintraten, ein objektiver Hinweis dafür vorliegt, dass sich die erwarteten künftigen Zahlungsströme der Finanzlage negativ verändert haben.

Bei Eigenkapitalinvestitionen, die als zur Veräußerung verfügbar kategorisiert wurden, ist eine wesentliche oder anhaltende Verringerung des beizulegenden Zeitwerts der Vermögenswerte unter ihre Anschaffungskosten als objektiver Hinweis auf eine Wertminderung zu sehen.

Bei allen anderen finanziellen Vermögenswerten können objektive Hinweise für eine Wertminderung im Folgenden bestehen:

Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder der Gegenpartei,

ein Vertragsbruch wie etwa ein Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen,

eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungsverfahren geht, oder

das durch finanzielle Schwierigkeiten bedingte Verschwinden eines aktiven Marktes für diesen finanziellen Vermögenswert.

Bei einigen Kategorien von finanziellen Vermögenswerten, z.B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, für die keine Wertminderung auf Einzelbasis festgestellt wird, erfolgt eine Prüfung auf Wertminderung auf Portfoliobasis. Ein objektiver Hinweis für eine Wertminderung eines Portfolios von Forderungen können Erfahrungen des Konzerns mit Zahlungseingängen in der Vergangenheit, ein Anstieg der Häufigkeit von Zahlungsausfällen innerhalb des Portfolios über die durchschnittliche Kreditdauer sowie beobachtbare Veränderungen des nationalen oder lokalen Wirtschaftsumfelds sein, mit denen Ausfälle von Forderungen in Zusammenhang gebracht werden.

Bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten entspricht der Wertminderungsaufwand der Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswerts ermittelten Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsströme.

Bei zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten entspricht der Wertminderungsaufwand der Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem mit der aktuellen Marktrendite eines vergleichbaren finanziellen Vermögenswerts ermittelten Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsströme. Solche Wertberichtigungen dürfen in den Folgeperioden nicht rückgängig gemacht werden.

Eine Wertminderung führt zu einer direkten Minderung des Buchwerts aller betroffenen finanziellen Vermögenswerte, mit Ausnahmen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, deren Buchwert durch ein Wertminderungskonto gemindert wird. Wird eine wertberichtigte Forderung aus Lieferungen und Leistungen als uneinbringlich eingeschätzt, erfolgt der Verbrauch gegen das Wertminderungskonto. Nachträgliche Eingänge auf bereits als Wertberichtigung erfasste Beträge werden ebenfalls gegen das Wertminderungskonto gebucht. Änderungen des Buchwerts des Wertminderungskontos werden erfolgswirksam über die Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Für den Fall, dass ein zur Veräußerung verfügbarer klassifizierter finanzieller Vermögenswert als wertgemindert eingeschätzt wird, sind die zuvor im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne und Verluste in der Periode in die Konzern-Gesamtergebnisrechnung umzugliedern.

Verringert sich die Höhe der Wertminderung eines zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerts in einem der folgenden Jahre und kann diese Verringerung objektiv auf ein nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenes Ereignis zurückgeführt werden, wird die vormals erfasste Wertminderung über die Konzern-Gesamtergebnisrechnung rückgängig gemacht. Eine Zuschreibung darf dabei jedoch den Betrag nicht übersteigen, der sich bei Fortführung der Anschaffungskosten ohne Wertminderung ergeben hätte.

Im Fall von als zur Veräußerung verfügbar klassifizierten Eigenkapitalinstrumenten werden in der Vergangenheit erfolgswirksam erfasste Wertminderungen nicht erfolgswirksam rückgängig gemacht. Jegliche Erhöhung des beizulegenden Zeitwertes wird nach einer erfolgten Wertminderung im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Neubewertungsrücklage für Finanzinvestitionen angesammelt.

Bei zur Veräußerung verfügbar klassifizierten Schuldinstrumenten werden in der Vergangenheit erfolgswirksam erfasste Wertminderungen in nachfolgenden Perioden erfolgswirksam rückgängig gemacht, sofern sich eine Erhöhung des beizulegenden Zeitwerts des Instruments auf ein Ereignis zurückführen lässt, das nach der Erfassung der Wertminderung eingetreten ist.

2.14.3 Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert nur aus, wenn die vertraglichen Rechte auf die Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder er den finanziellen Vermögenswert sowie im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Vermögenswerts verbundenen Chancen und Risiken auf einen Dritten überträgt.

Sofern der Konzern weder im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken überträgt noch zurückbehält, aber weiterhin die Verfügungsmacht über den übertragenen Vermögenswert hat, erfasst der Konzern seinen verbleibenden Anteil am Vermögen und eine entsprechende Verbindlichkeit in Höhe der möglicherweise zu zahlenden Beträge.

Für den Fall, dass der Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken eines übertragenen finanziellen Vermögenswerts zurückbehält, erfasst der Konzern weiterhin den finanziellen Vermögenswert sowie ein besichertes Darlehen für die erhaltene Gegenleistung.

Bei der vollständigen Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswertes wird die Differenz zwischen dem Buchwert und der Summe aus dem erhaltenen oder zu erhaltenen Entgelt und aller kumulierten Gewinne oder Verluste, die im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital angesammelt wurden, in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Bei nicht vollständiger Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswertes, z.B. wenn der Konzern eine Option behält, einen Teil des übertragenen Vermögenswerts zurückzukaufen, teilt der Konzern den früheren Buchwert des finanziellen Vermögenswertes zwischen dem Teil, der von ihm gemäß dem anhaltenden Engagement weiter erfasst wird, und dem Teil, den er nicht länger erfasst, auf Grundlage der relativen beizulegenden Zeitwerte dieser Teile am Übertragungstag auf. Die Differenz zwischen dem Buchwert, der dem nicht länger erfassten Teil zugeordnet wurde, und der Summe aus dem für den nicht länger erfassten Teil erhaltenen Entgelt und allen ihm zugeordneten kumulierten Gewinnen oder Verlusten, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden, wird in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst. Jeglicher kumulierte Gewinn oder Verlust, der im sonstigen Ergebnis erfasst wurde, wird zwischen dem Teil, der weiter erfasst wird, und dem Teil, der nicht länger erfasst wird, auf der Grundlage der relativen beizulegenden Zeitwerte dieser Teile aufgeteilt.

2.15 Barmittel und Bankguthaben

Barmittel und Bankguthaben werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sie umfassen Barbestände, auf Abruf zur Verfügung stehende Bankguthaben und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte, die im Zeitpunkt der Anschaffung eine Laufzeit von maximal drei Monaten aufweisen.

2.16 Eigenkapital

Ein Eigenkapitalinstrument ist ein Vertrag, der einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unternehmens nach Abzug aller dazugehörigen Schulden begründet. Eigenkapitalinstrumente werden zum erhaltenen Ausgabeerlös abzüglich direkt zurechenbarer Ausgabekosten erfasst. Ausgabekosten sind solche Kosten, die ohne die Ausgabe des Eigenkapitalinstruments nicht angefallen wären.

Rückkäufe von eigenen Eigenkapitalinstrumenten werden direkt vom Eigenkapital abgezogen. Weder Kauf noch Verkauf, Ausgabe oder Einziehung von eigenen Eigenkapitalinstrumenten werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Von einem Konzernunternehmen emittierte Fremd- und Eigenkapitalinstrumente werden entsprechend dem wirtschaftlichen Gehalt der Vertragsvereinbarung und den Definitionen als finanzielle Verbindlichkeiten oder Eigenkapital klassifiziert.

2.17 Anteilsbasierte Vergütungen

Anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente an Arbeitnehmer werden zu dem beizulegenden Zeitwert des Eigenkapitalinstruments am Tage der Gewährung bewertet.

Der bei der Gewährung der anteilsbasierten Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente ermittelte beizulegende Zeitwert wird linear über den Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit als Aufwand mit korrespondierender Erhöhung des Eigenkapitals gebucht und beruht auf den Erwartungen des Konzerns hinsichtlich der Eigenkapitalinstrumente, die voraussichtlich unverfallbar werden. Zu jedem Abschlussstichtag hat der Konzern seine Schätzungen bzgl. der Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die unverfallbar werden, zu überprüfen. Die Auswirkungen der Änderungen der ursprünglichen Schätzungen sind, sofern vorhanden, erfolgswirksam zu erfassen. Die Erfassung erfolgt derart, dass der Gesamtaufwand die Schätzungsänderung reflektiert und zu einer entsprechenden Anpassung der Rücklage durch Eigenkapitalinstrumente führt.

2.18 Sonstige Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlicher oder faktischer Natur) aus einem vergangenen Ereignis hat und es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung mit dem Abfluss von Ressourcen einhergeht und eine verlässliche Schätzung des Betrages der Rückstellung möglich ist.

Der angesetzte Rückstellungsbetrag ist der beste Schätzwert, der sich am Abschlussstichtag für die hinzugebende Leistung ergibt, um die gegenwärtige Verpflichtung zu erfüllen. Dabei sind der Verpflichtung inhärente Risiken und Unsicherheiten zu berücksichtigen. Wird eine Rückstellung auf Basis der für die Erfüllung der Verpflichtung geschätzten Zahlungsströme bewertet, sind diese Zahlungsströme abzuzinsen, sofern der Zinseffekt wesentlich ist.

Kann davon ausgegangen werden, dass Teile oder der gesamte zur Erfüllung der Rückstellung notwendige wirtschaftliche Nutzen durch einen außenstehenden Dritten erstattet wird, wird dieser Anspruch als Vermögenswert aktiviert, wenn die Erstattung so gut wie sicher ist und ihr Betrag zuverlässig geschätzt werden kann.

Belastende Verträge

Gegenwärtige Verpflichtungen, die im Zusammenhang mit belastenden Verträgen entstehen, werden als Rückstellung erfasst. Das Bestehen eines belastenden Vertrages wird angenommen, wenn der Konzern Vertragspartner eines Vertrages ist, von dem erwartet wird, dass die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung des Vertrages den aus diesem Vertrag erwachsenden wirtschaftlichen Nutzen übersteigen werden.

Rückbauverpflichtung

Eine Rückstellung für Rückbauaufwendungen der angemieteten Büroräume wird erfasst, wenn der Konzern einen Rückbauplan aufgestellt hat, der seitens der Mietvertragsverpflichtung schriftlich vereinbart wurde. Bei der Bewertung einer Rückbaurückstellung finden nur die direkten Aufwendungen für die Rückbaumaßnahme Eingang. Es handelt sich somit nur um die Beträge, welche durch die Rückbaumaßnahme verursacht werden.

Abfindungen

Eine Schuld für Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird erfasst, wenn der Konzern das Angebot solcher Leistungen nicht mehr zurückziehen kann.

2.19 Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden erfasst, wenn ein Konzernunternehmen Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Sie werden entweder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten oder als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert.

Finanzielle Verbindlichkeiten sind bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Transaktionskosten, die direkt der Emission von finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zuzurechnen sind, reduzieren den beizulegenden Zeitwert der finanziellen Verbindlichkeiten bei Zugang. Transaktionskosten, die direkt der Emission von finanziellen Verbindlichkeiten zuzurechnen sind, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden unmittelbar in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten kategorisiert, wenn sie entweder zu Handelszwecken gehalten werden oder freiwillig als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert wurden.

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird als zu Handelszwecken gehalten kategorisiert, wenn:

sie hauptsächlich mit der Absicht erworben wurde, kurzfristig zurückgekauft zu werden,

beim erstmaligen Ansatz Teil eines Portfolios eindeutig identifizierter und vom Konzern gemeinsam gesteuerter Finanzinstrumente ist, für das in der jüngeren Vergangenheit Hinweise auf kurzfristige Gewinnmitnahmen bestehen, oder

sie ein Derivat ist, welches nicht als Sicherungsinstrument designiert und effektiv ist und auch keine Finanzgarantie darstellt.

Eine andere als zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeit kann zum Zeitpunkt des Erstansatzes als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert werden, wenn:

eine solche Designation eine Bewertungs- oder Ansatzinkonsistenz, die anderenfalls entstehen würde, eliminiert oder deutlich mindert,

die finanzielle Verbindlichkeit einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten und/oder finanziellen Verbindlichkeiten angehört, die entsprechend einer dokumentierten Risiko- oder Investitionsmanagementstrategie des Konzerns auf Grundlage von beizulegenden Zeitwerten gesteuert und bewertet wird und für welche der interne Informationsfluss darauf basiert, oder

sie Teil einer Vertragsvereinbarung ist, welche ein oder mehrere eingebettete Derivate enthält, und IAS 39 es zulässt, den Gesamtvertrag (Vermögenswert oder Verbindlichkeit) als zum beizulegenden Zeitwert bewertet zu designieren.

Als zum beizulegenden Zeitwert bewertete designierte finanzielle Verbindlichkeiten werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei werden sämtliche aus der Bewertung resultierenden Gewinne oder Verluste erfolgswirksam vereinnahmt. Der in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasste Nettogewinn oder -verlust schließt die für die finanzielle Verbindlichkeit bezahlten Zinsen mit ein und wird im Posten „Sonstige finanzielle Aufwendungen/Erträge“ ausgewiesen.

Eine geschriebene Put-Option stellt für den Erwerber eine Verpflichtung zum Kauf dar und führt zu der Passivierung einer finanziellen Verbindlichkeit in Höhe des Barwerts der Abfindung gemäß IAS 32.23. Die Folgebewertung der finanziellen Verbindlichkeit erfolgt erfolgswirksam. Für die Beurteilung, gegen welche Position die finanzielle Verbindlichkeit zu erfassen ist, ist zu beurteilen, ob die EQS Group gegenwärtig Zugriff auf die Rendite der den nicht beherrschenden Gesellschaftern verbleibenden Anteilen hat. Besitzt die EQS Group einen gegenwärtigen Zugriff, erfolgt die Gegenbuchung zur finanziellen Verbindlichkeit gegen die nicht beherrschenden Gesellschafter. Besitzt die EQS Group keinen gegenwärtigen Zugriff, erfolgt die Gegenbuchung gegen den Bilanzgewinn (Accounting Policy Choice).

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, bspw. aufgenommene Kredite, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, werden gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Die Effektivzinsmethode ist eine Methode zur Berechnung der fortgeführten Anschaffungskosten einer finanziellen Verbindlichkeit und der Zuordnung von Zinsaufwendungen auf die jeweiligen Perioden. Der Effektivzinssatz ist derjenige Zinssatz, mit dem die geschätzten künftigen Auszahlungen – einschließlich sämtlicher Gebühren und gezahlter oder erhaltener Entgelte, die integraler Bestandteil des Effektivzinssatzes sind, Transaktionskosten und anderer Agien oder Disagien – über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments oder eine kürzere Periode auf den Nettobuchwert aus der erstmaligen Erfassung abgezinst werden.

Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten

Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit dann aus, wenn die entsprechende Verpflichtung beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen ist. Die Differenz zwischen dem Buchwert der ausgebuchten finanziellen Verbindlichkeit und der erhaltenen oder zu erhaltenen Gegenleistung wird in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst.

2.20 Aus einem Unternehmenszusammenschluss resultierende bedingte Kaufpreiszahlungen

Aus einem Unternehmenserwerb resultierende bedingte Kaufpreiszahlungen werden beim erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt als Teil der Anschaffungskosten qualifiziert und erhöhen somit den anzusetzenden Goodwill. Die Folgebewertung der bedingten Anschaffungskosten erfolgt ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert, wobei dessen Änderung erfolgswirksam berücksichtigt wird. Eine Ausnahme besteht lediglich für Anpassungen innerhalb von 12 Monaten nach dem Unternehmenserwerb. Hier führt eine Anpassung zu einer Anpassung der Anschaffungskosten und damit des Goodwill, sofern sie wertaufhellenden Charakter haben und nicht aus nacherwerblichen (wertändernden) Ereignissen resultieren.

2.21 Schätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses muss der Vorstand in Bezug auf die Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden, die nicht ohne Weiteres aus anderen Quellen ermittelt werden können, Sachverhalte beurteilen, Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen. Die Schätzungen und die ihnen zugrunde liegenden Annahmen resultieren aus Vergangenheitserfahrungen sowie weiteren als relevant erachteten Faktoren. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen.

Die den Schätzungen zugrunde liegenden Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung. Schätzungsänderungen werden, sofern die Änderung neu eine Periode betrifft, nur in dieser berücksichtigt. Falls die Änderungen die aktuelle sowie die folgenden Berichtsperioden betreffen, werden diese entsprechend in dieser und den folgenden Perioden berücksichtigt.

2.21.1 Bedeutende Ermessensausübung des Vorstands bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Nachfolgend sind die bedeutenden Ermessenausübungen aufgezeigt, welche der Vorstand im Rahmen der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Unternehmens vorgenommen hat, sowie die wesentlichsten Auswirkungen dieser Ermessenausübungen auf die im Konzernabschluss ausgewiesenen Beträge. Von der Darstellung ausgenommen sind solche Ermessenausübungen, die Schätzungen beinhalten.

Rückstellungen für Boni/Provisionen

Die Mitarbeiter des Konzerns erhalten eine freiwillige Zahlung für das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Ermittlung der Höhe der Rückstellung ist eine Ermessensausübung der jeweiligen Unternehmensleitung der einbezogenen Gesellschaften. Zum 31. Dezember 2017 belief sich der Gesamtbetrag auf TEUR -699 (Vj. € 1,08 Mio.).

Fertigstellungsgrad Fertigungsaufträge

Bei Festpreisverträgen wird der Fertigstellungsgrad grundsätzlich anhand der bisher angefallenen Kosten im Verhältnis zu den Gesamtkosten ermittelt (cost-to-cost-method). In Einzelfällen ist es jedoch erforderlich, den Fertigstellungsgrad entsprechend dem Gesamtfortschritt zu schätzen, da eine Ermittlung nach der cost-to-cost-method zu keinen aussagekräftigen Ergebnissen führen würde. Die Wahl der Methode zur Ermittlung des Fertigstellungsgrades liegt im Ermessen der Geschäftsleitung und wird individuell je bestehendem Projekt zusammen mit dem verantwortlichen Projektleiter getroffen. Die Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegen Kunden betragen TEUR 161 (Vj. TEUR 101). Die Fertigungsaufträge, bei denen die Anzahlungen den aktivischen Saldo übersteigen werden unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 71 (Vj. TEUR 20) ausgewiesen.

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte

Für die Aktivierung der selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte ist ein hoher Ermessensspielraum in der Abgrenzung zwischen Forschung und Entwicklung gegeben, welcher zwischen einer Aktivierung bzw. Nichtaktivierung der angefallenen Kosten besteht. Der Buchwert der selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte beträgt € 3,00 Mio. (Vj. TEUR 832).

Kategorisierung von „Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“

Die in 2017 erworbene Unternehmensbeteiligung von 9,68% wurde aufgrund der Halteabsicht als langfristiger Vermögenswert deklariert, deren Aktien- und Devisenkursbewertung zum Stichtag im sonstigen Ergebnis abgebildet werden.

2.21.2 Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten

Im Folgenden werden die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie die sonstigen wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten zum Ende der Berichtsperiode angegeben, durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich wird.

Werthaltigkeit selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte

Während des Geschäftsjahres hat der Vorstand die Werthaltigkeit der selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte erneut beurteilt. Eine Wertminderung besteht, wenn der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist dabei der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Wert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Zum Bilanzstichtag sind € 3,00 Mio. an selbsterstellten immateriellen Vermögenswerten bilanziert, wovon sich € 2,21 Mio. noch in Entwicklung befinden (Vj.:TEUR 832, davon TEUR 176 noch in Entwicklung).

Die Projektentwicklungen sind zufriedenstellend verlaufen und auch die Kundenresonanz hat die vorangegangenen Schätzungen des Vorstands hinsichtlich der erwarteten Erlöse aus den Projekten bestätigt. Die künftige Marktsituation wird weiter aufmerksam verfolgt, und es werden in den folgenden Geschäftsjahren Anpassungen vorgenommen, soweit diese als sachgerecht erscheinen sollten.

Nutzungsdauer und Wertminderung immaterieller Vermögenswerte sowie Geschäfts- oder Firmenwerte

Für die Bestimmung des Vorliegens einer Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts ist es erforderlich, den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet werden ist, zu ermitteln. Die Berechnung des Nutzungswerts bedarf der Schätzung künftiger Cashflows aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung. Wenn die tatsächlich erwarteten künftigen Cashflows geringer als bisher geschätzt ausfallen, kann sich eine wesentliche Wertminderung ergeben. Zum Bilanzstichtag ist ein Geschäfts- oder Firmenwert von € 15,11 Mio. bilanziert (Vj. € 15,79 Mio.).

Der Konzern überprüft an jedem Abschlussstichtag die Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten. Für den Kundenstamm von € 8,06 Mio. (Vj. € 9,17 Mio.) geht der Vorstand weiterhin davon aus, dass eine Nutzungsdauer von 15 Jahren aufgrund von sehr geringen Kündigungsraten bestehender Kunden angemessen ist.

Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden gemäß IAS 36 auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswertes abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert.

Einzelheiten zu den Wertminderungstests sind im Abschnitt 22. dargestellt.

Ein Abwertungsbedarf hat sich im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr nicht ergeben.

Nutzungsdauer und Wertminderungen von Sachanlagen

Der Konzern überprüft an jedem Abschlussstichtag die geschätzten Nutzungsdauern von Sachanlagen. Zum Bilanzstichtag sind Sachanlagen von € 2,05 Mio. (Vj. € 2,14 Mio.) bilanziert. Während des laufenden Geschäftsjahres ergaben sich hierzu keine Änderungen.

Die den planmäßigen Abschreibungen zugrunde liegende Nutzungsdauern basieren auf Schätzungen und werden an jedem Abschlussstichtag überprüft. Die Nutzungsdauern werden im laufenden Geschäftsjahr als angemessen betrachtet. Geänderte Annahmen oder Umstände könnten in Zukunft Änderungen notwendig machen.

Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden gemäß IAS 36 auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswertes abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert.

Ein Abwertungsbedarf hat sich im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr nicht ergeben.

Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert und Bewertungsverfahren

Einige Vermögenswerte und Schulden des Konzerns werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Vermögenswerten und Schulden verwendet der Konzern so weit wie möglich beobachtbare Marktdaten. Sind solche Eingangsparameter der Stufe 1 nicht verfügbar, beauftragt der Konzern qualifizierte externe Gutachter mit der Durchführung der Bewertungen. Weitere Details sind in Abschnitt 2.20, 3, 36 und 41.10 dargestellt.

Aktivierung latenter Steuern

Aktive latente Steuern werden in dem Umfang bilanziert, wie der Vorstand ihre künftige Realisierung als wahrscheinlich ansieht. Die Einschätzung richtet sich danach, inwieweit künftige steuerliche Gewinne erwirtschaftet werden, gegen die die bisher ungenutzten steuerlichen Verlustvorträge verrechnet werden können und sich temporäre Differenzen umkehren werden. Hierzu sind Annahmen betreffend die Auslegung der steuerlichen Vorschriften sowie der Entwicklung des zu versteuernden Einkommens der jeweiligen Konzerngesellschaften zu treffen. Das Management überprüft die Einschätzung zu unsicheren Ertragsteuerpositionen jährlich unter Berücksichtigung der erwarteten Steuerzahlungen.

“ 3. Erwerb von Tochterunternehmen „

Erworbene Tochterunternehmen

Firmenname Haupttätigkeit Zeitpunkt des Erwerbs Erworbene Anteile
in
(%)
Integrity Line GmbH, Zürich, Schweiz Anbieter für interne Meldesysteme für Hinweise zu Missständen in der Schweiz 1.1.2018 100,000

Vorjahr

Firmenname Haupttätigkeit Zeitpunkt des Erwerbs Erworbene Anteile
in
(%)
Tensid AG, Baar, Schweiz Anbieter für digitale Unternehmenskommunikation in der Schweiz 1.1.2016 100,000
ARIVA.DE AG, Kiel, Deutschland Anbieter für Finanzdaten und Softwarelösungen für Finanzinstitute 1.7.2016 50,002

Die Gesellschaften wurden mit dem Ziel erworben, die Ausweitung der Aktivitäten des Konzerns fortzusetzen.

Der Erwerb der ARIVA.DE AG erfolgte im Rahmen eines sukzessiven Unternehmenszusammenschlusses. Zum Zeitpunkt der Kontrollerlangung belief sich der beizulegende Zeitwert des gehaltenen Eigenkapitals auf TEUR 962. Der Verlust aus der Neubewertung des Anteils beläuft sich auf TEUR 758 und wurde im Aufwand aus assoziierten Unternehmen in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt. Nach dem 1.7.2016 erfolgten bis zum Bilanzstichtag 31.12.2017 weitere Erwerbe von Anteilen an der ARIVA.DE AG.

Im Laufe des Geschäftsjahres 2016 wurde die Tensid AG mit der EQS Schweiz AG rückwirkend zum 01.01.2016 verschmolzen.

Übertragene Gegenleistung

Integrity Line GmbH
TEUR
Zahlungsmittel 5.395
Kaufpreiseinbehalt 599
Summe 5.994

Im Rahmen der Vereinbarung über die bedingte Gegenleistung ist der Konzern verpflichtet, einen zusätzlichen Betrag in Höhe von CHF 69.113,33 an die Veräußerin zu zahlen, für jedes Prozent um das sich die Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2018 im Vergleich zu einem festgelegten Referenzwert um mehr als 35 Prozent positiv entwickelt. Maximal aber CHF 1.036.700. Die Umsatzentwicklung wird dabei gemessen anhand der jährlichen Lizenzgebühren für das Jahr 2018 (exklusive Beratungskosten, Implementierungskosten sonstiger Einmalzahlungen).

Die Geschäftsleitung geht im Moment nicht davon aus, dass der Referenzwert um mehr als 35 Prozent überschritten wird. Eine Überprüfung dieser Einschätzung findet im Geschäftsjahr 2018 statt.

Am 01.07.2019 ist der Kaufpreisrückbehalt in Höhe von CHF 701.421,50 fällig, sofern und soweit bis zu diesem Datum keine Gewährleistungsansprüche gegen die Verkäuferin geltend gemacht wurden.

Vorjahr Tensid AG
TEUR
ARIVA.DE AG
TEUR
Zahlungsmittel 3.880 1.228
Kaufpreiseinbehalt 427 117
Summe 4.307 1.345

Die Vereinbarung über die bedingte Gegenleistung der Tensid AG wurde im Berichtsjahr dergestalt geändert, dass diese entgegen der ursprünglichen Vereinbarung bereits im Jahr 2018 vollständig zur Auszahlung gelangt.

Die Vereinbarung über die bedingte Gegenleistung der ARIVA.DE AG wurde im Berichtsjahr erfüllt und führte zu einer teilweisen Auszahlung. Die sich für den Abschluss 2017 ergebene Auszahlung in 2018 ist aufgrund des Nichterreichens der vertraglich festgelegten Grenzen im Berichtsjahr vollständig erfolgswirksam korrigiert worden.

Für den Erwerb der TodayIR Gruppe im Jahr 2014 wurde die letzte Kaufpreistranche im Berichtsjahr bezahlt. Hierbei wurde lediglich ein 20%-iger Sicherheitsabschlag einbehalten, der jedoch im Jahr 2018 in Höhe von TEUR 257 zur Auszahlung kommt.

Erworbene Vermögenswerte und Schulden, die zum Erwerbszeitpunkt angesetzt wurden

Berichtsjahr

Da die Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses zum Zeitpunkt der Genehmigung des Abschlusses zur Veröffentlichung noch nicht vollständig ist, können keine weiteren Angaben zum Erwerb der Integrity Line GmbH zu IFRS 3.B64 gemacht werden.

Vorjahr

TEUR Tensid AG
in TEUR
ARIVA.DE AG
in TEUR
Gesamt
in TEUR
Kurzfristige Vermögenswerte
Zahlungsmittel 621 189 810
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 699 1.644 2.343
Langfristige Vermögenswerte
Mit dem Erwerb entstandener Kundenstamm 1.852 2.871 4.723
Immaterielle Vermögenswerte 2 2
Sachanlagen 3.071 3.071
Latente Steueransprüche 226 226
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Bankverbindlichkeiten -2.390 -2.390
Rückstellungen -205 -205
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten -708 -453 -1.161
Steuerschulden -40 -128 -168
Langfristige Verbindlichkeiten
Latente Steuerschulden -223 -1.045 -1.268
Nettovermögen 2.201 3.782 5.983

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Vorjahr

Die nicht beherrschenden Anteile (49,998% Anteilsbesitz an der ARIVA.DE AG) wurden zum Erwerbszeitpunkt 1.7.2016 bilanziert und unter Bezugnahme auf deren beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert wurde mittels eines Discounted Cash Flow – Verfahrens ermittelt, bei dem die zukünftigen Zahlungsströme der ARIVA.DE AG mit einem laufzeit- und risikoadäquaten Zinssatz auf den Erwerbszeitpunkt abgezinst werden. Darüber hinaus kamen noch Ergebnismultiplikatoren sowie Working Capital Anpassungen zur Anwendung.

Mit dem Erwerb entstandener Geschäfts- oder Firmenwert

Berichtsjahr

Da die Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses der Integrity Line GmbH zum Zeitpunkt der Genehmigung des Abschlusses zur Veröffentlichung noch nicht vollständig ist, können keine weiteren Angaben zu IFRS 3.B64 gemacht werden.

TEUR Tensid AG
in TEUR
ARIVA.DE AG
in TEUR
Gesamt
in TEUR
Übertragene Gegenleistung 4.307 1.345 5.652
zzgl. bereits bestehende Anteile zum beizulegenden Zeitwert (25,44% an der ARIVA.DE AG) 1.393 1.393
zzgl. nicht beherrschende Anteile (49,998% an der ARIVA.DE AG) 2.738 2.738
abzgl. beizulegender Zeitwert des identifizierten Nettovermögens zum Buchwert -2.201 -3.782 -5.983
Mit dem Erwerb entstandener Geschäfts- oder Firmenwert 2.106 1.693 3.799

Aus dem Erwerb im Vorjahr der Tensid AG und der ARIVA. DE AG ist ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von insgesamt TEUR 3.799 entstanden, weil die gezahlten Gegenleistungen Beträge beinhalten, welche die Vorteile aus erwarteten Synergien, Umsatzwachstum, künftige Marktentwicklungen und die bestehenden Arbeitskräfte der beiden Gesellschaften berücksichtigen. Diese Vorteile werden nicht getrennt vom Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt, da sie den Ansatzvorschriften für immaterielle Vermögenswerte nicht genügen.

Es wird für keinen aus diesen Erwerben resultierenden Geschäfts- oder Firmenwert eine steuerliche Abzugsfähigkeit erwartet.

Nettoabfluss von Zahlungsmitteln aus dem Erwerb

Berichtsjahr

Zum Stichtag 31.12.2017 gibt es noch keinen Zahlungsmittelabfluss für den Erwerb der Integrity Line GmbH.

Vorjahr

TEUR Tensid AG
in TEUR
ARIVA.DE AG
in TEUR
Gesamt
in TEUR
Gegenleistung in Form von Zahlungsmitteln gezahlt 3.880 1.228 5.108
abzgl. erworbene Zahlungsmittel -621 -189 -810
Summe 3.259 1.039 4.298

Auswirkungen des Erwerbs auf die Ergebnisse des Konzerns

Berichtsjahr – Da der Erwerbszeitpunkt der Integrity Line GmbH im Jahr 2018 vollzogen wurde, gibt es keine Auswirkungen auf das Ergebnis im Berichtsjahr.

Vorjahr – Im Vorjahresüberschuss sind TEUR 268 aus dem durch die Tensid EQS AG generierten Geschäft sowie TEUR 614, die sich auf den Kauf der ARIVA.DE AG zurückführen lassen, enthalten. Die Konzern-Umsatzerlöse 2016 beinhalten € 2,15 Mio. der Tensid EQS AG und € 4.75 Mio. der ARIVA.DE AG. Wäre der Unternehmenszusammenschluss mit der ARIVA.DE AG zum 1. Januar 2016 erfolgt, hätte der Konzernumsatz im Vorjahr € 28,75 Mio. und der Konzernjahresüberschuss im Vorjahr TEUR 913 betragen.

“ 4. Angaben zu Tochterunternehmen „

Zum Bilanzstichtag stellen sich die Beteiligungsverhältnisse wie folgt dar:

Stimmrechts- und Kapitalanteil
Name Hauptgeschäft Sitz 31.12.17 31.12.16
In den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen
EQS Group AG Investor Relations, Communciations, Compliance München, Deutschland Mutter Mutter
EQS Financial Markets & Media GmbH Mediaplanung, Finanzportal München, Deutschland 100,00% 100,00%
EquityStory RS, LLC Investor Relations, Communciations, Compliance Moskau, Russland 100,00% 100,00%
EQS Group AG (ehemals: Tensid EQS AG) Investor Relations, Communciations, Compliance Baar, Schweiz 100,00% 100,00%
EQS Asia Limited Holding Hongkong 100,00% 100,00%
EQS Web Technologies Pvt. Ltd. Entwicklung Kochi, Indien 99,96% 99,96%
EQS TodayIR Limited Investor Relations, Communciations Hongkong 100,00% 100,00%
EQS Maitu Shangwu Consulting Co. Ltd. Investor Relations, Communciations Shenzhen, China 100,00% 100,00%
Shenzhen Maitu Shidai Technology Co. Ltd. Entwicklung Shenzhen, China 100,00% 100,00%
TodayIR (Taiwan) Holdings Limited Investor Relations, Communciations Hongkong 100,00% 100,00%
EQS Digital IR Pte. Ltd. Investor Relations, Communciations Singapur 100,00% 100,00%
EQS Group Ltd. Investor Relations, Communciations, Compliance London, Großbritannien 100,00% 100,00%
EQS Group Inc. Investor Relations, Communciations, Compliance New York, USA 100,00% 100,00%
ARIVA.DE AG Finanzportal, Regulatorische Services, Investor Relations Kiel, Deutschland 67,50% 51,25%
EQS Group FZ-LLC Investor Relations, Communciations Dubai, VAE 100,00% 100,00%
EQS Group SAS Investor Relations, Communciations, Compliance Paris, Frankreich 100,00%
Nicht in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen
ZV Zertifikate Verlag GmbH Finanzinformationen Kiel, Deutschland 100,00% 100,00%

Bezüglich nicht beherrschender Anteile wird auf Abschnitt 32 verwiesen.

Änderungen an der Beteiligungsquote von Tochterunternehmen des Konzerns

Die Muttergesellschaft hat während des Geschäftsjahres 2017 16,25% der Anteile an der ARIVA.DE AG zugekauft. Dadurch hat sich der Anteil auf 67,50% erhöht. Der Kaufpreis i.H.v. TEUR 975 ist in Form von Zahlungsmitteln abgeflossen. Die Differenz von TEUR 15 zwischen diesem Betrag und der Minderung der Minderheitenanteile ist im Bilanzgewinn erfasst worden.

Die EQS Group SAS wurde im Berichtsjahr 2017 neu gegründet.

“ 5. Segmentinformationen „

Zum Zweck der Unternehmenssteuerung ist der Konzern nach Produkten und Dienstleistungen in Geschäftseinheiten organisiert und verfügt über folgende zwei berichtspflichtige operative Segmente:

Im Bereich Regulatory Information & News (RI&N) sind Cloud-Produkte für die Compliance-Pflichten, Workflowlösungen sowie der Newswire-Service gebündelt. Darunter fallen unter anderem Pflichtmeldungen, die LEI-Vergabe, freiwillige Meldungen sowie Lizenzerlöse.

Die Leistungen im Segment Products & Services erhalten die hiervon zu separierenden Agenturleistungen, insbesondere Leistungen mit Projektcharakter wie die Erstellung von Websites, Reports, Mediaplanungen, Finanzinformationen im Kundenauftrag sowie der damit verbundenen Bereitstellung eigener Mediakanäle (Werbungen, Portale). Dies sind die Produktlinien IR Websites, digitale Geschäftsberichte, Finanzberichte, Unternehmenswebsites, Audio & Video Webcasts, Apps & Mobile, Markets & Media).

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichtspflichtigen Segmente entsprechen den in Abschnitt 2 beschriebenen Konzernbilanzierungs- und -bewertungsmethoden. Die Entwicklung der Segmente wird ebenfalls anhand des bereinigten Betriebsergebnisses (Non-IFRS EBIT) bewertet.

Zur Bewertung der Ertragskraft des Segments und zur Entscheidung über die Art der Allokation der Ressourcen wird lediglich das Non-IFRS EBIT verwendet. Das Non-IFRS EBIT ist das EBIT * vor planmäßigen Abschreibungen auf die erworbenen Kundenstämme, Kaufpreisallokation & Akquisitionskosten.

* (EBIT=Gesamtleistung (Umsatzerlöse, sonstige betriebliche Erträge sowie aktivierte Eigenleistungen) abzüglich bezogene Leistungen, Personalaufwand, Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen)

Die Bewertung der Ertragskraft der Segmente erfolgt damit identisch zur Bewertung der Ertragskraft des Unternehmens.

Die Angaben zum Segmentvermögen sowie zu den Segmentverbindlichkeiten wurden aufgrund des Monitoring des Managements weggelassen.

Die externen Umsätze werden in der Berichterstattung aufgrund der Vergleichbarkeit der Dienstleistungen und ähnlicher Merkmale in den Segmenten Regulatory Information & News und Product & Services aufgeteilt. Ein detaillierter Ausweis der Umsatzerlöse von externen Kunden je Produkt/Dienstleistung bzw. Gruppen hiervon wird gemäß IFRS 8.32 nicht vorgenommen, da die Informationen nicht verfügbar sind und die Kosten für ihre Erstellung übermäßig hoch wären.

Die Rechnungsgrundlage für Geschäftsvorfälle zwischen den beiden berichtspflichtigen Segmenten (Innenumsatz) beruht auf einer intersegmentären Verrechnung in Bezug auf den Einreichungsservice von Jahresabschlüssen beim Bundesanzeiger. Hierbei erfolgt die Leistungserbringung durch den Bereich Products & Services (XML-Konvertierung), der Nutzen entsteht jedoch für das Segment Regulatory Information & News. Die Verrechnung zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis der mit den Regulatory News-Kunden bestehenden meldungsabhängigen Preismodellen. Diese erhalten die Konvertierungsleistung vergünstigt bei einer bestimmten Höhe von Leistungen aus dem Bereich Regulatory Information & News. Das Rechnungslegungsgrundlage orientiert sich daher an den tatsächlich vereinbarten Konditionen mit den Kunden im Bereich Regulatory Information & News.

Die gemäß IFRS 8.33 geforderten Informationen über geographische Umsätze erfolgen nicht, da diese Informationen nicht aus den bestehenden Finanzinformationssystemen der einbezogenen Tochterunternehmen entnommen werden können und die Kosten für die Erstellung dieser Informationen somit übermäßig hoch wären.

1.1.-31.12.2017 Regulatory Information & News
TEUR
Products & Services
TEUR
Konsolidierung
TEUR
Konzern
TEUR
Außenumsatz 11.620 18.735 0 30.355
Innenumsatz 0 437 -437 0
Segmenterlöse 11.620 19.172 -437 30.355
Sonstige betriebliche Erträge 128 215 0 343
Aktivierte Eigenleistungen 2.029 339 0 2.368
Operative Aufwendungen -12.102 -18.980 437 -30.645
davon bezogene Leistungen -2.443 -3.712 437 -5.718
davon Personalaufwand -6.455 -10.549 0 -17.004
davon sonstige Aufwendungen -3.204 -4.719 0 -7.923
Abschreibungen -503 -805 0 -1.308
davon auf Sachanlagen -287 -559 0 -846
davon auf immaterielle Vermögenswerte -184 -201 0 -385
davon auf geringwertige Wirtschaftsgüter -32 -45 0 -77
Non-IFRS EBIT 1.172 -59 0 1.113
Kaufpreisallokation 0 0 0 0
Akquisitionskosten -51 -20 0 -71
Kundenstammabschreibungen -267 -429 0 -696
Operatives Ergebnis (EBIT) 854 -508 0 346
Finanzerträge 400 281 0 681
Finanzaufwendungen -577 -406 0 -983
Beteiligungsergebnis 9 7 0 16
Gewinn vor Steuern (EBT) 686 -626 0 60
Ertragsteuern -526 -108 0 -634
hierin enthaltener latenter Steuerbetrag -505 -132 0 -637
Periodenergebnis 160 -734 0 -574
1.1.-31.12.2016 Regulatory Information & News
TEUR
Products & Services
TEUR
Konsolidierung
TEUR
Konzern
TEUR
Außenumsatz 9.872 16.190 0 26.062
Innenumsatz 0 544 -544 0
Segmenterlöse 9.872 16.734 -544 26.062
Sonstige betriebliche Erträge 58 305 0 363
Aktivierte Eigenleistungen 269 127 0 396
Operative Aufwendungen -8.046 -15.128 544 -22.630
davon bezogene Leistungen -1.789 -2.899 544 -4.144
davon Personalaufwand -4.409 -8.488 0 -12.897
davon sonstige Aufwendungen -1.848 -3.741 0 -5.589
Abschreibungen -347 -562 0 -910
davon auf Sachanlagen -195 -345 0 -540
davon auf immaterielle Vermögenswerte -137 -185 0 -322
davon auf geringwertige Wirtschaftsgüter -15 -32 0 -47
Non-IFRS EBIT 1.805 1.476 0 3.282
Kaufpreisallokation 57 56 0 113
Akquisitionskosten -69 -61 0 -130
Kundenstammabschreibungen -231 -371 0 -602
Operatives Ergebnis (EBIT) 1.563 1.100 0 2.663
Finanzerträge 65 46 0 111
Finanzaufwendungen -153 -108 0 -261
Beteiligungsergebnis 0 -738 0 -738
Gewinn vor Steuern (EBT) 1.475 300 0 1.775
Ertragsteuern -799 -162 0 -961
hierin enthaltener latenter Steuerbetrag 20 4 0 24
Periodenergebnis 676 138 0 814

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG

“ 6. Umsatzerlöse „

Die Aufgliederung der Konzernerlöse für das Geschäftsjahr stellt sich wie folgt dar:

2017
TEUR
2016
TEUR
Erbringung von Dienstleistungen 30.208 26.056
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 147 5
Summe 30.355 26.061

“ 7. Sonstige Erträge „

2017
TEUR
2016
TEUR
Erträge aus Kaufpreisreduzierung 0 113
Erträge aus dem Verkauf von Sachanlagevermögen 1 239
Erträge aus bereits abgeschriebenen Forderungen 4 7
Erträge aus Versicherungsentschädigungen 4 0
Mieterträge aus operating Leasingverträgen 22 29
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 27 12
Sachbezüge 42 11
Übrige 45 58
Wegfall Earn-Out-Verpflichtung 61 0
Zuschüsse der öffentlichen Hand 68 0
Periodenfremde Erträge 69 7
Summe 343 476

Es wurden mit Ausnahme der unter Punkt 7 und 12 genannten Gewinne und Verluste sowie der für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfassten Wertberichtigungen keine weiteren Erträge und Aufwendungen aus Krediten und Forderungen erfasst.

Im Geschäftsjahr 2017 wurde ein Zuschuss von der Investitionsbank Schleswig-Holstein in Höhe von TEUR 68 sowie Eingliederungszuschüsse direkt im Ergebnis verbucht.

“ 8. Aktivierte Eigenleistungen „

2017
TEUR
2016
TEUR
Selbsterstellte Software 2.368 396

Im Berichtsjahr wurden als neue wesentliche Projekte das neue COCKPIT mit TEUR 847, die LEI-Vergabeplattform mit TEUR 205 sowie die ARS-Workflows mit TEUR 976 (2016: INSIDERMANAGER TEUR 222 sowie LEI-Vergabeplattform TEUR 91) erstellt.

“ 9. Bezogene Leistungen „

2017
TEUR
2016
TEUR
Bezogene Leistungen 5.717 4.144

Die höheren bezogenen Leistungen resultieren im Wesentlichen aus Aufwendungen für Freelancer im Bereich Produktentwicklung.

“ 10. Personalaufwendungen „

2017
TEUR
2016
TEUR
Löhne und Gehälter 14.813 11.312
Anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 108 107
Gesetzliche soziale Aufwendungen 901 643
Freiwillige soziale Aufwendungen 123 56
Beitragsorientierte Pläne 1.059 779
Summe 17.004 12.897

Von der Gesamtvergütung des Vorstands entfallen TEUR 12 (Vj. TEUR 12) auf Versicherungen.

In den Personalaufwendungen wurden im Berichtsjahr TEUR 16 (Vj. TEUR 0) an Zuschüssen der öffentlichen Hand verbucht.

“ 11. Abschreibungen „

2017
TEUR
2016
TEUR
Abschreibungen auf Sachanlagevermögen 923 569
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 1.081 943
Summe 2.004 1.512

In den Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind planmäßige Abschreibungen auf die erworbenen Kundenstämme in Höhe von TEUR 696 (Vj. TEUR 602) enthalten.

In den Abschreibungen auf Sachanlagevermögen sind TEUR 0 (Vj. TEUR 20) Gebäudeabschreibungen enthalten.

“ 12. Sonstige Aufwendungen „

2017
TEUR
2016
TEUR
Forderungsverluste/Wertberichtigungen auf Forderungen 182 177
Versicherungen/Beiträge/Gebühren 229 163
Übrige 463 274
Telekommunikation/Office 468 485
Beratungskosten 1.123 775
IT-Infrastrukturaufwendungen/Reparaturen 1.282 832
Raumkosten 2.023 1.652
Werbe- und Reisekosten 2.225 1.361
Summe 7.995 5.719

Ab 2017 werden die Aufwendungen für Stellenanzeigen unter den Werbe- und Reisekosten ausgewiesen. Der Vorjahresbetrag von TEUR 158 wurde dementsprechend von den Kosten für Telekommunikation/Office zu den Werbe- und Reisekosten umgegliedert. Die im Vorjahr in Höhe von TEUR 126 unter den Telekommunikationsaufwendungen ausgewiesenen Lizenzgebühren wurden im Berichtsjahr (TEUR 230) in die IT-Infrastrukturaufwendungen umgegliedert.

“ 13. Zinserträge „

2017
TEUR
2016
TEUR
Guthaben bei Kreditinstituten 0 1
Sonstige Kredite und Forderungen 20 20
Sonstige 1 90
Summe 21 111

“ 14. Zinsaufwendungen „

2017
TEUR
2016
TEUR
Darlehen und Kontokorrentkredite 124 120
Aufzinsung Schulden 24 5
Sonstige 12 0
Summe 160 125

Der gewichtete durchschnittliche Finanzierungskostensatz, welcher der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der Darlehensverbindiichkeiten gegenüber Kreditinstituten zugrunde gelegt wurde, beträgt 1,24% p.a. (Vj. 1,26%). Die Auswirkungen sind in den sonstigen Zinsaufwendungen enthalten.

“ 15. Erträge Beteiligungen „

2017
TEUR
2016
TEUR
Dividenden 17 0

Die Erträge aus Beteiligungen betreffen die von der Issuer Direct Corporation erhaltenen Dividenden.

“ 16. Aufwand aus assoziierten Unternehmen „

2017
TEUR
2016
TEUR
Anteiliges Jahresergebnis ARIVA.DE AG (At-equity) 0 20
Verlust Neubewertung At-equity-Anteil ARIVA.DE AG 0 -758
Summe 0 -738

Seit dem Erlangen der Beherrschung über die ARIVA.DE AG im Juli 2016 wird die ARIVA.DE vollkonsolidiert.

“ 17. Sonstige finanzielle Erträge „

2017
TEUR
2016
TEUR
Call-Option ARIVA 659 0
Summe 659 0

Im Rahmen der Anteilsaufstockung an der ARIVA.DE AG zum 01.01.2017 wurde EQS die Option eingeräumt, weitere Anteile der ARIVA.DE AG zu einem Preis zu erwerben, weicher den Marktwert der Anteile approximiert (Call Option). Der Marktwert der Call Option beträgt zum 31.12.2017 TEUR 659 (Vj. TEUR 0). Der aus der Folgebewertung entstandene Ertrag in Höhe von TEUR 659 wurde im Geschäftsjahr in den sonstigen finanziellen Erträgen erfasst.

“ 18. Sonstige finanzielle Aufwendungen „

2017
TEUR
2016
TEUR
Nettoverlust aus der Fremdwährungsumrechnung 822 136
Summe 822 136

Die wesentlichsten Positionen bei der Fremdwährungsumrechnung sind die Kursveränderungen des Hongkong-Dollars zum Euro in Höhe von TEUR 402 (Vj. TEUR -27), des amerikanischen Dollar zum Euro in Höhe von TEUR 369 (Vj. TEUR 1) sowie des britischen Pfund zum Euro in Höhe von TEUR 46 (Vj. TEUR 163).

“ 19. Ertragsteuern „

In der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasste Ertragsteuern

2017
TEUR
2016
TEUR
Laufende Steuern
Steuern der laufenden Periode 129 985
Steuern der Vorjahre -132 0
Latente Steuern
Veränderung latente Steuer laufende Periode 613 -25
Auflösung latente Steuer Vorjahr 24 0
Summe 634 960

Die Konzernsteuerquote berechnet sich nach dem zu versteuernden Einkommen gemäß steuerlicher Vorschriften. Der erwartete Ertragsteuersatz beinhaltet die gesetzliche deutsche Körperschaftsteuer, den Solidaritätszuschlag sowie die Gewerbesteuer und beträgt insgesamt 32,95% (Vj. 32,95%) und kann daher von der tatsächlichen Konzernsteuerquote am Jahresende abweichen. Die Steuersätze der einbezogenen Unternehmen schwanken zwischen 0% bis 33%.

In der nachstehenden Überleitungsrechnung werden die Unterschiede zwischen dem tatsächlich gebuchten und dem erwarteten Ertragsteueraufwand ausgewiesen. Der erwartete Ertragsteueraufwand ergibt sich aus dem Ergebnis vor Ertragsteuern, multipliziert mit dem erwarteten Ertragsteuersatz.

2017
TEUR
2016
TEUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 60 1.775
Ertragsteueraufwand bei einem Steuersatz von 32,95% (2016: 32,95%) 20 585
Auswirkung abweichender ausländischer Steuersätze 74 91
Auswirkungen steuerlich nicht abzugsfähigen Aufwendungen 41 26
Auswirkung von steuerlichen Verlusten der aktuellen Periode 259 313
Auswirkung von steuerlichen Verlusten der Vorperioden 321 0
Periodenfremder tatsächlicher Ertragsteueraufwand 18 0
Periodenfremde tatsächliche Ertragsteuererstattungen -150 0
Sonstige 51 -55
Effektiver Steueraufwand 634 960
Effektiver Steuersatz 1056,67% 54,08%

Aus der Ausschüttung von Dividenden durch den Konzern an die Anteilseigner ergeben sich keine ertragsteuerlichen Konsequenzen für den Konzern.

Im sonstigen Ergebnis erfasste Ertragsteuern

2017
TEUR
2016
TEUR
Latente Steuern
Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 186 38
Marktbewertung available-for-sale-Wertpapiere 22 0
Summe 208 38

Laufende Steuererstattungsansprüche und -schulden

31.12.17
TEUR
31.12.2016
TEUR
Laufende Steuererstattungsansprüche
Steuerrückerstattungsanspruch 896 582
Laufende Steuerschulden
Laufende Ertragsteuerschuld 290 298

Latente Steuererstattungsansprüche und -schulden

Nachstehend erfolgt eine Analyse der latenten Steueransprüche und -schulden in der Konzernbilanz:

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Aktive latente Steuer Passive latente Steuer Aktive latente Steuer Passive latente Steuer
Immaterielles Vermögen 0 -2.357 0 -1.805
Sachanlagen 6 -14 0 -152
Finanzielle Vermögenswerte 32 -239 31 -2
Forderungen 14 -55 0 -14
sonstige Rückstellungen 36 0 40 0
Drohverlust 1 0 0 0
Verbindlichkeiten 203 0 268 0
Sonstige Verbindlichkeiten 29 0 0 0
Verlustvortrag 227 0 114 0
Umrechnungsrücklage 0 0 226 -40
548 -2.665 679 -2.013
davon langfristig 268 -2.204 305 -1.577
Saldierung -542 542 0 0
Gesamt 6 -2.123 679 -2.013

Ungenutzte steuerliche Verluste

Es konnten im Berichtsjahr teilweise keine latenten Steuern auf Verlustvorträge im Ausland aktiviert werden. Dies liegt unter anderem an einer nur teilweisen Nutzbarkeit von Verlustvorträgen innerhalb des Planungszeitraums bzw. an grundsätzlich nicht nutzbaren steuerlichen Verlusten gemäß individuellem ausländischen Steuerrecht. Die Verluste sind jedoch zeitlich unbegrenzt nutzbar.

31.12.17
TEUR
31.12.2016
TEUR
Nicht aktivierte latente Steuern auf Verlustvorträge 458 313

Es wurden keine outside basis differences gebildet, da keine Ausschüttungen oder Veräußerungen von Tochterunternehmen geplant sind. Der Betrag der temporären Differenzen beläuft sich hierbei auf TEUR 48 (Vj. TEUR 45).

“ 20. Ergebnis je Aktie „

Nachfolgende Tabelle enthält die bei der Berechnung des unverwässerten und des verwässerten Ergebnisses je Aktie zugrunde gelegten Beträge:

2017
TEUR
2016
TEUR
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnender Anteil am Jahresüberschuss -517 515
in Tausend in Tausend
Durchschnittliche gewichtete Anzahl der ausgegebenen Aktien 1.313 1.191
Ergebnis je Aktie (verwässert und unverwässert) -0,39 0,43

Durch die unterjährig erfolgte Kapitalerhöhung sowie die Veränderung der eigenen Anteile wurden die Stammaktien entsprechend angepasst.

“ 21. Dividende „

Während des Geschäftsjahres beschlossene und ausgeschüttete Dividende auf Stammaktien: TEUR
Schlussdividende für 2016: Euro 0,75 pro Aktie 981
Der Hauptversammlung wird zur Genehmigung vorgeschlagen (zum 31. Dezember nicht als Schuld erfasst) Dividende auf Stammaktien:
Schlussdividende für 2017: Euro 0,00 pro Aktie 0

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

“ 22. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert „

Selbsterstellte Software
TEUR
Sonstige Software und Lizenzen
TEUR
Kundenstamm
TEUR
Geschäfts- oder Firmenwert
TEUR
Summe
TEUR
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten:
Stand 1. Januar 2016 850 1.931 5.820 11.909 20.510
Zugänge 2016 392 393 0 0 785
Zugänge durch Erstkonsolidierung 2016 0 -9 4.723 3.798 8.512
Abgänge 2016 0 0 0 0 0
Wechselkursdifferenzen 0 12 16 82 110
Stand 31. Dezember 2016 1.242 2.327 10.559 15.789 29.917
Zugänge 2017 2.367 159 0 0 2.526
Zugänge durch Erstkonsolidierung 2017 0 0 0 0 0
Abgänge 2017 0 0 0 0 0
Wechselkursdifferenzen -94 0 -477 -678 -1.249
Stand 31. Dezember 2017 3.515 2.486 10.082 15.111 31.194
Abschreibungen und Wertberichtigungen:
Stand 1. Januar 2016 257 1.630 773 0 2.660
Abschreibungen 2016 153 171 602 0 926
Abgänge 2016 0 0 0 0 0
Wechselkursdifferenzen 0 0 17 0 17
Stand 31. Dezember 2016 410 1.801 1.392 0 3.603
Abschreibungen 2017 198 194 696 0 1.088
Abgänge 2017 0 0 0 0 0
Wechselkursdifferenzen -95 5 -69 0 -159
Stand 31. Dezember 2017 513 2.000 2.019 0 4.532
Buchwert:
Stand 31. Dezember 2017 3.002 486 8.062 15.111 26.662
Stand 31. Dezember 2016 832 526 9.167 15.789 26.314
Stand 1. Januar 2016 593 301 5.047 11.910 17.850

Zuordnung des Geschäfts- oder Firmenwerts auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGU)

Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde zum Zwecke der Wertminderungsprüfung den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Die zahlungsmittelgenerierende Einheit (CGU) ist beim Geschäfts- oder Firmenwert das Segment innerhalb einer Konzerngesellschaft und nicht die einzelne Gesellschaft selbst. Für Zwecke des Werthaltigkeitstests erfolgte in 2017 eine Reorganisation und Zuordnung der Geschäfts- und Firmenwerte auf die relevante CGU. Hieraus ergaben sich folgende neue Zuordnungen der Geschäfts- und Firmenwerte:

Der Geschäfts- und Firmenwert der in 2005 erworbenen DGAP mbH ist in der CGU EQS Group AG Regulatory Information & News (RI&N) berücksichtigt.

Der Geschäfts- und Firmenwert der in 2007 erworbenen EQS Financial Markets & Media GmbH ist in der CGU Obsidian IR Ltd. P&S abgebildet

Der Geschäfts- und Firmenwert der in 2008 gegründeten EquityStory RS LLC (Russland) ist in der CGU EquityStory RS LLC P&S berücksichtigt.

Der Geschäfts- und Firmenwert der in 2011 erworbenen EQS Corporate Communications GmbH ist in der CGU EQS Group AG Products & Services (P&S) abgebildet.

Der Geschäfts- und Firmenwert der in 2014 erworbenen TodaylR Ltd. ist in der CGU EQS TodaylR Ltd. P&S berücksichtigt.

Der Geschäfts- und Firmenwert der in 2015 erworbenen Obsidian IR Ltd. ist in der CGU Obsidian IR Ltd. P&S abgebildet.

Der Geschäfts- und Firmenwert der in 2016 erworbenen Tensid AG (Schweiz) ist in der CGU Tensid AG Regulatory Information & News (RI&N) berücksichtigt.

Der Geschäfts- und Firmenwert der in 2016 erworbenen ARIVA.DE AG ist in der CGU ARIVA.DE AG RI&N berücksichtigt.

Buchwert 31.12.2017 Buchwert 31.12.2016
CGU EQS Group AG RI&N 4.761 4.761
CGU EQS Financial Markets & Media GmbH P&S 2.434 2.434
CGU EquityStory RS, LLC P&S 14 14
CGU EQS Group AG P&S 460 460
CGU EQS TodayIR Ltd. P&S 3.313 3.799
CGU Obisidian IR Ltd. P&S 464 480
CGU Tensid AG RI&N 1.972 2.148
CGU ARIVA.DE AG RI&N 1.693 1.693
Summe 15.111 15.789

Die Wertermittlung der Fair Values der CGUs erfolgt auf Stufe 3 unter Verwendung eines Discounted Cash Flow Verfahrens.

Im Folgenden werden die wichtigsten Grundannahmen für den Werthaltigkeitstest in einer Tabelle aufgeführt.

Übersicht CGUs (2017) CGU EQS Group AG RI&N CGU EQS Financial Markets & Media GmbH P&S CGU Equity Story RS, LLC P&S CGU EQS Group AG P&S CGU EQS TodayIR Ltd. P&S CGU Obisidian IR Ltd. P&S CGU Tensid AG RI&N CGU ARIVA. DE AG RI&N
Carrying amount € 8,46 Mio. € 2,83 Mio. € 0,10 Mio. € 1,33 Mio. HKD 40,37 Mio. (€ 4,31 Mio.) GBP 0,92 Mio. (€ 1,04 Mio.) CHF 3,53 Mio. (€ 3,01 Mio.) € 3,38 Mio.
Fair Value € 75,58 Mio. € 3,05 Mio. € 1,35 Mio. € 18,96 Mio. HKD 56,25 Mio. (€ 6,00 Mio.) GBP 2,08 Mio. (€ 2,34 Mio.) CHF 4,84 Mio. (€ 4,14 Mio.) € 7,06 Mio.
Bewertungsmethode FV less costs of disposal FV less costs of disposal FV less costs of disposal FV less costs of disposal FV less costs of disposal FV less costs of disposal FV less costs of disposal FV less costs of disposal
Detailplanungsphase 2018-2022 2018-2022 2018-2022 2018-2022 2018-2026 2018-2027 2018-2022 2018-2022
Durchschnittliches jährliches Ertragswachstum der Detailplanungsphase 23% 43% 9% 11% 13% 34% 3% 6%
EBIT-Marge in der ewigen Rente 30% 22% 15% 10% 16% 12% 22% 18%
WACC 6,02% 6,02% 12,70% 6,02% 8,53% 7,34% 6,66% 6,02%
Vorsteuerzins 8,04% 8,49% 15,33% 8,25% 9,65% 8,27% 7,75% 8,14%
Wachstumsrate in der ewigen Rente 1% 1% 1% 1% 1% 1% 1% 1%
Fair Value bei einer Erhöhung des WACC auf 7% (Russland 15%, Asien 10%, UK 8,5%) € 53,09 Mio. € 2,56 Mio. € 1,11 Mio. € 15,63 Mio. HKD 43,20 Mio. GBP 1,50 Mio. CHF 4,52 Mio. € 5,86 Mio.
Fair Value bei einer Reduzierung des Wachstums auf 0% € 63,84 Mio. € 2,65 Mio. € 1,28 Mio. € 16,28 Mio. HKD 50,51 Mio. GBP 1,74 Mio. CHF 4,19 Mio. € 6,10 Mio.
Fair Value bei Reduzierung WACC und Wachstumsrate € 53,09 Mio. € 2,28 Mio. € 1,06 Mio. € 13,79 Mio. HKD 39,60 Mio. GBP 1,27 Mio. CHF 3,94 Mio. € 5,20 Mio.

Im Folgenden werden die wichtigsten Grundannahmen für den Werthaltigkeitstest in einer Tabelle aufgeführt.

Übersicht CGUs (2016) CGU DGAP CGU EQS Financial Markets & Media GmbH CGU Equity Story RS, LLC (Russland) CGU Corporate Communi- cations GmbH CGU EQS TodayIR Ltd. (Asien) CGU Obisidian IR Ltd. (UK) CGU Tensid AG (Schweiz) CGU ARIVA.DE AG
Carrying amount 4,76 Mio. € 2,81 Mio. € 0,10 Mio. € 0,46 Mio. HKD 43,67 Mio. (€ 5,34 Mio.) GBP 0,28 Mio. (€ 0,33 Mio.) CHF 3,81 Mio. (€ 3,55 Mio.) € 5,61 Mio.
Fair Value € 40,46 Mio. € 6,84 Mio. € 1,49 Mio. € 1,78 Mio. HKD 65,56 Mio. (€ 8,02 Mio.) GBP 1,67 Mio. (€ 1,95 Mio.) CHF 8,48 Mio. (€ 7,90 Mio.) € 15,20 Mio.
Bewertungsmethode Value in Use Value in Use Value in Use Value in Use Value in Use Value in Use Value in Use Value in Use
Detailplanungsphase 2017-2021 2017-2021 2017-2021 2017-2021 2017-2021 2017-2021 2017-2021 2017-2021
Durchschnittliches jährliches Ertragswachstum der Detailplanungsphase 1% 38% 8% 6% 10% 27% 5% 8%
EBIT-Marge in der ewigen Rente 60% 23% 25% 12% 19% 13% 18% 12%
WACC 6,02% 6,02% 12,70% 6,02% 8,53% 7,34% 6,02% 6,02%
Wachstumsrate in der ewigen Rente 0% 1% 0% 1% 2% 1% 1% 1%
Fair Value bei einer Erhöhung des WACC auf 7% (Russland 15%, Asien 10%, UK 8,5%) € 34,86 Mio. € 5,58 Mio. € 1,23 Mio. € 1,47 Mio. HKD 51,1 Mio. GBP 1,29 Mio. CHF 7,07 Mio. € 12,66 Mio.
Fair Value bei einer Reduzierung des Wachstums auf 0% € 35,95 Mio. € 5,81 Mio. € 1,48 Mio. € 1,53 Mio. HKD 57,62 Mio. GBP 1,41 Mio. CHF 7,34 Mio. € 13,06 Mio.
Fair Value bei Reduzierung WACC und Wachstumsrate € 31,58 Mio. € 4,87 Mio. € 1,22 Mio. € 1,30 Mio. HKD 46,1 Mio. GBP 1,11 Mio. CHF 6,28 Mio. € 11,17 Mio.

Zur Ermittlung der Fair Values wurde eine zweistufiges discounted Cashflow Modell, welches auf einer Detailplanung der Gesamterträge und der Gesamtaufwendungen für mehrere Jahre und auf einer Ewige Rente unter Berücksichtigung einer langfristigen Wachstumsrate basiert.

Die Umsatzplanung für die einzelnen CGU berücksichtigt die folgenden Zukunftspotenziale:

Bei der CGU EQS Group AG Regulatory Information & News erwarten wir positive Einflüsse auf das Umsatzwachstum aus den Finanzmarktregulierungen und der Expansion in den Compliance-Markt.

Für die CGU EQS Financial Markets & Media GmbH erwarten wir eine sukzessive Erholung von dem aktuell niedrigen Niveau.

Bei der CGU EquityStory RS LLC P&S, Russland, erwarten wir eine Fortsetzung des Umsatzwachstums aufgrund unserer marktführenden Stellung.

Bei der CGU EQS Group AG P&S erwarten wir insbesondere zusätzliche Umsätze durch Cross-Selling.

Für die CGU EQS TodayIR Ltd. P&S; Asien planen wir in den kommenden Jahren Cross-Selling-Potential bei Bestandskunden sowie Neukundenwachstum.

Für CGU Obsidian IR Ltd. P&S, UK sehen wir ein deutliches Cross-Selling-Potential bei Bestandskunden sowie Marktanteilsgewinne im Bereich Regulatory Information & News.

Für unsere CGU Tensid AG RI&N, Schweiz, erwarten wir aufgrund des bereits hohen Marktanteils im Bereich IR ein niedrigeres durchschnittliches Wachstum.

Für die CGU ARIVA.DE AG RI&N erwarten wir Wachstum im Zuge des Inkrafttretens der PRIIPS-Verordnung

Die EBIT-Planung für die einzelnen CGU basiert dabei auf den historischen Erfahrungswerten zu den EBIT-Margen der einzelnen Produkte sowie deren bestehendem Geschäftsvolumen. Je nach Entwicklungsphase des Geschäftsvolumens der CGU und nach Schwerpunkt des Geschäftsfelds der CGU besteht eine höhere Margenentwicklung in der Detailplanungsphase und eine höhere Marge in der ewigen Rente.

Der Fair Value wurde ebenfalls einer Sensitivitätsanalyse unterzogen.

Aus der Sensitivitätsanalyse ergibt sich, dass bei der CGU EQS Financial Markets & Media GmbH P&S der Fair Value bei Reduzierung des Wachstums in der ewigen Rente von 1% auf 0% und/oder Erhöhung der Kapitalisten (WACC)) von 6% auf 7% um TEUR 185 bis TEUR 557 geringer wäre als der Carrying amount.

Ebenso ergibt sich das bei der CGU EQS Today IR Ltd. P&S bei Reduzierung des Wachstums in der ewigen Rente von 1% auf 0% und einer Erhöhung der Kapitalkosten (WACC) von 8,5% auf 10,0% um THKD 796 geringer wäre als der Carrying amount.

Wesentliche immaterielle Vermögenswerte

Die wesentlichen Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten resultieren im Berichtsjahr aus den Zugängen zu der selbsterstellten Software. Hierzu wird auf Note 8 verwiesen.

Die Kundenstämme haben sich wie folgt entwickelt:

Buchwert 31.12.2017 Buchwert 31.12.2016 verbleibender Amortisationszeitraum per 31.12.2017
TodayIR Ltd. 1.667 2.080 30.04.2029
Tensid AG 1.486 1.744 31.12.2030
ARIVA.DE AG 2.584 2.776 30.06.2031
Obisidian IR Ltd. 404 451 30.11.2030
news aktuell GmbH 1.922 2.116 31.03.2028
Summe 8.063 9.167

Kundenstämme werden auf eine Laufzeit von 15 Jahren planmäßig abgeschrieben.

“ 23. Sachanlagen „

Betriebs- und Geschäftsausstattung
TEUR
Anschaffungskosten:
Stand 1. Januar 2016 2.961
Zugänge 2016 789
Zugänge aus Erstkonsolidierung 2016 3.077
Abgänge 2016 2.550
Wechselkursdifferenzen 3
Stand 31. Dezember 2016 4.280
Zugänge 2017 857
Abgänge 2017 211
Wechselkursdifferenzen -40
Stand 31. Dezember 2017 4.886
Abschreibungen und Wertberichtigungen:
Stand 1. Januar 2016 1.605
Abschreibungen 2016 569
Abgänge 2016 52
Wechselkursdifferenzen 18
Stand 31. Dezember 2016 2.140
Abschreibungen 2017 921
Abgänge 2017 201
Wechselkursdifferenzen -22
Stand 31. Dezember 2017 2.838
Buchwert:
Stand 31. Dezember 2017 2.048
Stand 31. Dezember 2016 2.140
Stand 1. Januar 2016 1.356

Im Berichtsjahr 2017 wurden Zuschüsse der öffentlichen Hand in Höhe von TEUR 100 (Vj. TEUR 0) direkt vom Buchwert der erworbenen Vermögenswerte in Abzug gebracht und entsprechend geringere Abschreibungen erfasst. Es handelt sich um die die Förderung aus dem Landesprogramm Wirtschaft 2014-2010 zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur. Die Förderung ist an die Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen gekoppelt.

Zum Bilanzstichtag bestehen in Höhe von TEUR 21 (Vj. TEUR 7) vertragliche Verpflichtungen in Form von Bestellungen für den Erwerb von Sachanlagen.

“ 24. Sonstige finanzielle Vermögenswerte „

Available-for-sale-Wertpapiere

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Beteiligung Issuer Direct Inc. 4.466 0

Bei dem Ausweis handelt es sich unter anderem um den Kauf einer 9,68%-igen Unternehmensbeteiligung an der Issuer Direct Corp. (ISDR) mit Sitz in Morrisville, North Carolina, USA. Die Eingliederung erfolgte als langfristige Unternehmensbeteiligung. Die Bewertung erfolgte erfolgsneutral über das sonstige Ergebnis. Der Erwerb erfolgte zur Stärkung des News-Geschäfts in den USA. Die ISDR wurde im Jahr 2006 gegründet und ist mit über 2.000 Kunden ein führender Kommunikations- und Compliance-Anbieter mit Fokus auf börsennotierte Unternehmen in den USA und UK. Die Beteiligung dient der Unterlegung einer langfristigen Zusammenarbeit.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Call-Option ARIVA.DE AG 659 0

Im Rahmen der Anteilsaufstockung an der ARIVA.DE AG zum 01.01.2017 wurde EQS die Option eingeräumt, weitere Anteile der ARIVA.DE AG zu einem Preis zu erwerben, welcher den Marktwert der Anteile approximiert (Call Option). Der Marktwert der Call Option beträgt zum 31.12.2017 TEUR 659 (Vj. TEUR 0). Der aus der Folgebewertung entstandene Ertrag wurde in Höhe von TEUR 659 in den sonstigen finanziellen Erträgen und Aufwendungen im Geschäftsjahr erfasst.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Kredite und Forderungen

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Kredite an nahe stehende Unternehmen und Personen 300 300
Darlehen an Auslandsgeschäftsführer und Mitarbeiter in Führungspositionen 701 979
Kautionen 208 227
Summe 1.209 1.506

Unter den Personalforderungen sind Darlehen an Auslandsgeschäftsführer und Mitarbeiter in Führungspositionen ausgewiesen. Ursprünglich wurden Darlehen in Höhe von € 1,07 Mio. ausgegeben. Diese dienen zur Finanzierung des Kaufs von bis zu jeweils 1% der Aktien des Mutterunternehmens. Die Zinssätze betragen 2%. Die Rückzahlungen sind bis längstens 2022 zu leisten. Die Darlehen sind besichert.

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Kurzfristig 212 259
Langfristig 6.123 1.246
Summe 6.335 1.506

“ 25. Sonstige Vermögenswerte „

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Vorauszahlungen 553 416
Umsatzsteuer 50 43
Forderungen gegen Mitarbeiter 1 30
Forderungen gegen Krankenkassen/Versicherungen 3 38
Sonstige Vermögenswerte 62 35
Summe 669 562

Die Vorauszahlungen betreffen Leistungen, die nach dem 31.12.2017 erbracht werden.

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Kurzfristig 595 553
Langfristig 74 9
Summe 669 562

“ 26. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen „

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.421 3.984
Wertberichtigung auf Forderungen -124 -76
Summe 4.297 3.908

Es wird grundsätzlich ein Zahlungsziel von 21 Tagen gewährt. Dies kann jedoch entsprechend den Usancen in den Auslandsmärkten variieren. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die älter als 90 Tage sind, werden üblicherweise Wertminderungen auf Grundlage historisch belegter Erfahrungen im Hinblick auf die Gegenpartei und unter Würdigung der aktuellen finanziellen Lage der Gegenpartei vorgenommen.

Es gibt 2 Kunden (Vj. 3 Kunden), gegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen, die mehr als 5% der Gesamtsumme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausmachen.

Altersstruktur der überfälligen, aber nicht wertgeminderten Forderungen

Weder überfällig noch wertgemindert Überfällig aber nicht wertgemindert (nach Tagen) Überfällig und teilweise wertgemindert
Stand Summe
TEUR
TEUR 22-30
TEUR
30-60
TEUR
>60
TEUR
TEUR
31.12.2017 4.297 3.034 699 161 330 73
31.12.2016 3.908 2.236 469 203 819 181

Altersstruktur der wertgeminderten Forderungen

Überfällig und wertgemindert (nach Tagen)
Stand Summe
TEUR
60-90
TEUR
90-180
TEUR
180-360
TEUR
>360
TEUR
31.12.2017 73 2 14 57 0
31.12.2016 181 6 0 166 9

Veränderungen der Wertminderungen

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Stand zu Beginn des Jahres 76 26
Wertberichtigungen auf Forderungen 182 147
Aufgrund von Uneinbringlichkeit während des Geschäftsjahres abgeschriebene Beträge -124 -91
Während des Geschäftsjahres eingegangene Beträge -4 -7
Erträge und Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung -6 1
Stand zum Ende des Jahres 124 76

Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumung des Zahlungsziels bis zum Berichtsstichtag Rechnung getragen. Es besteht keine nennenswerte Konzentration des Kreditrisikos aufgrund der Tatsache, dass der Kunden bestand breit gefächert ist und lediglich eine geringe Korrelation besteht.

Bei der Wertminderung wurden die zahlungssäumigen Kunden einzeln auf die Umstände des Zahlungsversäumnisses überprüft. Bei erfolglosen Versuchen, die Forderungen einzutreiben werden die Forderungen wertberichtigt. Hierzu werden Erkenntnisse bis zur Abschlusserstellung gegebenenfalls mit berücksichtigt.

“ 27. Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegen Kunden „

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Bis zum Abschlussstichtag angefallene Kosten zuzüglich erfasster Gewinne abzüglich erfasster Verluste 190 116
Bereits abgerechneter Teilumsatz 0 0
Erhaltene Anzahlungen -29 -15
Summe 161 101

“ 28. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente „

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Guthaben bei Kreditinstituten 6.374 6.610

Zum 31. Dezember 2017 verfügte der Konzern über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von € 3,45 Mio. (Vj. € 1,28 Mio.).

“ 29. Gezeichnetes Kapital / Eigene Anteile „

Das gezeichnete Kapital stellt sich wie folgt dar:

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Stammaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital zu je Euro 1,00 1.435 1.309
Erworbene eigene Anteile -1 -4
Summe 1.434 1.305

Das gezeichnete Kapital der Muttergesellschaft beträgt EUR 1.434.978,00 und ist voll eingezahlt. Es ist aufgeteilt in 1.434.978 auf den Namen lautende Stückaktien.

Mit Beschluss der Hauptversammlung der Muttergesellschaft vom 17. Mai 2017 wurde das bestehende genehmigte Kapital (Genehmigtes Kapital 2015 gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Juni 2015) aufgehoben und die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals mit der Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG beschlossen. Der Vorstand der Muttergesellschaft wurde ermächtigt, das Grundkapital der Muttergesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats der Muttergesellschaft bis zum 16. Mai 2022 durch Ausgabe neuer auf den Namen lautender Stückaktien und/oder neuer, auf den Namen lautender Vorzugsaktien ohne Stimmrecht gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu EUR 654.489,00 zu erhöhen und dabei das Bezugsrecht der Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen auszuschließen (Genehmigtes Kapital 2017).

Aufgrund der von der Hauptversammlung vom 17. Mai 2017 erteilten Ermächtigung wurde das Grundkapital durch Beschluss des Aufsichtsrats der Muttergesellschaft vom 04. Dezember 2017 um EUR 126.000,00 von EUR 1.308.978,00 auf EUR 1.434.978,00 erhöht. Das genehmigte Kapital vom 17. Mai 2017 (Genehmigtes Kapital 2017) beträgt nach teilweiser Ausschöpfung noch EUR 528.489,00. Der über dem anteiligen Betrag am Grundkapital jeder Aktie liegende Wert wurde der Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB zugeführt.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Mai 2014 wurde der Vorstand der Muttergesellschaft ermächtigt, bis zum 27. Mai 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Options- und/ oder Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 15.000.000 mit oder ohne Laufzeitbegrenzung zu begeben und den Inhabern von Optionsschuldverschreibungen Optionsrechte und den Inhabern von Wandlungsschuldverschreibungen Wandlungsrechte auf bis zu 594.990 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu EUR 594.990,00 zu gewähren. Das Grundkapital der Muttergesellschaft wurde entsprechend um bis zu EUR 594.990,00 durch Ausgabe von bis zu 594.990 auf den Namen lautende Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2014). Bisher wurden keine Aktienoptionen aus dem bedingten Kapital 2014 ausgegeben.

Zudem wurde der Vorstand der Muttergesellschaft ermächtigt, bis zum 27. Mai 2019, mit Zustimmung des Aufsichtsrats der Muttergesellschaft auch solche auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen zu begeben, bei denen die Inhaber der Wandelschuldverschreibungen aufgrund der Wandelanleihebedingungen während des Wandlungszeitraums oder am Ende des Wandlungszeitraums verpflichtet sind, die Schuldverschreibungen in neue Aktien der Gesellschaft umzutauschen. Die Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen können auch durch unmittelbare oder mittelbare Beteiligungsgesellschaften der EQS Group AG begeben werden; in diesem Fall wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, für die Gesellschaft die Garantie für die Optionsschuldverschreibungen sowie die mit Wandlungsrechten/ Wandlungspflichten ausgestatteten Wandelschuldverschreibungen zu übernehmen und deren Inhaber Optionsrechte und/oder Wandelungsrechte auf neue Aktien der EQS Group AG zu gewähren.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Mai 2017 ist der Vorstand der Muttergesellschaft ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats der Muttergesellschaft, gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zum Ablauf des 16. Mai 2022 eigene Aktien von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung dient dazu, dem Vorstand die Möglichkeit zu geben, Aktien der Gesellschaft institutionellen Anlegern im In- und Ausland zum Kauf anzubieten und das Eigenkapital unter Wahrung der Belange der Gesellschaft flexibel an die jeweils geschäftlichen Erfordernisse anzupassen und kurzfristig auf Börsensituationen reagieren zu können. Weiterhin ermöglicht die Ermächtigung der Muttergesellschaft, eigene Aktien als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen als Akquisitionswährung verwenden zu können. Die Muttergesellschaft soll die Möglichkeit haben, Aktien zu veräußern als Belegschaftsaktien an Arbeitnehmer der Muttergesellschaft oder der mit der Muttergesellschaft i.S.d. §§ 15 ff. verbundenen Unternehmen oder zur Erfüllung der Verpflichtung aus Wertpapierdarlehen Wertpapierleihen zu bedienen.

Die Muttergesellschaft hat im Geschäftsjahr 2014 24.998 Stück eigene Aktien (EUR 24.998,00 des Grundkapitals = 2,10 % des Grundkapitals) zum Kurswert von EUR 30,00 je Aktie erworben. Im Geschäftsjahr 2015 wurden 18.800 Stück eigene Aktien (EUR 18.800,00 des Grundkapitals = 1,58 % des Grundkapitals) zum Kurswert von EUR 30,00 je Aktie veräußert und 149 Stück eigene Aktien (EUR 149,00 des Grundkapitals = 0,01 % des Grundkapitals) zum Kurswert zwischen EUR 28,75 und EUR 30,73 je Aktie an Mitarbeiter im Rahmen eines Bonusprogramms ausgegeben.

Im Geschäftsjahr 2016 wurden 2.349 Stück (EUR 2.349,00 des Grundkapitals = 0,20 % des Grundkapitals) zum Kurswert von EUR 30,50 je Aktie und im Geschäftsjahr 2017 weitere 3.061 Stück eigene Aktien (EUR 3.061,00 des Grundkapitals = 0,24 % des Grundkapitals) zum Kurswert zwischen EUR 49,71 und EUR 64,35 je Aktie an Mitarbeiter im Rahmen eines Bonusprogramms ausgegeben. Der Bestand der eigenen Aktien beträgt zum Bilanzstichtag 639 Stück (EUR 639,00 des Grundkapitals = 0,04 % des Grundkapitals). Der Effekt für das Geschäftsjahr ist in der Kapitalrücklage abgebildet.

“ 30. Kapitalrücklage „

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Stand Kapitalrücklage zu Beginn des Jahres 10.258 5.064
Kapitalerhöhung 7.733 5.089
Anteilsbasierte Vergütung 108 37
Veränderung eigene Aktien -3 68
Summe 18.096 10.258

Im ausgewiesenen Betrag der Kapitalerhöhung sind TEUR 16 an Transaktionskosten enthalten.

“ 31. Anteilsbasierte Vergütung „

Mitarbeiterbeteiligungsprogramm der Muttergesellschaft

Die Gesellschaft hat ein Aktienbeteiligungsprogramm für Mitarbeiter aufgelegt. Gemäß des Beschlusses werden den Teilnehmern bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen Bonusaktien gewährt. Die Ausgabe der Bonusaktien erfolgt an diejenigen Arbeitnehmer der EQS Group AG und deren inländischen Tochtergesellschaften, die im Rahmen des Beteiligungsprogramms als Eigeninvestment EQS-Aktien über einen Zeitraum von 12 Monaten erwerben und diese während der Investitionsperiode und einer anschließenden Halteperiode von 12 Monaten nicht verfügen. Studenten/innen sowie Praktikant/innen und Mitglieder des Vorstands sind nicht zur Teilnahme berechtigt.

Der Eigenerwerb jeder einzelnen Aktie berechtigt den Teilnehmer nach Maßgabe der Planbedingungen zum Bezug einer weiteren EQS Aktie im Verhältnis 1:1. Die selbst erworbenen sowie die gewährten Aktien werden während der gesamten Laufzeit auf einem Bankdepot verwahrt. Soweit nach dem Ende der Halteperiode die Planbedingungen vollständig erfüllt sind, werden den Teilnehmern die Bonusaktien zugeteilt.

Beizulegender Zeitwert der Bonusaktien

Der Fair Value jeder Bonusaktie der Tranche 2016 beträgt 34,00 Euro. Die Berechnung der Rücklage erfolgte auf Basis der bisherigen Kursentwicklung unter Berücksichtigung einer Fluktuationsrate von 5%. Die Ausgabe der Bonusaktien erfolgte im Januar 2018.

Zu Beginn des Jahres 2017 wurde eine erneute Tranche (MESP Tranche 2017) begründet. Die Ausgabe der Bonusaktien wird voraussichtlich im Januar 2019 erfolgen. Der Fair Value jeder Bonusaktie der Tranche 2017 beträgt Euro 60,00. Die Berechnung der Rücklage erfolgte auf Basis der bisherigen Kursentwicklung unter Berücksichtigung einer Fluktuationsrate von 5%.

Der beizulegende Zeitwert der zu gewährenden Aktien wurde auf Basis historischer Kursentwicklungen abgeleitet.

Die Auswirkung im Periodenergebnis sowie in der Kapitalrücklage beträgt TEUR 108 (Vj. TEUR 37).

“ 32. Bilanzgewinn „

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Stand zu Beginn des Jahres 9.925 10.301
Ausschüttung -981 -890
Erwerb Minderheitenanteile 15 0
Andienungsrecht Minderheitenanteile -2.141 0
Periodenergebnis -517 514
Summe 6.301 9.925

Die Ausschüttung bezieht sich auf die zum Zeitpunkt der Ausschüttung vorhandene Aktienanzahl. Eigene Anteile sind hierbei nicht dividendenberechtigt.

“ 33. Fremdwährungsdifferenzen „

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Stand zu Beginn des Jahres 768 599
Fremdwährungsdifferenzen -269 131
Latente Steuer -186 38
Summe 313 768

Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung der funktionalen Währung ausländischer Geschäftsbetriebe in die Berichtswährung des Konzerns (Euro) werden im Konzernabschluss direkt im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage aus Fremdwährungsumrechnung kumuliert. Zuvor in der Rücklage aus Fremdwährungsumrechnung erfasste Umrechnungsdifferenzen werden in die Gesamtergebnisrechnung überführt, wenn ein teilweiser oder vollständiger Verkauf des ausländischen Geschäftsbetriebs erfolgt.

“ 34. Bewertung Available-for-Sale-Wertpapiere „

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Stand zu Beginn des Jahres 0 0
Markt- und Devisenbewertung 1.319 0
Latente Steuer -22 0
Summe 1.297 0

Bei dem Ausweis handelt es sich um die Bewertung einer 9,68%-igen Beteiligung an der Issuer Direct Corp.

“ 35. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter „

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Stand zu Beginn des Jahres 2.969 0
Erfassung nicht beherrschender Anteile 0 2.738
Gesamtergebnis -57 299
Transaktion mit nicht beherrschenden Anteilseignern -990 -68
Summe 1.922 2.969

Die Reduzierung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Geschäftsjahr 2017 resultiert aus dem sukzessiven Anteilskauf von Anteilen der ARIVA.DE AG, Kiel.

Zum Bilanzstichtag beträgt der Anteil nicht beherrschender Gesellschafter 32,541%. Der auf die nicht beherrschenden Gesellschafter entfallende Konzernergebnisanteil beträgt TEUR -57 (Vj. TEUR 300).

In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Finanzzahlen der ARIVA.DE AG (vor Konsolidierung) dargestellt:

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Langfristige Vermögenswerte 4.647 4.094
Kurzfristige Vermögenswerte 1.852 3.341
Kurzfristige Schulden -932 -1.850
Langfristige Schulden -1.583 -1.291
Anteiliges Reinvermögen 3.984 4.294
2017
TEUR
2016
TEUR
Erlöse 7.435 7.474
Ergebnis -176 713

“ 36. Rückstellungen „

Stand 1.1.2017
TEUR
Verbrauch 2017
TEUR
Auflösung 2017
TEUR
Zuführung 2017
TEUR
Auf-/ Abzinsung 2017
TEUR
Währung 2017
TEUR
Stand 31.12.2017
TEUR
Aufbewahrung Geschäftsunterlagen 13 0 0 9 0 0 22
Rückbauverpflichtung Büroräume 138 0 0 0 1 0 139
Berufsgenossenschaft 34 -33 -1 43 0 0 43
Boni / Tantiemen / Provisionen 1.077 -940 -11 604 0 -31 699
Ausstehende Rechnungen 51 -39 -8 249 0 0 253
Jahres-/Konzernabschlusskosten 58 -50 -4 47 0 -4 47
Jahres-/Konzernprüfungskosten 80 -77 -3 121 0 0 121
Summe 1.451 -1.139 -27 1.073 1 -35 1.324
31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Kurzfristig 1.163 1.300
Langfristig 161 151
Summe 1.324 1.451

Aufbewahrung Geschäftsunterlagen

Die Rückstellung wurde aufgrund der rechtlichen Verpflichtung zur Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen gebildet, die eine Vorhaltefrist von bis zu 10 Jahren vorsieht.

Rückbauverpflichtung Büroräume

Die Rückbauverpflichtung resultiert aus dem Umzug der Büroräume der Muttergesellschaft und den damit einhergehenden Veränderungen bei den Aufwendungen für die Rückbaumaßnahmen.

Berufsgenossenschaft

Die Rückstellung wurde anhand des Beitragsbescheids des Vorjahres inkl. der Veränderungen im Personalbestand und in der Gehaltsstruktur für das Berichtsjahr geschätzt.

Boni / Tantiemen / Provisionen

Es handelt sich hierbei um die Boni- bzw. Tantieme-/ Provisionszahlungen für die aktiven Mitarbeiter. Die Boni werden mit der Gehaltsabrechnung für April ausbezahlt. Die Entscheidung für die Bonizahlungen liegt im Verantwortungsbereich des Vorstands. Die Boni für die Vorstandsmitglieder werden durch den Aufsichtsrat genehmigt.

Ausstehende Rechnungen

Für erhaltene Leistungen im Berichtszeitraum wurde der noch nicht in Rechnung gestellte Aufwand geschätzt und in eine Rückstellung eingebucht, damit der Aufwand des Geschäftsjahres ordnungsgemäß abgegrenzt werden kann.

Erstellungs- und Prüfungskosten für Jahres- und Konzernabschluss

Hierbei handelt es sich um das voraussichtliche Honorar für den Abschlussersteller sowie den Abschlussprüfer bzgl. der Erstellung/Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2017.

“ 37. Finanzielle Schulden „

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Unbesichert – zu fortgeführten Anschaffungskosten
Kontokorrentkredite / Kreditkartenabrechnungen 313 23
Kredite von Banken 6.533 6.395
Debitorenhabensalden 9 52
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.101 1.534
7.956 8.004
Besichert – zu fortgeführten Anschaffungskosten
Kautionen 8 5
Finanzierungsleasingverhältnissen 328 557
336 562
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Andienungsrecht ARIVA.DE AG 2.141 0
Bedingte Gegenleistungen 599 1.818
2.740 1.818
Summe 11.032 10.384
31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Kurzfristig 3.946 4.761
Langfristig 7.086 5.623
Summe 11.032 10.384

Im Berichtsjahr wurden Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 297 (Vj. TEUR 312) von den langfristigen finanziellen Schulden in die sonstigen langfristigen Schulden umgegliedert. Ebenso wurden im Berichtsjahr Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 142 (Vj. TEUR 62) von den kurzfristigen Schulden in die sonstigen kurzfristigen Schulden umgegliedert.

Bei den Kreditkartenabrechnungen handelt sich es sich um die zum Bilanzstich tag 31. Dezember 2017 noch nicht abgebuchten Beträge.

Bei den Bankkrediten handelt es sich um bei Kreditinstituten aufgenommene festverzinsliche Darlehen mit Laufzeiten von maximal 5 Jahren (2016: 5 Jahre). Die gewichtete durchschnittliche Effektivverzinsung der Kredite liegt bei 1,24% p.a. (2016: 1,18% p.a.).

Die bedingte Gegenleistungen betreffen die letzte Tranche der erworbenen TodaylR-Gruppe sowie die Earn-Out Vereinbarung für den Kauf der Tensid AG.

Überleitungsrechnung gemäß IAS 7:

nicht zahlungswirksame Veränderungen
31.12.2016
TEUR
Zahlungs- wirksame Veränderungen
TEUR
Akquisitionen
TEUR
Währungsumrechnung
TEUR
Anpassungen an Zeitwert
TEUR
31.12.2017
TEUR
Langfristige Bankkredite 4.193 -440 3.753
Kurzfristige Bankkredite (Kontokorrent/Kreditkarte) 2.219 854 3.073
6.412 414 0 0 0 6.826

“ 38. Verpflichtungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen „

Leasingvereinbarungen

Der Konzern mietet bestimmte Teile der Betriebs- und Geschäftsausstattung im Rahmen eines Finanzierungsleasings. Die durchschnittliche Leasinglaufzeit beträgt drei bis fünf Jahre (2016: drei bis fünf Jahre). Die den Verbindlichkeiten aus einem Finanzierungsleasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssätze sind jeweils am Tag des Vertragsabschlusses festgelegt worden und bewegen sich zwischen 3% und 3,90% (2016: 3% und 4,95%) p.a.

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

Mindestleasingzahlungen Barwert der Mindestleasingzahlungen
31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 165 239 155 229
Mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und bis zu fünf Jahren 177 340 173 328
Mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 0 0 0 0
342 579 328 557
abzgl. zukünftige Finanzierungskosten -14 -22 0 0
Barwert der Mindestleasingzahlungen 328 557 328 557

Im Konzernabschluss in den finanziellen Schulden ausgewiesen:

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Kurzfristig 155 229
Langfristig 173 328
Summe 328 557

Der Buchwert der im Rahmen von Finanzierungsleasing gehaltenen Betriebs- und Geschäftsausstattung betrug zum 31. Dezember 2017 TEUR 18 (2016: TEUR 342).

“ 39. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen „

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.030 1.514
Erhaltene Anzahlungen auf Fertigungsaufträge 71 20
Summe 1.101 1.534

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von durchschnittlich 30 Tagen.

“ 40. Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo gegenüber Kunden „

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo gegenüber Kunden 2 0

“ 41. Sonstige Schulden „

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Umsatzsteuer 258 208
Lohn- und Kirchensteuer 252 189
Kundenvorauszahlungen 2.162 2.202
Urlaub 112 53
Mietfreie Zeit 297 312
Personal/Reisekosten 106 48
Aufsichtsrat 36 14
Übrige 92 7
Summe 3.315 3.033
31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Kurzfristig 3.018 2.721
Langfristig 297 312
Summe 3.315 3.033

Im Berichtsjahr wurden Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 297 (Vj. TEUR 312) von den langfristigen finanziellen Schulden in die sonstigen langfristigen Schulden umgegliedert. Ebenso wurden im Berichtsjahr Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 142 (Vj. TEUR 62) von den kurzfristigen Schulden in die sonstigen kurzfristigen Schulden umgegliedert.

ÜBRIGE BERICHTSBESTANDTEILE

“ 42. Weitere Angaben zu Finanzinstrumenten „

42.1 Kapitalrisikomanagement

Der Konzern steuert sein Kapital mit dem Ziel, sicherzustellen, dass alle Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprognose operieren können, und zugleich die Erträge der Unternehmensbeteiligten durch Optimierung des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital zu maximieren. Die Gesamtstrategie des Konzerns ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die Kapitalstruktur des Konzerns besteht aus Nettoschulden (Fremdkapitalaufnahmen abzüglich Barmittel und Bankguthaben) sowie dem Eigenkapital des Konzerns. Dieses setzt sich zusammen aus ausgegebenen Aktien, der Kapitalrücklage, Bilanzgewinn, Fremdwährungsdifferenzen, Rücklage für Available-for-sale Wertpapieren und den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter.

Der Konzern unterliegt keinen extern auferlegten Kapitalanforderungen.

Der Vorstand überwacht sein Kapital mithilfe eines Verschuldungsgrads, dem Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu Summe aus Eigenkapital und Netto-Finanzschulden. Die Netto-Finanzschulden umfassen verzinsliche Darlehen, Schulden aus Lieferungen und Leistungen zuzüglich sonstiger Schulden und abzüglich Zahlungsmittel. Das Eigenkapital umfasst auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital.

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Finanzielle Schulden 11.012 10.378
Verpflichtungen Ertragsteuern und sonstige lang- und kurzfristige Schulden 5.747 5.352
Zahlungsmittel -6.374 -6.610
Nettoschulden 10.385 9.120
Eigenkapital 29.363 25.224
Eigenkapital und Netto-Finanzschulden 39.748 34.344
Verschuldungsgrad 26,1% 26,6%

Im Berichtsjahr wurden Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 297 (Vj. TEUR 312) von den langfristigen finanziellen Schulden in die sonstigen langfristigen Schulden umgegliedert. Ebenso wurden im Berichtsjahr Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 142 (Vj. TEUR 62) von den kurzfristigen Schulden in die sonstigen kurzfristigen Schulden umgegliedert.

42.2 Kategorien von Finanzinstrumenten

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Finanzielle Vermögenswerte
Barmittel und Bankguthaben 6.374 6.610
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.296 3.908
Kredite und Forderungen / Kautionen 1.209 5.413
Available-for-Sale Wertpapiere 4.466 0
Call-Option ARIVA.DE AG 659 0
Finanzielle Schulden
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 7.944 8.003
Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (s.u.) 2.740 1.818
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 328 557

Der Nettogewinn abzüglich der latenten Steuer aus der Bewertung der Available-for-sale Wertpapiere wurde im sonstigen Ergebnis in Höhe von € 1,3 Mio. (Vj. TEUR 0) ausgewiesen.

Der Nettoverlust aus finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, beläuft sich auf TEUR 48 (Vj. TEUR 50).

Der Gewinn aus der Fair Value Bewertung der Call-Option ist mit TEUR 659 (Vj. TEUR 0) in den sonstigen finanziellen Erträgen ausgewiesen.

42.3 Ziele des Finanzrisikomanagements

Die Finanzabteilung der Muttergesellschaft koordiniert den Zugang zu nationalen und internationalen Finanzmärkten für den gesamten Konzern. Finanzierungen werden durch die Muttergesellschaft organisiert. Daneben überwacht und steuert die Finanzabteilung zusammen mit dem Vorstand die mit den Geschäftsbereichen des Konzerns verbundenen Finanzrisiken durch laufenden Austausch zu Liquiditäts-, Wechselkurs-, Zahlungsausfalls,- Zins- und Preisrisiken. Hierzu werden insbesondere wöchentliche Berichte zu den ausstehenden Forderungen, kurzfristige sowie langfristige Liquiditätsplanungen und Einschätzungen der Wechselkursentwicklung seitens der mandatierten Kreditinstitute genutzt.

42.4 Marktrisiko

Marktrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash-Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Zum Marktrisiko zählen die drei folgenden Risikotypen: Wechselkursrisiko, Zinsrisiko und sonstige Preisrisiken, wie beispielsweise das Aktienkursrisiko. Dem Marktrisiko ausgesetzte Finanzinstrumente umfassen unter anderem verzinsliche Darlehen und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte.

Die Sensitivitätsanalysen in den folgenden Abschnitten beziehen sich jeweils auf den Stand zum 31. Dezember 2017 bzw. 2016.

Die Sensitivitätsanalysen wurden auf der Grundlage der am 31. Dezember 2017 unter der Prämisse erstellt, dass die Nettoverschuldung, das Verhältnis von fester und variabler Verzinsung von Schulden und der Anteil von Finanzinstrumenten in Fremdwährung konstant bleiben.

42.5 Wechselkursrisikomanagement

Bestimmte Geschäftsvorfälle im Konzern lauten auf fremde Währung. Daher entstehen Risiken aus Wechselkursschwankungen. Umrechnungsbedingte Risiken aus der Einbeziehung von ausländischen Tochtergesellschaften in den Konzernabschluss (Translationsrisiken) bleiben unberücksichtigt.

Es werden derzeit keine Sicherungsmaßnahmen zur Absicherung des Währungsrisikos eingesetzt.

Der Buchwert der auf fremde Währung lautenden monetären Vermögenswerte und Schulden des Konzerns am Stichtag lautet wie folgt:

Schulden Vermögenswerte
31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
CHF 847 983 5.799 181
GBP 67 135 249 120
HKD 651 1.873 815 69
RUB 63 65 374 14
AED 4 117 63
USD 31 20 107 78
INR 62 7 49 72

Fremdwährungssensitivitätsanalyse

Der Konzern ist hauptsächlich dem Wechselkursrisiko der ausländischen Währungen der oben aufgeführten Tabelle ausgesetzt.

Die folgende Tabelle zeigt aus Konzernsicht die Sensitivität eines 10%igen Anstiegs oder Falls des Euro gegenüber der jeweiligen Fremdwährung auf. Die 10%ige Veränderung ist derjenige Wert, der im Rahmen der internen Berichterstattung des Wechselkursrisikos an die Leitungsgremien Anwendung findet, und stellt die Einschätzung der Geschäftsführung hinsichtlich einer vernünftigen möglichen Wechselkursänderung dar. Die Sensitivitätsanalyse beinhaltet lediglich ausstehende, auf fremde Währung lautende monetäre Positionen und passt deren Umrechnung zum Periodenende gemäß einer 10%igen Änderung der Wechselkurse an. Die Sensitivitätsanalyse beinhaltet externe Darlehen, falls das Darlehen in einer anderen Währung als der funktionalen Währung des Darlehensgebers oder Darlehensnehmers denominiert ist. Eine unten stehende positive Zahl weist auf einen Anstieg des Jahresergebnisses oder des Eigenkapitals hin, wenn der Euro gegenüber der jeweiligen Währung um 10% ansteigt. Fällt der Euro um 10% gegenüber der jeweiligen Währung, hat dies eine vergleichbare Auswirkung auf das Jahresergebnis oder das Eigenkapital, die nachstehenden Posten wären somit negativ.

Jahresergebnis Eigenkapital
2017
TEUR
2016
TEUR
2017
TEUR
2016
TEUR
Auswirkung CHF 9 495 80
Auswirkung GBP 1 21 1
Auswirkung HKD 1 16 180
Auswirkung RUB 31 5
Auswirkung AED 2 2 11 6
Auswirkung USD 2 1 455 6
Auswirkung INR -1 6
Auswirkung SEK

Nach Ansicht des Vorstands stellt die Sensitivitätsanalyse nicht das eigentliche Wechselkursrisiko dar, da das Risiko zum Ende der Berichtsperiode nicht das Risiko während des Jahres widerspiegelt.

42.6 Zinsrisikomanagement

Zinsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash-Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze schwanken. Zum Bilanzstichtag bestehen keine Risiken für die langfristigen Darlehen, da diese einen fest garantierten Zinssatz von 1,00% – 2,57% über die Restlaufzeit (bis max. 5 Jahre) haben. Aufgrund der kurzen Laufzeit ergibt sich zudem kein wesentliches Fair-Value-Risiko. Daneben werden – wenn überhaupt – nur kurzfristige Kontokorrentkredite in Anspruch genommen, die kein Zinsrisiko hervorrufen.

42.7 Aktienpreisrisiko

Börsennotierte Eigenkapitaltitel sind anfällig für Marktpreisrisiken, die sich aus der Unsicherheit künftiger Wertentwicklungen dieser Wertpapiere ergeben. Zum Bilanzstichtag verfügt der Konzern über eigene Anteile in Höhe von TEUR 1 (2016: TEUR 4) sowie über Anteile an der Issuer Direct Corp. in Höhe von € 4,47 Mio. (2016: TEUR 0) als börsennotierte Eigenkapitalinstrumente.

Die Sensitivität eines 10%igen Anstiegs oder Falls des Aktienkurses gegenüber dem Stichtagskurs würde eine Auswirkung von TEUR 447 (TUSD 536) nach sich ziehen.

42.8 Ausfallrisikomanagement

Unter dem Ausfallrisiko versteht man das Risiko eines Verlustes für den Konzern, wenn eine Vertragspartei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Der Konzern sieht vor, dass Geschäftsverbindungen lediglich mit kreditwürdigen Vertragsparteien, und falls angemessen, unter Gestellung von Sicherheiten eingegangen werden, um die Risiken eines Verlustes aus der Nichterfüllung von Verpflichtungen zu mindern. Der Konzern geht nur Geschäftsbeziehungen mit solventen Unternehmen ein.

Das Kreditrisiko aus Forderungen gegen Kunden wird von der entsprechenden Geschäftseinheit basierend auf den Richtlinien, Verfahren und Kontrollen des Konzerns für das Kreditrisikomanagement bei Kunden gesteuert. Kreditgrenzen werden für sämtliche Kunden basierend auf den internen Risikoeinstufungsmerkmalen bewertet. Ausstehende Forderungen gegen Kunden werden regelmäßig überwacht, sodass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist. Bei ausländischen Kunden wird der Geschäftsverkehr im Mutterunternehmen vermehrt auf Basis von Vorkasse abgewickelt.

Abgesehen von 4 Kunden ist der Konzern keinen wesentlichen Ausfallrisiken einer Vertragspartei ausgesetzt. Die Konzentration der Ausfallrisiken in Bezug auf jeden einzelnen dieser 4 Kunden blieb im Berichtsjahr jedoch unter 10% der Gesamtsumme der bilanzierten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Das Ausfallrisiko aus liquiden Mitteln ist gering, da die Vertragsparteien Banken mit ausgezeichneten Kreditratings von internationalen Kreditratingagenturen sind.

Der Konzern verfügt nicht über Sicherheiten oder sonstige Kreditverbesserungsmaßnahmen, welche das Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten vermindern würden.

42.9 Liquiditätsrisiko

In letzter Instanz liegt die Verantwortung für das Liquiditätsrisikomanagement beim Vorstand, der ein angemessenes Konzept zur Steuerung der kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierungs- und Liquiditätsanforderungen aufgebaut hat. Der Konzern steuert seine Liquiditätsrisiken durch das Halten von angemessenen Rücklagen, Kreditlinien bei Banken und weiteren Fazilitäten sowie durch ständiges Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Zahlungsströme und der Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Schulden. Des Weiteren gibt es zusätzliche, nicht genutzte Kreditlinien, die dem Konzern zur Verfügung stehen, um Liquiditätsrisiken weiter zu reduzieren.

Die folgenden Tabellen zeigen die vertraglichen Restlaufzeiten der nicht derivativen finanziellen Schulden des Konzerns. Die Tabellen beruhen auf undiskontierten Zahlungsströmen finanzieller Verbindlichkeiten basierend auf dem frühesten Tag, an dem der Konzern zur Zahlung verpflichtet werden kann. Die Tabelle enthält sowohl Zins- als auch Tilgungszahlungen. Die vertraglichen Fälligkeiten basieren auf dem frühestmöglichen Zeitpunkt, an dem der Konzern zu Zahlungen verpflichtet werden kann.

Geschäftsjahr zum 31.12.2017 Gewichteter durchschnittl. Effektivzins
%
Bis 1 Monat
TEUR
1 bis 3 Monate
TEUR
4 bis 12 Monate
TEUR
1 bis 5 Jahre
TEUR
über 5 Jahre
TEUR
Unverzinslich 1.150 7 2 0 0
Schuld aus Finanzierungsleasing 3,84 14 27 124 177 0
Festverzinsliche Instrumente 1,24 614 707 4.510 3.821 0
Summe 1.778 741 4.636 3.998 0
Geschäftsjahr zum 31.12.2017 Gesamt
TEUR
Buchwert
TEUR
Unverzinslich 1.159 1.159
Schuld aus Finanzierungsleasing 342 328
Festverzinsliche Instrumente 9.652 9.525
Summe 11.153 11.012
Geschäftsjahr zum 31.12.2016 Gewichteter durchschnittl. Effektivzins
%
Bis 1 Monat
TEUR
1 bis 3 Monate
TEUR
4 bis 12 Monate
TEUR
1 bis 5 Jahre
TEUR
über 5 Jahre
TEUR
Gesamt
TEUR
Buchwert
TEUR
Unverzinslich 1.611 0 0 0 0 1.611 1.611
Schuld aus Finanzierungsleasing 3,86 20 41 178 340 0 579 557
Festverzinsliche Instrumente 1,26 186 567 3.091 4.493 0 8.337 8.210
Summe 1.817 608 3.269 4.833 0 10.527 10.378

Der Konzern kann Kreditlinien in Anspruch nehmen wie in Abschnitt 28 beschrieben. Diese sind im Umfang von € 3,5 Mio. zum Ende der Berichtsperiode (2016: € 1,3 Mio.) ungenutzt. Der Konzern erwartet, seine sonstigen Verpflichtungen durch operative Zahlungsströme und erhaltene Erlöse bei Fälligkeit finanzieller Vermögenswerte erfüllen zu können.

42.10 Bewertungen zum beilzulegenden Zeitwert

Beizulegender Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Schulden, die regelmäßig zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

Einige der finanziellen Vermögenswerte und Schulden des Konzerns werden zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet. Die nachstehende Tabelle enthält Informationen darüber, wie die beizulegenden Zeitwerte dieser finanziellen Vermögenswerte und Schulden bestimmt wurden.

Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Schulden Beizulegender Zeitwert Bewertungsverfahren und wesentliche Eingangsparameter Bedeutende, nicht beobachtbare Eingangsparameter Verhältnis der nicht beobachtbaren Eingangsparameter zum beizulegenden Zeitwert
31.12.17 31.12.16 Hierarchie
Available-for-sale Wertpapiere Ford. TEUR 4.466 Ford. TEUR 0 Stufe 1 Notierte Kurse an einem aktiven Markt N/A N/A
Call-Option ARIVA.DE AG Ford. TEUR 659 Ford. TEUR 0 Stufe 3 Simulation erwarteter, diskontierter Zahlungsströme Volatilität; riskoneutraler Zins; Abzinsungszinssatz; Peer-Group-Multiples; Eine Erhöhung des Abzinsungssatzes würde zu einer Minderung des beizulegenden Zeitwerts führen
Bedingte Gegenleistungen aus einem Unternehmenserwerb Verb. TEUR 599 Verb. TEUR 1.819 Stufe 3 Discounted-Cashflow-Verfahren Abzinsungssatz 0,00% (Vj. 1,75%) Eine leichte Erhöhung des Abzinsungssatzes würde, isoliert betrachtet, zu einer signifikanten Minderung des beizulegenden Zeitwerts führen
Andienungsrecht ARIVA.DE AG Verb. TEUR 2.141 Verb. TEUR 0 Stufe 3 Simulation erwarteter, diskontierter Zahlungsströme Volatilität; riskoneutraler Zins; Abzinsungszinssatz; Peer-Group-Multiples; Eine Erhöhung des Abzinsungssatzes würde zu einer Minderung des beizulegenden Zeitwerts führen

Inputfaktoren auf Stufe 1 sind Preisnotierungen auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden, zu denen das Unternehmen am Bemessungsstichtag Zugang hat.

Inputfaktoren auf Stufe 2 sind andere als die auf Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar oder mittelbar zu beobachten sind.

Inputfaktoren auf Stufe 3 sind nicht beobachtbare Input-faktoren für den Vermögenswert oder die Schuld.

Während der Berichtsperiode wurden keine Transfers zwischen den Stufen vorgenommen.

Beizulegender Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, bei denen der beizulegende Zeitwert aber anzugeben ist

Der Vorstand betrachtet die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Schulden welche in der Konzernbilanz nicht zum beizulegenden Zeitwert dargestellt sind, als gute Näherung an deren beizulegenden Zeitwerte.

“ 43. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente „

Für Zwecke der Konzernkapitalflussrechnung umfassen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kassenbestände und Guthaben auf Bankkonten Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende des Geschäftsjahres, wie sie in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellt werden, können auf die damit in Zusammenhang stehenden Posten in der Konzernbilanz entsprechend übergeleitet werden.

“ 44. Operating-Leasingvereinbarungen „

Der Konzern als Leasingnehmer

Leasingvereinbarungen

Die Operating-Leasingvereinbarungen beziehen sich auf EDV-Anlagen mit Laufzeiten von drei bis fünf Jahren sowie für Grundstücke mit Laufzeiten bis zu 10 Jahren sowie PKW-Leasing mit Laufzeiten bis zu 4 Jahren. Für den Konzern besteht keine Option, geleaste Gegenstände nach Ende der Leasinglaufzeit zu erwerben.

Als Aufwand erfasste Zahlungen

2017
TEUR
2016
TEUR
Mindestleasingzahlungen 1.935 1.548
Erhaltene Zahlungen aus Untermietverhältnissen -22 -29
Summe 1.913 1.519

Unkündbare Mietleasingvereinbarungen

2017
TEUR
2016
TEUR
Bis zu einem Jahr 1.774 1.643
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 6.385 5.253
Länger als fünf Jahre 3.141 4.326
Summe 11.300 11.222

Im Hinblick auf unkündbare Operating-Leasingvereinbarungen sind die folgenden Verbindlichkeiten erfasst worden (mietfreie Zeit):

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Kurzfristig 49 40
Langfristig 248 272
Summe 297 312

“ 45. Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen „

Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Gesellschaft und ihren Tochterunternehmen, die nahe stehende Unternehmen und Personen sind, wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangangabe nicht erläutert. Einzelheiten zu Geschäftsvorfällen zwischen dem Konzern und anderen nahe stehenden Unternehmen und Personen sind nachfolgend angegeben.

Handelsgeschäfte

Im Laufe des Geschäftsjahres führten Konzerngesellschaften die folgenden Transaktionen mit nahe stehenden Unternehmen und Personen durch, die nicht dem Konzernkreis angehören:

Verkauf von Anlagevermögen Erwerb von Anlagevermögen
2017
TEUR
2016
TEUR
2017
TEUR
2016
TEUR
Nahe stehende Unternehmen/Personen 1
Nahe stehende Unternehmen/Personen von Tochtergesellschaften 2.700

Die folgende Salden waren am Ende der Berichtsperiode ausstehend:

Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen und Personen Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehende Unternehmen und Personen
31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Nahe stehende Unternehmen/Personen
Nahe stehende Unternehmen/Personen von Tochtergesellschaften

Dienstleistungen

Verkauf von Dienstleistungen Erwerb von Dienstleistungen
2017
TEUR
2016
TEUR
2017
TEUR
2016
TEUR
Nahe stehende Unternehmen/Personen 152 123
Nahe stehende Unternehmen/Personen von Tochtergesellschaften 10 261 40
Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen und Personen Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehende Unternehmen und Personen
31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Nahe stehende Unternehmen/Personen 145 36
Nahe stehende Unternehmen/Personen von Tochtergesellschaften

Dividenden und Zinsen

Dividenden und Zinsen Dividenden und Zinsen
2017
TEUR
2016
TEUR
2017
TEUR
2016
TEUR
Nahe stehende Unternehmen/Personen 344 344
Nahe stehende Unternehmen/Personen von Tochtergesellschaften 5 1
Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen und Personen Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehende Unternehmen und Personen
31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Nahe stehende Unternehmen/Personen
Nahe stehende Unternehmen/Personen von Tochtergesellschaften

Verkäufe und Käufe von nahe stehenden Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Konditionen. Bei den nahe stehenden Personen handelt es sich um den Vorstand, Aufsichtsräte sowie nahe Familienangehöriger dieser Personen.

Die Außenstände sind unbesichert. Es wurden weder Garantien gegeben noch solche erhalten. Es wurden keine Wertminderungen für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen und Personen im aktuellen oder vorherigen Geschäftsjahr vorgenommen.

Darlehen an nahe stehenden Unternehmen und Personen

31.12.2017
TEUR
31.12.2016
TEUR
Darlehensforderung an nahe stehende Unternehmen/Personen von Tochtergesellschaften 300 300

Es handelt sich um ein langfristiges Darlehen der ARIVA.DE AG an die Neufeldtneun GmbH & Co. KG das zu einem Zinssatz gewährt wurde, der mit durchschnittlichen Marktzinssätzen vergleichbar ist. Das Darlehen ist mittels einer Grundschuld in Höhe von TEUR 300 besichert.

Bezüge der Mitarbeiter in Schlüsselpositionen

Die Bezüge des Vorstandes betrugen im Geschäftsjahr 2017 TEUR 750 (Vj. TEUR 567), davon variabel TEUR 55 (Vj. TEUR 51). Hierin sind Beträge in Höhe von TEUR 92 (Vj. TEUR 67) für Kaufkraftausgleich im Ausland enthalten.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für das Geschäftsjahr 2017 eine fixe Vergütung in Höhe von insgesamt TEUR 120.

“ 46. Anteilsbesitzliste „

Name Hauptgeschäft Sitz Anteil am Eigenkapital 31.12.2017
In den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen
EQS Financial Markets & Media GmbH * Mediaplanung, Finanzportal München, Deutschland 100,00%
EquityStory RS, LLC Investor Relations, Communciations, Compliance Moskau, Russland 100,00%
EQS Group AG (ehemals: Tensid EQS AG) Investor Relations, Communciations, Compliance Baar, Schweiz 100,00%
EQS Asia Limited Holding Hongkong 100,00%
EQS Web Technologies Pvt. Ltd. Entwicklung Kochi, Indien 99,96%
EQS TodaylR Limited Investor Relations, Communciations Hongkong 100,00%
EQS Maitu Shangwu Consulting Co. Ltd. Investor Relations, Communciations Shenzhen, China 100,00%
Shenzhen Maitu Shidai Technology Co. Ltd. Entwicklung Shenzhen, China 100,00%
TodaylR (Taiwan) Holdings Limited Investor Relations, Communciations Hongkong 100,00%
EQS Digital IR Pte. Ltd. Investor Relations, Communciations Singapur 100,00%
EQS Group Ltd. Investor Relations, Communciations, Compliance London, Großbritannien 100,00%
EQS Group Inc. Investor Relations, Communciations, Compliance New York, USA 100,00%
ARIVA.DE AG ** Finanzportal, Regulatorische Services, Investor Relations Kiel, Deutschland 67,50%
EQS Group FZ-LLC Investor Relations, Communciations Dubai, VAE 100,00%
EQS Group SAS Investor Relations, Communciations, Compliance Paris, Frankreich
Nicht in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen
ZV Zertifikate Verlag GmbH Finanzinformationen Kiel, Deutschland 100,00%

* Ergebnisabführungsvertrag
** sukzessiver Anteilskauf

“ 47. Mitarbeiter „

Development Marketing/ Vertrieb Data Services Management/ Administration Design/ Content Newsroom/ ERS-System Gesamt
31.12.2017 189 46 35 50 59 8 387
31.12.2016 144 42 26 41 60 6 319

“ 48. Honorar des Konzernabschlussprüfers „

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2017 beträgt TEUR 139 (Vj. TEUR 93). Hiervon entfallen TEUR 110 auf Abschlussprüfungsleistungen, TEUR 14 auf Steuerberatungsleistungen sowie TEUR 15 auf sonstige Beratungsleistungen.

“ 49. Organe der Gesellschaft „

Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr waren:

Dipl.-Kfm. Achim Weick, CEO, München

Dipl.-Kfm. Christian Pfleger, COO, München

Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr waren:

Rony Vogel, Diplom-Ingenieur und MBA, Unternehmer und Investor, München (Vorsitzender)

Robert Wirth, Diplom-Medienmarketingfachwirt BAW, Unternehmer und Investor, Amberg

Peter Conzatti, M.A. und MBA, Fondsmanager, Bad Homburg

“ 50. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag „

Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 hat die EQS Group AG (Schweiz, eh. Tensid EQS AG) eine 100% Beteiligung an der Integrity Line GmbH mit Sitz in Zürich erworben. Der Kaufpreis besteht aus drei Komponenten, welche insgesamt über CHF 7,02 Mio. (entsprechend CHF 5,99 Mio.) zur Auszahlung kommen sollen. Die Abtretung der Stammanteile steht unter der aufschiebenden Bedingung der teilweisen Kaufpreiszahlung.

Des Weiteren gibt es keine für den Konzern zu berichtenden Ereignisse von besonderer Bedeutung.

“ 51. Inanspruchnahme von Befreiungsvorschriften durch Tochtergesellschaften „

Die vollkonsolidierte Gesellschaft EQS Financial Markets & Media GmbH, Sitz: München, HRB 199404 (ehem. financial.de Aktiengesellschaft Sitz: München, HRB 170868) nimmt gemäß § 264 Absatz 3 HGB die Befreiung in Anspruch, einen vollumfänglichen Jahresabschluss und einen Lagebericht nach den Vorschriften für Kapitalgesellschaften gemäß §§ 264 ff. HGB aufzustellen, prüfen zu lassen und offenzulegen.

“ 52. Genehmigung des Abschlusses „

Der Abschluss wurde am 10 April 2018 vom Vorstand genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.

 

München, 10 April 2018

Achim Weick, Gründer und CEO

Christian Pfleger, COO

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Wir haben dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2017 der EQS Group AG, München, in der Fassung der Anlage 1 den folgenden unter dem 10. April 2018 unterzeichneten uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der EQS Group AG, München, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie Anhang – und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt.

Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss der EQS Group AG, München, den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.“

 

München, 10. April 2018

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Braun, Wirtschaftsprüfer

gez. Haugg, Wirtschaftsprüferin

“ Finanzkalender der EQS Group AG „

10.04.2018 Veröffentlichung Konzern-/Jahresabschluss
19.04.2018 Deutsche Börse Scale Konferenz
26.04.2018 Münchner Kapitalmarkt Konferenz
18.05.2018 Veröffentlichung Quartalsmitteilung (Stichtag Q1)
18.05.2018 Hauptversammlung
7.06.2018 m:access Konferenz
16.08.2018 Veröffentlichung Halbjahresabschluss
24.-27.09.2018 Baader Investment Konferenz
15.11.2018 Veröffentlichung Quartalsmitteilung (Stichtag Q3)
26-28.11.2018 Eigenkapitalforum

“ Börsendaten der EQS Group AG „

Aktie EQS Group AG
Wertpapierkennnummer 549416
ISIN DE0005494165
Börsenkürzel EQS
Aktienart Namensaktien
Branche Digital Investor Relations
Erstnotiz 08.06.2006
Börsenlisting Open Market, Frankfurter Wertpapierbörse m:access, Börse München
Marktsegment Scale
Sitz der Gesellschaft München
Anzahl der Aktien 1.434.978 Stück
Höhe des Grundkapitals 1.434.978 Euro
Designated Sponsor Baader Bank AG, Unterschleißheim

Registergericht:

Amtsgericht München

Registernummer:

HRB 131048

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27a

Umsatzsteuergesetz:

DE208208257

Copyright:

(c) 2018 EQS Group AG. All rights reserved.

Konzept & Design, Redaktion und Realisierung:

EQS Group AG

Bildmaterial:

(c) EQS Group AG – All rights reserved.

Impressum:

EQS Group AG

Karlstraße 47

80333 München

Tel.: +49 (0) 89 21 02 98-0

Fax: +49 (0) 89 21 02 98-49

E-Mail: ir@eqs.com

Vorstand:

Achim Weick, Gründer und CEO

Christian Pfleger, COO

EQS Group AG

Karlstraße. 47

80333 München

Tel +49 (0) 89 21 02 98-0

Fax +49 (0) 89 21 02 98-49

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